DIE BINÄRE SEELEDIE BINÄRE SEELE
Eine Geschichte der SkitariiEine Geschichte der Skitarii
Adeptus Mechanicus · Skitarii
I. DAS ALTE VERSPRECHENI. DAS ALTE VERSPRECHEN
Um zu verstehen, was ein Skitarius ist, muss man zuerst verstehen, was der Kult Mechanicus verloren hat, und dieser Verlust reicht zurück bis in die Nacht, aus der das gesamte Imperium der Menschheit hervorging — bis zu jenem Tag am Ende des Großen Kreuzzugs, den die überlebenden Aufzeichnungen nur als das Schisma von Mars kennen, als ein Teil der Priesterschaft des Roten Planeten sich gegen den eigenen Fabricator-General erhob und ins Warp floh, um dem Chaos zu dienen, während der verbleibende, loyale Kern des Kultes sich enger denn je an seinen ursprünglichen Pakt mit dem Imperator klammerte — jenen uralten Vertrag, der Mars technologische Souveränität im Austausch für bedingungslose militärische und industrielle Unterstützung zusicherte.
Dieser Pakt, so lehrt man es jedem Novizen des Kultes noch heute, war keine Kapitulation, sondern eine Verlobung — eine Verbindung zwischen zwei Mächten, die einander brauchten, ohne einander jemals vollständig zu vertrauen. Das Imperium erhielt die Waffen, die Fahrzeuge, die Cybots und, was am wichtigsten war, die schier unerschöpflichen Legionen der Skitarii, jener bewaffneten Diener des Mechanicus, die weder ganz Soldat noch ganz Maschine waren, sondern etwas, das zwischen beiden Kategorien existierte, in einem Raum, den die offizielle imperiale Theologie nie ganz zu kartieren vermochte. Der Kult Mechanicus im Gegenzug erhielt, was er sich am meisten wünschte — die Freiheit, seinen eigenen, unergründlichen Weg zum Verständnis der Maschine fortzusetzen, ungestört von den Fragen anderer, unbelästigt von der Inquisition, solange die Produktion floss und die Legionen bereitstanden, wenn der Ruf erging.
Was also ist ein Skitarius? Die einfachste Antwort — ein Soldat des Mechanicus — ist auch die unzureichendste, denn sie verschweigt den fundamentalen, oft übersehenen Unterschied zwischen einem Skitarius und den beiden anderen Kategorien, mit denen er häufig verwechselt wird. Ein Skitarius ist kein Servitor — jene lobotomierten, fast vollständig entpersönlichten Arbeitseinheiten, deren kognitive Kapazität auf das absolute Minimum reduziert wurde, das zur Ausführung repetitiver Aufgaben notwendig ist, deren Erinnerungen, deren Persönlichkeit, deren gesamtes menschliches Selbst durch chirurgische und chemische Eingriffe im Wesentlichen ausgelöscht wurde, bis nur noch ein biologischer Apparat verblieb, der Befehle ausführte, ohne sie zu verstehen, geschweige denn zu hinterfragen. Und ein Skitarius ist auch kein Tech-Priester — jene vollständig in den Kult Initiierten, deren spirituelle und intellektuelle Reise sie durch Jahrzehnte der Studien und freiwilligen Modifikationen geführt hat, bis ihr Fleisch zu einem bloßen Gefäß für einen Geist geworden ist, der sich selbst zunehmend als Ausdruck des Maschinengottes begreift.
Ein Skitarius existiert in dem schmalen, qualvollen Zwischenraum, der zwischen diesen beiden Extremen liegt — Mensch genug, um noch zu denken, zu fürchten, sich zu erinnern, aber Maschine genug, um im Kampf zu funktionieren, wo ein ungeschützter menschlicher Geist unter der schieren, unerträglichen Last dessen zerbrechen würde, was von ihm verlangt wird.
Jede Schmiedelwelt des Imperiums unterhält ihre eigenen Skitarii-Legionen, in einer Zahl und mit einer Ausrüstung, die von der industriellen Kapazität und den spezifischen technologischen Traditionen der jeweiligen Welt abhängt — Ryza, bekannt für seine Meisterschaft der Plasmatechnologie, unterhält Legionen, deren Waffen mit einer Präzision arbeiten, die anderswo unerreicht bleibt; Stygies VIII, in ewige Dämmerung gehüllt, hat eine Skitarii-Tradition entwickelt, die sich auf Tarnung und lautlose Eliminierung spezialisiert; Lucius, mit seinen giftigen Atmosphären und volatilen Energiefeldern, produziert Krieger, deren Waffen ebenso gefährlich für den Träger sind wie für den Feind. Und dann gibt es die kleineren, weniger bekannten Welten — Welten wie Kadmus Secundus, am äußeren Rand eines vergessenen Subsektors gelegen, deren Skitarii-Legionen niemals in den großen Chroniken des Imperiums verzeichnet werden, deren einzelne Krieger niemals Gegenstand imperialer Verehrung oder inquisitorischer Aufmerksamkeit werden, die aber dennoch, Jahr für Jahr, Standardjahrhundert für Standardjahrhundert, denselben Tribut an Fleisch und Seele fordern, den jede Schmiedelwelt seit dem Alten Versprechen von ihrer Bevölkerung fordert.
Diese Geschichte handelt von einer solchen Legion, und von einer einzelnen Seele innerhalb ihrer Reihen — einer Frau, die einst Serah Voktan hieß, bevor der Kult Mechanicus ihr einen neuen Namen und eine neue Bestimmung gab, und die, in den Jahren, die diesem Wechsel folgten, mit einer Frage rang, die weder die Priesterschaft, die sie geformt hatte, noch die Menschheit, aus der sie hervorgegangen war, jemals zufriedenstellend zu beantworten vermochte: was von einem Menschen tatsächlich übrig bleibt, wenn man ihm, Stück für Stück, das Fleisch nimmt, das ihn einst definierte, und es durch etwas ersetzt, das effizienter, dauerhafter, dem Maschinengott näher ist — und ob das, was übrig bleibt, noch das Recht hat, sich selbst als dieselbe Person zu betrachten, die einst, vor der ersten Klinge, vor dem ersten Implantat, unter einem anderen Namen gelebt hatte.
Kadmus Secundus, im Jahr ihrer Aushebung, war eine Welt, die man am ehesten als erschöpft beschreiben könnte — nicht erschöpft im Sinne einer erschöpften Mine, deren Erzadern versiegt waren, sondern erschöpft im tieferen, existenzielleren Sinne einer Bevölkerung, die seit Generationen wusste, dass ihr Fleisch, ihre Arbeitskraft, letztlich ihre gesamte Existenz, dem Kult Mechanicus in einer Weise gehörte, die keine offizielle Sklaverei, aber auch keine wirkliche Freiheit war. Die Proletor-Kaste, wie man die unaugmentierte, unbewaffnete Masse der Bevölkerung nannte, arbeitete in den Erz-Raffinerien und Fertigungshallen, die sich über den größten Teil der bewohnbaren Oberfläche des Planeten erstreckten, unter dem ständigen, unausgesprochenen Wissen, dass jede Generation, gemäß dem Fleischeszehnt — jenem periodischen Ritual, durch das der Kult Mechanicus seine Skitarii-Reihen aus der Zivilbevölkerung auffüllte —, einen Teil ihrer Söhne und Töchter an die Priesterschaft abtreten musste, auf eine Weise, die weder ganz Ehre noch ganz Verlust war, sondern, wie so vieles im Leben der Proletor-Kaste, beides zugleich. ## II. DIE AUSHEBUNG
Der Fleischeszehnt von Kadmus Secundus fand alle sieben Standardjahre statt, an einem Tag, den die Priesterschaft mit einer Präzision festlegte, die weder dem Zufall noch der Barmherzigkeit auch nur den geringsten Raum ließ — ein Tag, der stets in die Zeit zwischen zwei Ernteperioden der unterirdischen Pilzfarmen fiel, wenn die Arbeitskraft der Proletor-Kaste am wenigsten benötigt wurde, sodass der Verlust jener, die ausgehoben wurden, die Produktionsziele der Schmiedelwelt so wenig wie möglich beeinträchtigte. Es war, wie Serah Voktan es später erkennen sollte, ein perfektes Beispiel für die Logik, die dem gesamten System zugrunde lag — nicht Grausamkeit um ihrer selbst willen, sondern eine Effizienz, die so vollständig war, dass sie keinen Raum für Grausamkeit oder Mitgefühl gleichermaßen ließ, weil beide Kategorien, aus der Perspektive des Kultes, gleichermaßen irrelevant für die eigentliche Funktion des Systems waren.
Sie war zweiundzwanzig Standardjahre alt, an jenem Tag, und hatte, wie die meisten jungen Menschen der Proletor-Kaste, die Möglichkeit der Aushebung mit jener besonderen Mischung aus Fatalismus und verdrängter Furcht behandelt, die sich über eine Bedrohung entwickelt, die zu allgegenwärtig ist, um sie ständig bewusst zu fürchten, aber zu real, um sie jemals ganz zu vergessen. Sie hatte in den Erz-Sortierhallen des Dritten Sektors gearbeitet, eine Tätigkeit, die ihre Hände mit den charakteristischen kleinen Narben versehen hatte, die jeder Sortierarbeiter irgendwann erwarb, und hatte, in den seltenen Momenten der Muße, die ihr das Leben gewährte, davon geträumt — nicht von Flucht, denn Flucht von einer Schmiedelwelt war praktisch undenkbar für jemanden ihrer Kaste, sondern von den kleineren, bescheideneren Freiheiten, die selbst innerhalb des Systems möglich waren: eine Beförderung zur Aufseherin vielleicht, oder die Erlaubnis, mit dem Mann zu heiraten, den sie seit drei Jahren heimlich traf, ein Sortierarbeiter namens Corin, dessen Lachen, wie sie sich noch lange danach erinnern sollte, eines der letzten Dinge gewesen war, die ihr altes Leben lebenswert gemacht hatten.
Die Selektionszeremonie selbst fand auf dem zentralen Versammlungsplatz des Dritten Sektors statt, einem weiten, von rostigen Fertigungshallen umgebenen Areal, in dessen Mitte ein einzelner, erhöhter Servitor-Thron stand, von dem aus ein Tech-Priester — ein Enginseer namens Halvorn Thex, wie Serah später erfahren sollte — die Auswahl beaufsichtigte, während ein Dutzend bewaffneter Skitarii-Ranger, deren rot-graue Rüstungen selbst in der schwachen, industriellen Beleuchtung des Sektors einen kalten, unheilvollen Schein trugen, die Ordnung unter den versammelten Tausenden aufrechterhielten, die sich, gemäß einer Vorschrift, die niemand jemals offen zu hinterfragen wagte, zur Musterung einfinden mussten.
Die Auswahlkriterien selbst waren, wie Serah es später verstand, weniger arbiträr, als sie in jenem Moment der Angst erschienen waren — der Kult Mechanicus suchte nicht die Schwächsten, jene, deren Verlust die Produktivität der Proletor-Kaste am wenigsten beeinträchtigen würde, wie es einer zynischeren Betrachtung der Situation vielleicht entsprochen hätte, sondern im Gegenteil oft die Stärksten, die Gesündesten, jene mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, das Rite der Einverleibung tatsächlich zu überleben — eine Grausamkeit von anderer, subtilerer Art, die bedeutete, dass gerade jene, die am ehesten ein erfülltes Leben innerhalb der Proletor-Kaste hätten führen können, am ehesten dazu ausersehen waren, dieses Leben zu verlieren.
Als der binäre Kantus des Enginseers — jener rhythmische, mechanische Singsang, in dem die Tech-Priesterschaft ihre offiziellen Verlautbarungen zu präsentieren pflegte, halb Gebet, halb Verwaltungsakt — Serahs Namen und Kohortennummer verkündete, empfand sie, wie sie sich noch Jahre später erinnern sollte, zunächst nicht Furcht, sondern eine Art distanzierte, fast unwirkliche Verwunderung, als hätte die Ankündigung sich an eine andere Person gerichtet, deren Leben zufällig denselben Namen trug wie ihr eigenes.
Die Furcht kam später, als die Skitarii-Ranger sich durch die Menge bewegten, um sie und die anderen Ausgewählten — insgesamt vierzehn junge Menschen aus dem Dritten Sektor, aus einer Bevölkerung von mehreren zehntausend — aus der Reihe ihrer Familien und Freunde zu führen, ohne dabei jene Sanftheit walten zu lassen, die man vielleicht von einer Institution erwartet hätte, deren erklärtes Ziel darin bestand, diese Menschen zu ehren, sie in eine höhere Form der Existenz zu erheben. Sie erinnerte sich an Corins Gesicht, in jenem letzten Moment, bevor die Menge sie voneinander trennte — nicht Verzweiflung, das hätte sie vielleicht ertragen können, sondern etwas Schlimmeres, eine Art hilfloser, gebrochener Akzeptanz, die ihr sagte, dass er, genau wie sie selbst, in diesem Moment bereits begonnen hatte, sie in der Vergangenheitsform zu betrachten, obwohl ihr Körper sich noch immer, lebendig und atmend, direkt vor ihm befand.
„Ihr werdet geehrt“, verkündete Enginseer Thex, seine Stimme durch die Vox-Verstärker seiner Rüstung mit einem metallischen Unterton versehen, der jede Spur individueller Emotion aus seinen Worten zu filtern schien, während die Ausgewählten in einer improvisierten Kolonne durch die Straßen des Dritten Sektors geführt wurden, hin zu den Transportfahrzeugen, die sie zu den zentralen Rite-Kammern der Schmiedelwelt bringen würden. „Der Omnissiah erkennt in eurem Fleisch das Potenzial für etwas Größeres, als es jemals hätte werden können, hätte es einfach fortgefahren, in den Sortierhallen zu altern und zu sterben, wie es das Schicksal jener ist, die nicht ausgewählt werden. Was euch heute widerfährt, ist keine Bestrafung. Es ist eine Verlobung mit dem Maschinengott selbst.“
Serah, die diese Worte hörte, während sie in das dunkle, fensterlose Innere eines Transporters gedrängt wurde, gemeinsam mit dreizehn anderen jungen Menschen, deren Gesichter dieselbe Mischung aus Schock und unterdrückter Panik trugen, die sie selbst empfand, fand in jenem Moment keinen Trost in diesen Worten, wenngleich sie, wie sie sich später eingestehen sollte, in den folgenden Jahren immer wieder zu ihnen zurückkehren würde, auf der Suche nach einer Bedeutung, die ihr eigenes, zunehmend fragmentiertes Selbstverständnis irgendwie zusammenhalten könnte.
Neben ihr, im engen, ratternden Innenraum des Transporters, saß ein junger Mann, den sie vage aus den Fertigungshallen des Dritten Sektors wiedererkannte — ein Mechaniker-Lehrling namens Dessin Karr, dessen Hände, wie sie in der schwachen Beleuchtung des Transporters bemerkte, bereits jetzt von jener charakteristischen Ruhe gezeichnet waren, die manche Menschen unter extremem Stress entwickelten, eine Ruhe, die eher Resignation als tatsächlichen Frieden widerspiegelte.
„Hast du das erwartet?“, fragte sie ihn leise, mehr um die Stille zu durchbrechen, die sich wie eine physische Last über den gesamten Transport gelegt hatte, als weil sie tatsächlich eine Antwort erwartete.
„Mein Vater wurde vor zwanzig Jahren ausgehoben“, sagte Dessin, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Er hat es nicht überlebt. Nicht die Operation selbst — die haben ihm gesagt, dass er sie überlebt hat, dass er jetzt ein Skitarius ist, irgendwo in einer anderen Legion, stationiert auf einer Welt, deren Namen sie uns nie verraten haben. Aber meine Mutter hat immer gesagt, dass der Mann, der zurückkam, um sich von uns zu verabschieden, bevor sie ihn wegbrachten, nicht mehr derselbe Mann war, der am Morgen zur Aushebung gegangen war. Sie hat gesagt, seine Augen hätten nicht mehr erkannt, wer wir waren.“
Es war keine tröstliche Antwort, aber es war, wie Serah in den folgenden Wochen erkennen sollte, die ehrlichste Antwort, die ihr irgendjemand auf die Frage geben würde, was sie tatsächlich erwartete — nicht der Tod, den zu fürchten die meisten von ihnen vorbereitet gewesen wären, sondern etwas Subtileres und, auf eine Weise, die sie erst später vollständig begreifen sollte, Schrecklicheres: das Fortbestehen eines Körpers, der ihren Namen trug, verbunden mit dem allmählichen, unaufhaltsamen Verschwinden all dessen, was diesen Namen einst mit Bedeutung erfüllt hatte.
Um zu verstehen, was ein Skitarius ist, muss man zuerst verstehen, was der Kult Mechanicus verloren hat, und dieser Verlust reicht zurück bis in die Nacht, aus der das gesamte Imperium der Menschheit hervorging — bis zu jenem Tag am Ende des Großen Kreuzzugs, den die überlebenden Aufzeichnungen nur als das Schisma von Mars kennen, als ein Teil der Priesterschaft des Roten Planeten sich gegen den eigenen Fabricator-General erhob und ins Warp floh, um dem Chaos zu dienen, während der verbleibende, loyale Kern des Kultes sich enger denn je an seinen ursprünglichen Pakt mit dem Imperator klammerte — jenen uralten Vertrag, der Mars technologische Souveränität im Austausch für bedingungslose militärische und industrielle Unterstützung zusicherte.
Dieser Pakt, so lehrt man es jedem Novizen des Kultes noch heute, war keine Kapitulation, sondern eine Verlobung — eine Verbindung zwischen zwei Mächten, die einander brauchten, ohne einander jemals vollständig zu vertrauen. Das Imperium erhielt die Waffen, die Fahrzeuge, die Cybots und, was am wichtigsten war, die schier unerschöpflichen Legionen der Skitarii, jener bewaffneten Diener des Mechanicus, die weder ganz Soldat noch ganz Maschine waren, sondern etwas, das zwischen beiden Kategorien existierte, in einem Raum, den die offizielle imperiale Theologie nie ganz zu kartieren vermochte. Der Kult Mechanicus im Gegenzug erhielt, was er sich am meisten wünschte — die Freiheit, seinen eigenen, unergründlichen Weg zum Verständnis der Maschine fortzusetzen, ungestört von den Fragen anderer, unbelästigt von der Inquisition, solange die Produktion floss und die Legionen bereitstanden, wenn der Ruf erging.
Was also ist ein Skitarius? Die einfachste Antwort — ein Soldat des Mechanicus — ist auch die unzureichendste, denn sie verschweigt den fundamentalen, oft übersehenen Unterschied zwischen einem Skitarius und den beiden anderen Kategorien, mit denen er häufig verwechselt wird. Ein Skitarius ist kein Servitor — jene lobotomierten, fast vollständig entpersönlichten Arbeitseinheiten, deren kognitive Kapazität auf das absolute Minimum reduziert wurde, das zur Ausführung repetitiver Aufgaben notwendig ist, deren Erinnerungen, deren Persönlichkeit, deren gesamtes menschliches Selbst durch chirurgische und chemische Eingriffe im Wesentlichen ausgelöscht wurde, bis nur noch ein biologischer Apparat verblieb, der Befehle ausführte, ohne sie zu verstehen, geschweige denn zu hinterfragen. Und ein Skitarius ist auch kein Tech-Priester — jene vollständig in den Kult Initiierten, deren spirituelle und intellektuelle Reise sie durch Jahrzehnte der Studien und freiwilligen Modifikationen geführt hat, bis ihr Fleisch zu einem bloßen Gefäß für einen Geist geworden ist, der sich selbst zunehmend als Ausdruck des Maschinengottes begreift.
Ein Skitarius existiert in dem schmalen, qualvollen Zwischenraum, der zwischen diesen beiden Extremen liegt — Mensch genug, um noch zu denken, zu fürchten, sich zu erinnern, aber Maschine genug, um im Kampf zu funktionieren, wo ein ungeschützter menschlicher Geist unter der schieren, unerträglichen Last dessen zerbrechen würde, was von ihm verlangt wird.
Jede Schmiedelwelt des Imperiums unterhält ihre eigenen Skitarii-Legionen, in einer Zahl und mit einer Ausrüstung, die von der industriellen Kapazität und den spezifischen technologischen Traditionen der jeweiligen Welt abhängt — Ryza, bekannt für seine Meisterschaft der Plasmatechnologie, unterhält Legionen, deren Waffen mit einer Präzision arbeiten, die anderswo unerreicht bleibt; Stygies VIII, in ewige Dämmerung gehüllt, hat eine Skitarii-Tradition entwickelt, die sich auf Tarnung und lautlose Eliminierung spezialisiert; Lucius, mit seinen giftigen Atmosphären und volatilen Energiefeldern, produziert Krieger, deren Waffen ebenso gefährlich für den Träger sind wie für den Feind. Und dann gibt es die kleineren, weniger bekannten Welten — Welten wie Kadmus Secundus, am äußeren Rand eines vergessenen Subsektors gelegen, deren Skitarii-Legionen niemals in den großen Chroniken des Imperiums verzeichnet werden, deren einzelne Krieger niemals Gegenstand imperialer Verehrung oder inquisitorischer Aufmerksamkeit werden, die aber dennoch, Jahr für Jahr, Standardjahrhundert für Standardjahrhundert, denselben Tribut an Fleisch und Seele fordern, den jede Schmiedelwelt seit dem Alten Versprechen von ihrer Bevölkerung fordert.
Diese Geschichte handelt von einer solchen Legion, und von einer einzelnen Seele innerhalb ihrer Reihen — einer Frau, die einst Serah Voktan hieß, bevor der Kult Mechanicus ihr einen neuen Namen und eine neue Bestimmung gab, und die, in den Jahren, die diesem Wechsel folgten, mit einer Frage rang, die weder die Priesterschaft, die sie geformt hatte, noch die Menschheit, aus der sie hervorgegangen war, jemals zufriedenstellend zu beantworten vermochte: was von einem Menschen tatsächlich übrig bleibt, wenn man ihm, Stück für Stück, das Fleisch nimmt, das ihn einst definierte, und es durch etwas ersetzt, das effizienter, dauerhafter, dem Maschinengott näher ist — und ob das, was übrig bleibt, noch das Recht hat, sich selbst als dieselbe Person zu betrachten, die einst, vor der ersten Klinge, vor dem ersten Implantat, unter einem anderen Namen gelebt hatte.
Kadmus Secundus, im Jahr ihrer Aushebung, war eine Welt, die man am ehesten als erschöpft beschreiben könnte — nicht erschöpft im Sinne einer erschöpften Mine, deren Erzadern versiegt waren, sondern erschöpft im tieferen, existenzielleren Sinne einer Bevölkerung, die seit Generationen wusste, dass ihr Fleisch, ihre Arbeitskraft, letztlich ihre gesamte Existenz, dem Kult Mechanicus in einer Weise gehörte, die keine offizielle Sklaverei, aber auch keine wirkliche Freiheit war. Die Proletor-Kaste, wie man die unaugmentierte, unbewaffnete Masse der Bevölkerung nannte, arbeitete in den Erz-Raffinerien und Fertigungshallen, die sich über den größten Teil der bewohnbaren Oberfläche des Planeten erstreckten, unter dem ständigen, unausgesprochenen Wissen, dass jede Generation, gemäß dem Fleischeszehnt — jenem periodischen Ritual, durch das der Kult Mechanicus seine Skitarii-Reihen aus der Zivilbevölkerung auffüllte —, einen Teil ihrer Söhne und Töchter an die Priesterschaft abtreten musste, auf eine Weise, die weder ganz Ehre noch ganz Verlust war, sondern, wie so vieles im Leben der Proletor-Kaste, beides zugleich. ## II. DIE AUSHEBUNG
Der Fleischeszehnt von Kadmus Secundus fand alle sieben Standardjahre statt, an einem Tag, den die Priesterschaft mit einer Präzision festlegte, die weder dem Zufall noch der Barmherzigkeit auch nur den geringsten Raum ließ — ein Tag, der stets in die Zeit zwischen zwei Ernteperioden der unterirdischen Pilzfarmen fiel, wenn die Arbeitskraft der Proletor-Kaste am wenigsten benötigt wurde, sodass der Verlust jener, die ausgehoben wurden, die Produktionsziele der Schmiedelwelt so wenig wie möglich beeinträchtigte. Es war, wie Serah Voktan es später erkennen sollte, ein perfektes Beispiel für die Logik, die dem gesamten System zugrunde lag — nicht Grausamkeit um ihrer selbst willen, sondern eine Effizienz, die so vollständig war, dass sie keinen Raum für Grausamkeit oder Mitgefühl gleichermaßen ließ, weil beide Kategorien, aus der Perspektive des Kultes, gleichermaßen irrelevant für die eigentliche Funktion des Systems waren.
Sie war zweiundzwanzig Standardjahre alt, an jenem Tag, und hatte, wie die meisten jungen Menschen der Proletor-Kaste, die Möglichkeit der Aushebung mit jener besonderen Mischung aus Fatalismus und verdrängter Furcht behandelt, die sich über eine Bedrohung entwickelt, die zu allgegenwärtig ist, um sie ständig bewusst zu fürchten, aber zu real, um sie jemals ganz zu vergessen. Sie hatte in den Erz-Sortierhallen des Dritten Sektors gearbeitet, eine Tätigkeit, die ihre Hände mit den charakteristischen kleinen Narben versehen hatte, die jeder Sortierarbeiter irgendwann erwarb, und hatte, in den seltenen Momenten der Muße, die ihr das Leben gewährte, davon geträumt — nicht von Flucht, denn Flucht von einer Schmiedelwelt war praktisch undenkbar für jemanden ihrer Kaste, sondern von den kleineren, bescheideneren Freiheiten, die selbst innerhalb des Systems möglich waren: eine Beförderung zur Aufseherin vielleicht, oder die Erlaubnis, mit dem Mann zu heiraten, den sie seit drei Jahren heimlich traf, ein Sortierarbeiter namens Corin, dessen Lachen, wie sie sich noch lange danach erinnern sollte, eines der letzten Dinge gewesen war, die ihr altes Leben lebenswert gemacht hatten.
Die Selektionszeremonie selbst fand auf dem zentralen Versammlungsplatz des Dritten Sektors statt, einem weiten, von rostigen Fertigungshallen umgebenen Areal, in dessen Mitte ein einzelner, erhöhter Servitor-Thron stand, von dem aus ein Tech-Priester — ein Enginseer namens Halvorn Thex, wie Serah später erfahren sollte — die Auswahl beaufsichtigte, während ein Dutzend bewaffneter Skitarii-Ranger, deren rot-graue Rüstungen selbst in der schwachen, industriellen Beleuchtung des Sektors einen kalten, unheilvollen Schein trugen, die Ordnung unter den versammelten Tausenden aufrechterhielten, die sich, gemäß einer Vorschrift, die niemand jemals offen zu hinterfragen wagte, zur Musterung einfinden mussten.
Die Auswahlkriterien selbst waren, wie Serah es später verstand, weniger arbiträr, als sie in jenem Moment der Angst erschienen waren — der Kult Mechanicus suchte nicht die Schwächsten, jene, deren Verlust die Produktivität der Proletor-Kaste am wenigsten beeinträchtigen würde, wie es einer zynischeren Betrachtung der Situation vielleicht entsprochen hätte, sondern im Gegenteil oft die Stärksten, die Gesündesten, jene mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, das Rite der Einverleibung tatsächlich zu überleben — eine Grausamkeit von anderer, subtilerer Art, die bedeutete, dass gerade jene, die am ehesten ein erfülltes Leben innerhalb der Proletor-Kaste hätten führen können, am ehesten dazu ausersehen waren, dieses Leben zu verlieren.
Als der binäre Kantus des Enginseers — jener rhythmische, mechanische Singsang, in dem die Tech-Priesterschaft ihre offiziellen Verlautbarungen zu präsentieren pflegte, halb Gebet, halb Verwaltungsakt — Serahs Namen und Kohortennummer verkündete, empfand sie, wie sie sich noch Jahre später erinnern sollte, zunächst nicht Furcht, sondern eine Art distanzierte, fast unwirkliche Verwunderung, als hätte die Ankündigung sich an eine andere Person gerichtet, deren Leben zufällig denselben Namen trug wie ihr eigenes.
Die Furcht kam später, als die Skitarii-Ranger sich durch die Menge bewegten, um sie und die anderen Ausgewählten — insgesamt vierzehn junge Menschen aus dem Dritten Sektor, aus einer Bevölkerung von mehreren zehntausend — aus der Reihe ihrer Familien und Freunde zu führen, ohne dabei jene Sanftheit walten zu lassen, die man vielleicht von einer Institution erwartet hätte, deren erklärtes Ziel darin bestand, diese Menschen zu ehren, sie in eine höhere Form der Existenz zu erheben. Sie erinnerte sich an Corins Gesicht, in jenem letzten Moment, bevor die Menge sie voneinander trennte — nicht Verzweiflung, das hätte sie vielleicht ertragen können, sondern etwas Schlimmeres, eine Art hilfloser, gebrochener Akzeptanz, die ihr sagte, dass er, genau wie sie selbst, in diesem Moment bereits begonnen hatte, sie in der Vergangenheitsform zu betrachten, obwohl ihr Körper sich noch immer, lebendig und atmend, direkt vor ihm befand.
„Ihr werdet geehrt“, verkündete Enginseer Thex, seine Stimme durch die Vox-Verstärker seiner Rüstung mit einem metallischen Unterton versehen, der jede Spur individueller Emotion aus seinen Worten zu filtern schien, während die Ausgewählten in einer improvisierten Kolonne durch die Straßen des Dritten Sektors geführt wurden, hin zu den Transportfahrzeugen, die sie zu den zentralen Rite-Kammern der Schmiedelwelt bringen würden. „Der Omnissiah erkennt in eurem Fleisch das Potenzial für etwas Größeres, als es jemals hätte werden können, hätte es einfach fortgefahren, in den Sortierhallen zu altern und zu sterben, wie es das Schicksal jener ist, die nicht ausgewählt werden. Was euch heute widerfährt, ist keine Bestrafung. Es ist eine Verlobung mit dem Maschinengott selbst.“
Serah, die diese Worte hörte, während sie in das dunkle, fensterlose Innere eines Transporters gedrängt wurde, gemeinsam mit dreizehn anderen jungen Menschen, deren Gesichter dieselbe Mischung aus Schock und unterdrückter Panik trugen, die sie selbst empfand, fand in jenem Moment keinen Trost in diesen Worten, wenngleich sie, wie sie sich später eingestehen sollte, in den folgenden Jahren immer wieder zu ihnen zurückkehren würde, auf der Suche nach einer Bedeutung, die ihr eigenes, zunehmend fragmentiertes Selbstverständnis irgendwie zusammenhalten könnte.
Neben ihr, im engen, ratternden Innenraum des Transporters, saß ein junger Mann, den sie vage aus den Fertigungshallen des Dritten Sektors wiedererkannte — ein Mechaniker-Lehrling namens Dessin Karr, dessen Hände, wie sie in der schwachen Beleuchtung des Transporters bemerkte, bereits jetzt von jener charakteristischen Ruhe gezeichnet waren, die manche Menschen unter extremem Stress entwickelten, eine Ruhe, die eher Resignation als tatsächlichen Frieden widerspiegelte.
„Hast du das erwartet?“, fragte sie ihn leise, mehr um die Stille zu durchbrechen, die sich wie eine physische Last über den gesamten Transport gelegt hatte, als weil sie tatsächlich eine Antwort erwartete.
„Mein Vater wurde vor zwanzig Jahren ausgehoben“, sagte Dessin, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Er hat es nicht überlebt. Nicht die Operation selbst — die haben ihm gesagt, dass er sie überlebt hat, dass er jetzt ein Skitarius ist, irgendwo in einer anderen Legion, stationiert auf einer Welt, deren Namen sie uns nie verraten haben. Aber meine Mutter hat immer gesagt, dass der Mann, der zurückkam, um sich von uns zu verabschieden, bevor sie ihn wegbrachten, nicht mehr derselbe Mann war, der am Morgen zur Aushebung gegangen war. Sie hat gesagt, seine Augen hätten nicht mehr erkannt, wer wir waren.“
Es war keine tröstliche Antwort, aber es war, wie Serah in den folgenden Wochen erkennen sollte, die ehrlichste Antwort, die ihr irgendjemand auf die Frage geben würde, was sie tatsächlich erwartete — nicht der Tod, den zu fürchten die meisten von ihnen vorbereitet gewesen wären, sondern etwas Subtileres und, auf eine Weise, die sie erst später vollständig begreifen sollte, Schrecklicheres: das Fortbestehen eines Körpers, der ihren Namen trug, verbunden mit dem allmählichen, unaufhaltsamen Verschwinden all dessen, was diesen Namen einst mit Bedeutung erfüllt hatte.
III. DIE RITE DER EINVERLEIBUNGIII. DIE RITE DER EINVERLEIBUNG
Die Rite-Kammern von Kadmus Secundus lagen tief unter der Oberfläche des Planeten, in einem Komplex, der, wie Serah später erfuhr, älter war als die gegenwärtige Bevölkerung der Schmiedelwelt selbst, errichtet in den Jahrhunderten unmittelbar nach der ursprünglichen Kolonisierung, als die ersten Tech-Priester des Kultes Mechanicus ihre Herrschaft über die neu entdeckten Erzvorkommen des Planeten etablierten und, gemäß ihrer ältesten Traditionen, sofort begannen, die notwendige Infrastruktur zu errichten, um aus der lokalen Bevölkerung jene Legionen zu formen, die den Planeten sowohl schützen als auch, in gewissem Sinne, gefangen halten würden.
Sie wurde, gemeinsam mit den anderen dreizehn Ausgewählten ihrer Kohorte, in eine Reihe von Vorbereitungskammern geführt, wo Servitoren — jene stumpfen, fast mechanischen Gestalten, deren eigenes Schicksal als eine Art stumme, unausgesprochene Warnung über dem gesamten Prozess zu schweben schien — sie zunächst von ihrer zivilen Kleidung befreiten und mit einer klinischen, emotionslosen Effizienz auf die bevorstehende Operation vorbereiteten, ihre Körper mit sterilisierenden Lösungen abwaschend, ihre Vitalwerte mit angeschlossenen Sensoren überwachend, während ein einzelner Tech-Priester, dessen Rang Serah zu diesem Zeitpunkt nicht einzuordnen wusste, von Kammer zu Kammer ging, um die letzten präoperativen Segnungen zu sprechen — Worte, die eher wie eine technische Checkliste als wie ein tatsächliches Gebet klangen, obwohl beide Kategorien, wie sie später verstehen sollte, innerhalb der Theologie des Kultes Mechanicus im Wesentlichen identisch waren.
„Das Fleisch ist schwach“, sagte der Tech-Priester, als er an ihrer eigenen Kammer vorbeikam, seine Stimme durch einen Vox-Modulator mit jenem charakteristischen metallischen Unterton versehen, den Serah bereits bei Enginseer Thex bemerkt hatte, „aber der Geist, richtig geformt, ist unbegrenzt. Was heute mit deinem Körper geschieht, ist keine Zerstörung. Es ist eine Befreiung von den Grenzen, die dein Fleisch dir seit deiner Geburt auferlegt hat.“
Sie erinnerte sich nicht mehr genau an den Moment, in dem die eigentliche Operation begann — die präoperativen Sedativa, die man ihr verabreicht hatte, hatten diese Erinnerung in einen Nebel gehüllt, der selbst Jahre später nie vollständig lichtete —, aber sie erinnerte sich, mit einer Klarheit, die sie sich wünschte, verloren zu haben, an Fragmente dessen, was folgte: das Gefühl kalter, präziser Klingen, die durch Gewebe schnitten, das keinen Schmerz mehr registrierte, weil die neuronalen Bahnen, die diesen Schmerz hätten übertragen sollen, bereits durch die ersten Phasen der Operation deaktiviert worden waren; das Geräusch von Bohrern und Sägen, die durch Knochen arbeiteten, mit einer Präzision, die eher an Uhrmacherei als an Chirurgie erinnerte; die seltsame, körperlose Empfindung, ihre eigenen Organe — Lunge, Herz, Teile ihres Verdauungssystems — durch synthetische, effizientere Äquivalente ersetzt zu sehen, während ein Teil ihres Bewusstseins, isoliert durch die Sedativa, aber nicht vollständig ausgelöscht, Zeuge dieses Prozesses wurde, ohne die Fähigkeit, dagegen zu protestieren.
Die Rite der Einverleibung, wie der gesamte Prozess offiziell genannt wurde, bestand nicht aus einer einzigen Operation, sondern aus einer Serie von siebzehn separaten chirurgischen Eingriffen, verteilt über einen Zeitraum von vierzig Standardtagen, während derer Serahs Körper — Stück für Stück, System für System — in etwas transformiert wurde, das sie kaum noch als menschlich erkannte, wenn sie in den seltenen Momenten der Klarheit zwischen den Operationen einen Blick in die polierte Metalloberfläche eines Instrumententisches erhaschte.
Ihre Augen waren unter den ersten Implantaten, die man ihr einsetzte — biometrische Ersatzaugen, die ihr eine Sehschärfe verliehen, die weit über das hinausging, was ihr ursprüngliches, biologisches Sehvermögen jemals hätte leisten können, ergänzt durch die Fähigkeit, in Spektren zu sehen, die für unmodifizierte Menschen unsichtbar blieben — Infrarot, gewisse Bänder ultravioletten Lichts, die subtilen elektromagnetischen Signaturen aktiver Maschinen. Der Preis für diese neue Sehschärfe war der vollständige Verlust dessen, was sie zuvor als Sehen verstanden hatte — nie wieder würde sie die Welt mit den unmodifizierten Augen sehen, mit denen sie geboren worden war, nie wieder die spezifische, unwiederbringliche Art und Weise erleben, wie Licht sich in den Augen eines Menschen bricht, der nichts anderes kennt als die biologische Norm.
Ihre Lunge folgte kurz danach, ersetzt durch ein System synthetischer Atmungsorgane, die es ihr ermöglichten, in Umgebungen zu überleben, die für unmodifizierte Menschen tödlich gewesen wären — vergiftete Atmosphären, extreme Kälte, sogar, für begrenzte Zeiträume, das Vakuum des Weltraums selbst. Dann ihre Beine, verstärkt mit subdermalen Muskelfasern und einer Skelettstruktur aus einer Ceramit-Verbundlegierung, die ihr eine Kraft und Ausdauer verlieh, die kein menschlicher Körper jemals hätte erreichen können, aber auch — und dies war eine Erkenntnis, die sie erst viel später vollständig verarbeitete — eine subtile, unwiederbringliche Distanz zu dem Gefühl schuf, tatsächlich zu *gehen*, in dem Sinne, wie ein Kind geht, das seine ersten unsicheren Schritte auf natürlichen, unmodifizierten Beinen unternimmt.
Nicht jeder der vierzehn Ausgewählten ihrer Kohorte überlebte diese vierzig Tage. Zwei starben während der frühen Phasen der Operation, ihre Körper unfähig, den Schock der ersten organischen Ersetzungen zu verkraften, ein Ausgang, der, wie Serah später mit einer distanzierten, fast klinischen Kälte zur Kenntnis nahm, statistisch innerhalb der erwarteten Toleranzen des Kultes lag — die Rite der Einverleibung war, gemäß den Aufzeichnungen, die sie Jahre später in den Archiven der Legion einsehen konnte, mit einer durchschnittlichen Überlebensrate von etwa fünfundachtzig Hundertteilen verbunden, eine Zahl, die je nach der spezifischen Tradition und den verfügbaren medizinischen Ressourcen einzelner Schmiedelwelten erheblich schwankte — auf den größten, wohlhabendsten Welten wie Mars selbst, wo Jahrtausende der Verfeinerung des Prozesses eine nahezu perfekte Präzision ermöglichten, lag die Rate deutlich höher, während auf ärmeren, technologisch weniger fortgeschrittenen Schmiedelwelten am äußeren Rand des Imperiums, wie es bei Kadmus Secundus in besonders angespannten Zeiten gelegentlich der Fall war, ein Fünftel oder mehr der Ausgewählten die Prozedur nicht überlebte, ein Verlust, den der Kult Mechanicus mit derselben unerschütterlichen, emotionslosen Logik hinnahm, mit der er auch die Verluste im offenen Kampf verbuchte.
Die dritte ihrer Kohorte, eine junge Frau namens Ilyet, deren Namen Serah sich nur deshalb noch bewahrte, weil ihr Tod sich unmittelbar vor ihren eigenen, teilweise sedierten Augen ereignete, starb während der Implantation ihres synthetischen Herzens, ein Versagen, das die anwesenden Tech-Priester mit einer Reihe knapper, binärer Meldungen quittierten, bevor sie, ohne weitere sichtbare Reaktion, mit den Operationen an den übrigen Kandidaten fortfuhren, Ilyets Leichnam von Servitoren aus der Kammer entfernt, um Platz für die nächste Phase der Prozedur zu schaffen. Es war dieser Moment — mehr als die eigenen Schmerzen, mehr als der Verlust ihres ursprünglichen Sehvermögens oder die Ersetzung ihrer Lunge —, den Serah in den folgenden Jahren als den eigentlichen Beginn ihres Verständnisses dessen betrachtete, was der Kult Mechanicus tatsächlich von seinen Dienern verlangte: nicht lediglich körperliche Transformation, sondern die Bereitschaft, Verlust, selbst den unmittelbaren, gewaltsamen Tod einer Kameradin, als bloße statistische Variable zu akzeptieren, unterzuordnen der größeren, unpersönlichen Notwendigkeit, die Legion aufzufüllen, die Produktion aufrechtzuerhalten, dem Omnissiah in der einzigen Sprache zu dienen, die er, gemäß der Theologie des Kultes, tatsächlich zu goutieren schien — der Sprache reiner, unsentimentaler Effizienz.
Der letzte und, wie sich zeigen sollte, bedeutsamste Eingriff betraf ihren Schädel, ihr Gehirn selbst — die Implantation des Cortex-Controllers, jenes kleinen, aber immens komplexen Geräts, das an der Basis ihres Schädels befestigt wurde, verbunden mit einem Netzwerk feiner Neurofilamente, die sich durch ihr gesamtes zentrales Nervensystem verzweigten, wie die Wurzeln eines Baumes, der sich durch fremden Boden gräbt. Der Cortex-Controller, so erklärte man ihr später, während der langen, schmerzhaften Rehabilitationsphase, die den Operationen folgte, war das Instrument, durch das die Doctrina Imperative — jene direkten, neuralen Kampfprogrammierungen, die einen Skitarius im Gefecht in einen fast übermenschlichen Zustand tödlicher Effizienz versetzen konnten — in ihr Bewusstsein eingespeist werden würden, wenn die Zeit kam.
Sie erinnerte sich an das Erwachen nach dieser letzten Operation mit einer Klarheit, die alle vorangegangenen Erinnerungen in den Schatten stellte — nicht weil der physische Schmerz größer gewesen wäre, sondern weil sie, in jenem Moment des Erwachens, zum ersten Mal die volle Wucht dessen begriff, was mit ihr geschehen war. Sie lag auf einem harten, kalten Operationstisch, ihr Körper in weiten Teilen von Verbänden und stützenden Rahmen umgeben, die die frisch implantierten synthetischen Strukturen an Ort und Stelle hielten, während ihre neuen Augen — jene präzisen, unbarmherzig klaren biometrischen Linsen — die sterile, metallene Decke der Rite-Kammer mit einer Detailgenauigkeit registrierten, die ihr ursprüngliches Sehvermögen niemals hätte erfassen können.
Sie hob eine Hand — eine Hand, deren Finger jetzt von feinen, fast unsichtbaren Servomechanismen verstärkt waren, die ihre Griffkraft, ihre Feinmotorik über jedes menschliche Maß hinaus steigerten — und betrachtete sie, mit einer Distanziertheit, die sie erschreckte, weil sie erkannte, dass diese Distanziertheit selbst bereits ein Symptom dessen war, was mit ihr geschah — nicht nur eine physische Transformation, sondern eine langsame, unaufhaltsame Verschiebung der Grenze, die einst zwischen ihrem Selbst und der Welt bestanden hatte, eine Verschiebung, die sie zunehmend als Beobachterin ihres eigenen Körpers positionierte, statt als seine ungeteilte, unmittelbare Bewohnerin.
„Wie fühlst du dich?“, fragte eine Stimme, und Serah wandte den Kopf — eine Bewegung, die sich seltsam leicht anfühlte, fast zu leicht, als hätte ihr Nacken einen Bruchteil des Widerstands verloren, den sie ihr ganzes Leben lang als selbstverständlich empfunden hatte —, um Enginseer Thex zu sehen, der sich über sie beugte, sein eigenes Gesicht zur Hälfte durch augmetische Implantate ersetzt, die ihm eine Ausdruckslosigkeit verliehen, die Serah in diesem Moment fast beneidete.
„Ich weiß es nicht“, sagte sie, und stellte fest, dass selbst ihre eigene Stimme sich verändert hatte, tiefer und resonanter durch die Modifikationen an ihrem Kehlkopf, die man während einer der früheren Operationen vorgenommen hatte. „Ich fühle — weniger, als ich erwartet hatte. Und mehr, gleichzeitig. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.“
„Das ist eine ehrlichere Antwort, als die meisten Novizen zu geben in der Lage sind“, sagte Thex, und für einen Moment glaubte Serah, in seiner modifizierten Stimme einen Anflug von etwas zu erkennen, das fast wie Mitgefühl klang, obwohl sie sich nie ganz sicher sein würde, ob dies eine tatsächliche Emotion war oder lediglich ein Echo der Emotion, die sie selbst in diesem Moment am dringendsten benötigte, zu hören. „Die meisten sagen entweder, dass sie sich befreit fühlen, weil sie glauben, dass dies die Antwort ist, die wir hören wollen, oder sie sagen gar nichts, weil sie bereits zu weit in die Verwirrung des Übergangs eingetaucht sind, um überhaupt eine kohärente Antwort zu formulieren. ‚Weniger und mehr, gleichzeitig' — das ist, glaube ich, die genaueste Beschreibung dessen, was tatsächlich mit dir geschieht, die ich in meinen dreihundert Jahren des Dienstes je gehört habe.“
„Werde ich mich erinnern?“, fragte Serah, die Frage, die sie sich seit dem Moment ihrer Aushebung am meisten gestellt hatte, endlich in Worte fassend. „An mein Leben davor. An die Menschen, die ich gekannt habe.“
„Du wirst dich erinnern“, sagte Thex, „aber die Erinnerungen werden sich verändern, so wie du dich veränderst. Was einst mit dem vollen Gewicht menschlicher Emotion verbunden war, wird zunehmend zu einem Datensatz werden, den du abrufen kannst, aber nicht mehr auf dieselbe Weise fühlst. Das ist nicht Grausamkeit, Serah Voktan — das ist schlicht die Natur dessen, was du jetzt bist. Ein Skitarius, der noch vollständig menschlich fühlt, wäre im Kampf ebenso nutzlos wie ein unmodifizierter Mensch. Die Distanz, die du bereits jetzt zu spüren beginnst, ist keine Bestrafung. Sie ist die Bedingung deines Überlebens.“
Sie schwieg, während sie diese Worte verarbeitete, und spürte, mit einer wachsenden, kalten Gewissheit, dass Thex die Wahrheit sprach — nicht weil sie ihm blind vertraute, sondern weil sie bereits, in diesem allerersten Moment nach ihrer vollständigen Transformation, spüren konnte, wie sich etwas in ihrem eigenen Bewusstsein verschoben hatte, eine Distanz, die sich zwischen sie und die Erinnerung an Corins Gesicht schob, eine Distanz, die, wie sie in den folgenden Jahren erkennen sollte, niemals wieder vollständig verschwinden würde, ganz gleich, wie sehr sie sich bemühte, sie zu überbrücken.
Die Rite-Kammern von Kadmus Secundus lagen tief unter der Oberfläche des Planeten, in einem Komplex, der, wie Serah später erfuhr, älter war als die gegenwärtige Bevölkerung der Schmiedelwelt selbst, errichtet in den Jahrhunderten unmittelbar nach der ursprünglichen Kolonisierung, als die ersten Tech-Priester des Kultes Mechanicus ihre Herrschaft über die neu entdeckten Erzvorkommen des Planeten etablierten und, gemäß ihrer ältesten Traditionen, sofort begannen, die notwendige Infrastruktur zu errichten, um aus der lokalen Bevölkerung jene Legionen zu formen, die den Planeten sowohl schützen als auch, in gewissem Sinne, gefangen halten würden.
Sie wurde, gemeinsam mit den anderen dreizehn Ausgewählten ihrer Kohorte, in eine Reihe von Vorbereitungskammern geführt, wo Servitoren — jene stumpfen, fast mechanischen Gestalten, deren eigenes Schicksal als eine Art stumme, unausgesprochene Warnung über dem gesamten Prozess zu schweben schien — sie zunächst von ihrer zivilen Kleidung befreiten und mit einer klinischen, emotionslosen Effizienz auf die bevorstehende Operation vorbereiteten, ihre Körper mit sterilisierenden Lösungen abwaschend, ihre Vitalwerte mit angeschlossenen Sensoren überwachend, während ein einzelner Tech-Priester, dessen Rang Serah zu diesem Zeitpunkt nicht einzuordnen wusste, von Kammer zu Kammer ging, um die letzten präoperativen Segnungen zu sprechen — Worte, die eher wie eine technische Checkliste als wie ein tatsächliches Gebet klangen, obwohl beide Kategorien, wie sie später verstehen sollte, innerhalb der Theologie des Kultes Mechanicus im Wesentlichen identisch waren.
„Das Fleisch ist schwach“, sagte der Tech-Priester, als er an ihrer eigenen Kammer vorbeikam, seine Stimme durch einen Vox-Modulator mit jenem charakteristischen metallischen Unterton versehen, den Serah bereits bei Enginseer Thex bemerkt hatte, „aber der Geist, richtig geformt, ist unbegrenzt. Was heute mit deinem Körper geschieht, ist keine Zerstörung. Es ist eine Befreiung von den Grenzen, die dein Fleisch dir seit deiner Geburt auferlegt hat.“
Sie erinnerte sich nicht mehr genau an den Moment, in dem die eigentliche Operation begann — die präoperativen Sedativa, die man ihr verabreicht hatte, hatten diese Erinnerung in einen Nebel gehüllt, der selbst Jahre später nie vollständig lichtete —, aber sie erinnerte sich, mit einer Klarheit, die sie sich wünschte, verloren zu haben, an Fragmente dessen, was folgte: das Gefühl kalter, präziser Klingen, die durch Gewebe schnitten, das keinen Schmerz mehr registrierte, weil die neuronalen Bahnen, die diesen Schmerz hätten übertragen sollen, bereits durch die ersten Phasen der Operation deaktiviert worden waren; das Geräusch von Bohrern und Sägen, die durch Knochen arbeiteten, mit einer Präzision, die eher an Uhrmacherei als an Chirurgie erinnerte; die seltsame, körperlose Empfindung, ihre eigenen Organe — Lunge, Herz, Teile ihres Verdauungssystems — durch synthetische, effizientere Äquivalente ersetzt zu sehen, während ein Teil ihres Bewusstseins, isoliert durch die Sedativa, aber nicht vollständig ausgelöscht, Zeuge dieses Prozesses wurde, ohne die Fähigkeit, dagegen zu protestieren.
Die Rite der Einverleibung, wie der gesamte Prozess offiziell genannt wurde, bestand nicht aus einer einzigen Operation, sondern aus einer Serie von siebzehn separaten chirurgischen Eingriffen, verteilt über einen Zeitraum von vierzig Standardtagen, während derer Serahs Körper — Stück für Stück, System für System — in etwas transformiert wurde, das sie kaum noch als menschlich erkannte, wenn sie in den seltenen Momenten der Klarheit zwischen den Operationen einen Blick in die polierte Metalloberfläche eines Instrumententisches erhaschte.
Ihre Augen waren unter den ersten Implantaten, die man ihr einsetzte — biometrische Ersatzaugen, die ihr eine Sehschärfe verliehen, die weit über das hinausging, was ihr ursprüngliches, biologisches Sehvermögen jemals hätte leisten können, ergänzt durch die Fähigkeit, in Spektren zu sehen, die für unmodifizierte Menschen unsichtbar blieben — Infrarot, gewisse Bänder ultravioletten Lichts, die subtilen elektromagnetischen Signaturen aktiver Maschinen. Der Preis für diese neue Sehschärfe war der vollständige Verlust dessen, was sie zuvor als Sehen verstanden hatte — nie wieder würde sie die Welt mit den unmodifizierten Augen sehen, mit denen sie geboren worden war, nie wieder die spezifische, unwiederbringliche Art und Weise erleben, wie Licht sich in den Augen eines Menschen bricht, der nichts anderes kennt als die biologische Norm.
Ihre Lunge folgte kurz danach, ersetzt durch ein System synthetischer Atmungsorgane, die es ihr ermöglichten, in Umgebungen zu überleben, die für unmodifizierte Menschen tödlich gewesen wären — vergiftete Atmosphären, extreme Kälte, sogar, für begrenzte Zeiträume, das Vakuum des Weltraums selbst. Dann ihre Beine, verstärkt mit subdermalen Muskelfasern und einer Skelettstruktur aus einer Ceramit-Verbundlegierung, die ihr eine Kraft und Ausdauer verlieh, die kein menschlicher Körper jemals hätte erreichen können, aber auch — und dies war eine Erkenntnis, die sie erst viel später vollständig verarbeitete — eine subtile, unwiederbringliche Distanz zu dem Gefühl schuf, tatsächlich zu *gehen*, in dem Sinne, wie ein Kind geht, das seine ersten unsicheren Schritte auf natürlichen, unmodifizierten Beinen unternimmt.
Nicht jeder der vierzehn Ausgewählten ihrer Kohorte überlebte diese vierzig Tage. Zwei starben während der frühen Phasen der Operation, ihre Körper unfähig, den Schock der ersten organischen Ersetzungen zu verkraften, ein Ausgang, der, wie Serah später mit einer distanzierten, fast klinischen Kälte zur Kenntnis nahm, statistisch innerhalb der erwarteten Toleranzen des Kultes lag — die Rite der Einverleibung war, gemäß den Aufzeichnungen, die sie Jahre später in den Archiven der Legion einsehen konnte, mit einer durchschnittlichen Überlebensrate von etwa fünfundachtzig Hundertteilen verbunden, eine Zahl, die je nach der spezifischen Tradition und den verfügbaren medizinischen Ressourcen einzelner Schmiedelwelten erheblich schwankte — auf den größten, wohlhabendsten Welten wie Mars selbst, wo Jahrtausende der Verfeinerung des Prozesses eine nahezu perfekte Präzision ermöglichten, lag die Rate deutlich höher, während auf ärmeren, technologisch weniger fortgeschrittenen Schmiedelwelten am äußeren Rand des Imperiums, wie es bei Kadmus Secundus in besonders angespannten Zeiten gelegentlich der Fall war, ein Fünftel oder mehr der Ausgewählten die Prozedur nicht überlebte, ein Verlust, den der Kult Mechanicus mit derselben unerschütterlichen, emotionslosen Logik hinnahm, mit der er auch die Verluste im offenen Kampf verbuchte.
Die dritte ihrer Kohorte, eine junge Frau namens Ilyet, deren Namen Serah sich nur deshalb noch bewahrte, weil ihr Tod sich unmittelbar vor ihren eigenen, teilweise sedierten Augen ereignete, starb während der Implantation ihres synthetischen Herzens, ein Versagen, das die anwesenden Tech-Priester mit einer Reihe knapper, binärer Meldungen quittierten, bevor sie, ohne weitere sichtbare Reaktion, mit den Operationen an den übrigen Kandidaten fortfuhren, Ilyets Leichnam von Servitoren aus der Kammer entfernt, um Platz für die nächste Phase der Prozedur zu schaffen. Es war dieser Moment — mehr als die eigenen Schmerzen, mehr als der Verlust ihres ursprünglichen Sehvermögens oder die Ersetzung ihrer Lunge —, den Serah in den folgenden Jahren als den eigentlichen Beginn ihres Verständnisses dessen betrachtete, was der Kult Mechanicus tatsächlich von seinen Dienern verlangte: nicht lediglich körperliche Transformation, sondern die Bereitschaft, Verlust, selbst den unmittelbaren, gewaltsamen Tod einer Kameradin, als bloße statistische Variable zu akzeptieren, unterzuordnen der größeren, unpersönlichen Notwendigkeit, die Legion aufzufüllen, die Produktion aufrechtzuerhalten, dem Omnissiah in der einzigen Sprache zu dienen, die er, gemäß der Theologie des Kultes, tatsächlich zu goutieren schien — der Sprache reiner, unsentimentaler Effizienz.
Der letzte und, wie sich zeigen sollte, bedeutsamste Eingriff betraf ihren Schädel, ihr Gehirn selbst — die Implantation des Cortex-Controllers, jenes kleinen, aber immens komplexen Geräts, das an der Basis ihres Schädels befestigt wurde, verbunden mit einem Netzwerk feiner Neurofilamente, die sich durch ihr gesamtes zentrales Nervensystem verzweigten, wie die Wurzeln eines Baumes, der sich durch fremden Boden gräbt. Der Cortex-Controller, so erklärte man ihr später, während der langen, schmerzhaften Rehabilitationsphase, die den Operationen folgte, war das Instrument, durch das die Doctrina Imperative — jene direkten, neuralen Kampfprogrammierungen, die einen Skitarius im Gefecht in einen fast übermenschlichen Zustand tödlicher Effizienz versetzen konnten — in ihr Bewusstsein eingespeist werden würden, wenn die Zeit kam.
Sie erinnerte sich an das Erwachen nach dieser letzten Operation mit einer Klarheit, die alle vorangegangenen Erinnerungen in den Schatten stellte — nicht weil der physische Schmerz größer gewesen wäre, sondern weil sie, in jenem Moment des Erwachens, zum ersten Mal die volle Wucht dessen begriff, was mit ihr geschehen war. Sie lag auf einem harten, kalten Operationstisch, ihr Körper in weiten Teilen von Verbänden und stützenden Rahmen umgeben, die die frisch implantierten synthetischen Strukturen an Ort und Stelle hielten, während ihre neuen Augen — jene präzisen, unbarmherzig klaren biometrischen Linsen — die sterile, metallene Decke der Rite-Kammer mit einer Detailgenauigkeit registrierten, die ihr ursprüngliches Sehvermögen niemals hätte erfassen können.
Sie hob eine Hand — eine Hand, deren Finger jetzt von feinen, fast unsichtbaren Servomechanismen verstärkt waren, die ihre Griffkraft, ihre Feinmotorik über jedes menschliche Maß hinaus steigerten — und betrachtete sie, mit einer Distanziertheit, die sie erschreckte, weil sie erkannte, dass diese Distanziertheit selbst bereits ein Symptom dessen war, was mit ihr geschah — nicht nur eine physische Transformation, sondern eine langsame, unaufhaltsame Verschiebung der Grenze, die einst zwischen ihrem Selbst und der Welt bestanden hatte, eine Verschiebung, die sie zunehmend als Beobachterin ihres eigenen Körpers positionierte, statt als seine ungeteilte, unmittelbare Bewohnerin.
„Wie fühlst du dich?“, fragte eine Stimme, und Serah wandte den Kopf — eine Bewegung, die sich seltsam leicht anfühlte, fast zu leicht, als hätte ihr Nacken einen Bruchteil des Widerstands verloren, den sie ihr ganzes Leben lang als selbstverständlich empfunden hatte —, um Enginseer Thex zu sehen, der sich über sie beugte, sein eigenes Gesicht zur Hälfte durch augmetische Implantate ersetzt, die ihm eine Ausdruckslosigkeit verliehen, die Serah in diesem Moment fast beneidete.
„Ich weiß es nicht“, sagte sie, und stellte fest, dass selbst ihre eigene Stimme sich verändert hatte, tiefer und resonanter durch die Modifikationen an ihrem Kehlkopf, die man während einer der früheren Operationen vorgenommen hatte. „Ich fühle — weniger, als ich erwartet hatte. Und mehr, gleichzeitig. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.“
„Das ist eine ehrlichere Antwort, als die meisten Novizen zu geben in der Lage sind“, sagte Thex, und für einen Moment glaubte Serah, in seiner modifizierten Stimme einen Anflug von etwas zu erkennen, das fast wie Mitgefühl klang, obwohl sie sich nie ganz sicher sein würde, ob dies eine tatsächliche Emotion war oder lediglich ein Echo der Emotion, die sie selbst in diesem Moment am dringendsten benötigte, zu hören. „Die meisten sagen entweder, dass sie sich befreit fühlen, weil sie glauben, dass dies die Antwort ist, die wir hören wollen, oder sie sagen gar nichts, weil sie bereits zu weit in die Verwirrung des Übergangs eingetaucht sind, um überhaupt eine kohärente Antwort zu formulieren. ‚Weniger und mehr, gleichzeitig' — das ist, glaube ich, die genaueste Beschreibung dessen, was tatsächlich mit dir geschieht, die ich in meinen dreihundert Jahren des Dienstes je gehört habe.“
„Werde ich mich erinnern?“, fragte Serah, die Frage, die sie sich seit dem Moment ihrer Aushebung am meisten gestellt hatte, endlich in Worte fassend. „An mein Leben davor. An die Menschen, die ich gekannt habe.“
„Du wirst dich erinnern“, sagte Thex, „aber die Erinnerungen werden sich verändern, so wie du dich veränderst. Was einst mit dem vollen Gewicht menschlicher Emotion verbunden war, wird zunehmend zu einem Datensatz werden, den du abrufen kannst, aber nicht mehr auf dieselbe Weise fühlst. Das ist nicht Grausamkeit, Serah Voktan — das ist schlicht die Natur dessen, was du jetzt bist. Ein Skitarius, der noch vollständig menschlich fühlt, wäre im Kampf ebenso nutzlos wie ein unmodifizierter Mensch. Die Distanz, die du bereits jetzt zu spüren beginnst, ist keine Bestrafung. Sie ist die Bedingung deines Überlebens.“
Sie schwieg, während sie diese Worte verarbeitete, und spürte, mit einer wachsenden, kalten Gewissheit, dass Thex die Wahrheit sprach — nicht weil sie ihm blind vertraute, sondern weil sie bereits, in diesem allerersten Moment nach ihrer vollständigen Transformation, spüren konnte, wie sich etwas in ihrem eigenen Bewusstsein verschoben hatte, eine Distanz, die sich zwischen sie und die Erinnerung an Corins Gesicht schob, eine Distanz, die, wie sie in den folgenden Jahren erkennen sollte, niemals wieder vollständig verschwinden würde, ganz gleich, wie sehr sie sich bemühte, sie zu überbrücken.
IV. DIE WAFFENBINDUNGIV. DIE WAFFENBINDUNG
Die Rehabilitationsphase, die der letzten Operation folgte, dauerte weitere sechzig Standardtage, während derer Serah — deren Akten-Designation inzwischen von den einfachen Zivilregistern der Proletor-Kaste zu einer neuen, alphanumerischen Kennung gewechselt hatte, die sie fortan in den offiziellen Aufzeichnungen des Kultes identifizieren würde — lernte, in ihrem neuen Körper zu funktionieren, während sie gleichzeitig, in einer Reihe strukturierter Unterweisungen, in die grundlegende Theologie, Hierarchie und Kampfdoktrin der Skitarii eingeführt wurde.
Ihre offizielle Designation lautete, wie sie mit einer distanzierten, fast akademischen Neugier zur Kenntnis nahm, *Skitarii-Ranger, Kohorte Sieben, Einheit Vier-Zwei-Neun* — eine Bezeichnung, die, im Gegensatz zu ihrem ursprünglichen Namen, keinerlei Spur individueller Geschichte oder Bedeutung trug, sondern lediglich ihre Funktion und Position innerhalb der größeren Struktur der Legion beschrieb. Man hatte ihr versichert, dass sie den Namen Serah Voktan weiterhin verwenden dürfe, in informellen Kontexten, unter ihren Kohortenkameraden — eine kleine, fast beiläufige Gnade, die dennoch, wie sie bald erkannte, eine tiefere Wahrheit über die Natur ihrer neuen Existenz enthüllte: dass ihr alter Name nicht verboten, sondern lediglich irrelevant geworden war, für alle praktischen und administrativen Zwecke ersetzt durch eine Kennung, die effizienter zu verarbeiten war, sowohl von den Kognitoren der Legion als auch, zunehmend, von ihrem eigenen, sich wandelnden Bewusstsein.
Die Hierarchie, in die sie eingeführt wurde, war komplexer, als sie es sich als Mitglied der Proletor-Kaste je hätte vorstellen können, eine vielschichtige Struktur, die sich von den einfachen Servitoren — jenen fast vollständig entpersönlichten Arbeitseinheiten am untersten Ende der Kette — über die Skitarii selbst, in ihren verschiedenen Spezialisierungen, bis hinauf zu den vollständig initiierten Tech-Priestern erstreckte, deren höchste Ränge, die Magi Dominus und letztlich der Fabricator-General der Schmiedelwelt selbst, für einen einfachen Ranger wie sie so fern und abstrakt waren wie die Sterne selbst.
Innerhalb der Skitarii-Kaste selbst gab es weitere Unterscheidungen, die Serah in den folgenden Wochen zu verstehen lernte — die Rangers, zu deren Reihen sie nun gehörte, spezialisiert auf präzisen, koordinierten Fernkampf und für ihre Fähigkeit bekannt, feindliche Stellungen aus großer Distanz zu neutralisieren, bevor der eigentliche Kampf überhaupt begann; die Vanguard, deren aggressivere, näher am Feind operierende Kampfdoktrin sie zu den Ersten machte, die in befestigte Stellungen eindrangen; die Sicarianischen Spezialeinheiten — Infiltratoren und Ruststalker —, deren Modifikationen so extrem waren, dass sie kaum noch menschliche Silhouetten trugen, deren Aufgabe es war, hinter feindlichen Linien zuzuschlagen, mit einer tödlichen, lautlosen Präzision, die selbst unter den Skitarii selbst mit einer Mischung aus Ehrfurcht und einem unausgesprochenen Unbehagen betrachtet wurde; und schließlich die Skitarii-Marschälle, jene Kommandeure, deren eigene Modifikationen sie fast bis zur Schwelle der vollständigen Initiierung als Tech-Priester geführt hatten, deren Befehlsgewalt über ganze Kohorten sich aus einer Kombination von militärischem Rang und religiöser Autorität speiste.
Ihre eigene Kohorte, die Siebte, wurde von Skitarii-Marschall Ilyx Corvane kommandiert, einer Gestalt, deren Präsenz Serah bei ihrer ersten Begegnung mit einer Ehrfurcht erfüllte, die sie später als typisch für die Reaktion junger Ranger auf ihre ranghöheren Vorgesetzten erkennen sollte — Corvane war fast vollständig augmentiert, ihr biologisches Gesicht durch eine glatte, ausdruckslose Maske aus poliertem Metall ersetzt, durch die lediglich zwei rot glühende optische Sensoren blickten, ihre Stimme, wenn sie sprach, ein tiefes, resonantes Grollen, das durch mehrere Vox-Modulatoren gefiltert wurde, bevor es die Luft erreichte.
„Ihr seid nicht mehr, was ihr wart“, sagte Corvane, während sie die versammelte neue Kohorte — vierzehn frisch initiierte Ranger, einschließlich Serah und Dessin — in der zentralen Trainingshalle der Legion inspizierte, ihre Stimme von einer Autorität getragen, die keinen Widerspruch zuließ. „Das ist weder Grund zur Trauer noch Grund zum Stolz. Es ist schlicht eine Tatsache, mit der ihr euch arrangieren müsst, so wie ihr euch mit jeder anderen taktischen Realität arrangiert, die euch das Schlachtfeld präsentiert. Der Omnissiah verlangt von euch nicht, dass ihr eure Vergangenheit verleugnet. Er verlangt, dass ihr eure Zukunft mit derselben Präzision und demselben Gehorsam annehmt, mit der die Maschine ihre Funktion erfüllt, für die sie geschaffen wurde.“
Es war während dieser ersten Wochen ihrer Ausbildung, dass Serah zum ersten Mal an der Zeremonie teilnahm, die unter den Skitarii schlicht als die Waffenbindung bekannt war — jenes Ritual, durch das ein neu initiierter Ranger seine erste Waffe erhielt, nicht lediglich als Ausrüstungsgegenstand, sondern als etwas, das, gemäß der Theologie des Kultes, einen eigenen, wenn auch rudimentären Maschinengeist besaß, mit dem der Träger eine spirituelle Verbindung eingehen musste, um die Waffe wahrhaft zu meistern.
Die Waffe, die man ihr zuteilte — ein Radiumkarabiner, jene charakteristische Waffe der Skitarii-Ranger, die radioaktiv geladene Munition verschoss, deren Wirkung mit jedem Treffer kumulativ verheerender wurde, während sie sich in das Gewebe des Opfers einbrannte — wurde ihr von Enginseer Thex selbst überreicht, in einer Zeremonie, die von binärem Kantus begleitet wurde, gesungen von einem Dutzend Tech-Priestern, deren Stimmen sich zu einem Klang vereinten, der weder ganz Musik noch ganz mechanisches Rauschen war, sondern etwas dazwischen, das Serah, trotz ihrer wachsenden Distanziertheit gegenüber den meisten emotionalen Reaktionen, mit einem unerwarteten Schauder erfüllte.
„Diese Waffe hat bereits zwei Skitarii vor dir gedient“, erklärte Thex, während er ihr den Karabiner überreichte, dessen Metalloberfläche mit unzähligen kleinen Gravuren bedeckt war, binäre Segnungen und die Namen — oder vielmehr die Designationen — ihrer vorherigen Träger. „Der erste fiel im Kampf gegen eine Ork-Invasion vor sechzig Jahren, auf dieser selben Welt. Der zweite diente vierzig Jahre, bevor sein Körper zu beschädigt wurde, um weiterzudienen, und er wurde in den Ruhestand der Legion versetzt, wo er, wie ich glaube, noch heute lebt, als Wächter der äußeren Archive. Die Waffe selbst kennt keinen Unterschied zwischen euch dreien. Sie kennt nur die Präzision und die Hingabe, mit der ihr sie führt. Lerne, mit ihrem Maschinengeist zu kommunizieren, Skitarii-Ranger Vier-Zwei-Neun, und sie wird dir dienen, so wie sie jenen gedient hat, die vor dir kamen.“
Serah nahm die Waffe entgegen, spürte ihr Gewicht in Händen, deren Griffkraft inzwischen weit über das hinausging, was ihr ursprünglicher, unmodifizierter Körper jemals hätte aufbringen können, und empfand, in diesem Moment, eine seltsame, unerwartete Regung — nicht die spirituelle Ehrfurcht, die die Zeremonie offensichtlich hervorrufen sollte, sondern etwas Bescheideneres und, auf eine Weise, die sie erst später vollständig verstehen sollte, Menschlicheres: die Erkenntnis, dass diese Waffe, dieses Werkzeug des Todes, das einzige Objekt in ihrem neuen Leben war, das ihr tatsächlich gehörte, das ihre eigene, individuelle Geschichte tragen würde, ganz gleich, wie sehr der Rest ihrer Existenz inzwischen der größeren, unpersönlichen Maschinerie der Legion untergeordnet war.
In den folgenden Wochen lernte sie, wie man mit dem Radiumkarabiner nicht nur schoss, sondern mit ihm — auf eine Weise, die sich zunehmend weniger metaphorisch anfühlte, je mehr Zeit sie mit der Waffe verbrachte — kommunizierte, durch die binären Rituale, die man ihr beibrachte, kleine Pflegeriten und Segnungen, die sie vor jedem Training und jeder simulierten Kampfübung durchführte, bis die Handlungen so tief in ihre neue, augmentierte Muskelerinnerung eingebrannt waren, dass sie sie ohne bewusstes Nachdenken ausführte, mit derselben automatischen Präzision, mit der ihre neuen synthetischen Lungen atmeten oder ihr modifiziertes Herz schlug.
Dessin, der in derselben Kohorte diente, entwickelte in dieser Zeit eine ähnliche Beziehung zu seiner eigenen zugeteilten Waffe — einem Transuranischen Arkebus, jener schweren, seltenen Waffe, deren Strahlungsgeschosse selbst durch die dickste Panzerung dringen konnten, deren Bedienung jedoch, wie Serah bald bemerkte, einen körperlichen Tribut forderte, der sich in einer zunehmenden, subtilen Verschlechterung von Dessins eigener Gesundheit manifestierte, ein Preis, den die Legion, wie ihr klar wurde, als akzeptablen Bestandteil der Kalkulation betrachtete, die dem gesamten System zugrunde lag — jedes Werkzeug, jede Waffe, jede Modifikation hatte ihren Preis, und der Kult Mechanicus zeigte selten irgendeine Bereitschaft, diesen Preis zu verhandeln oder zu mildern, wenn die taktische Effizienz der Waffe den Verlust rechtfertigte.
„Glaubst du wirklich, dass sie einen Geist hat?“, fragte Dessin sie eines Abends, während sie beide, gemeinsam mit dem Rest ihrer Kohorte, in der kargen, funktionalen Baracke saßen, die ihnen als Unterkunft zugewiesen worden war, ihre jeweiligen Waffen auf dem Schoß, während sie die vorgeschriebenen Reinigungsrituale durchführten. „Die Waffe, meine ich. Einen echten Geist, nicht nur — ich weiß nicht, eine Metapher, die uns die Priester erzählen, damit wir sorgfältiger mit unserer Ausrüstung umgehen.“
Serah dachte lange über diese Frage nach, während ihre Finger, mit einer Geschicklichkeit, die sie noch immer gelegentlich überraschte, die winzigen mechanischen Komponenten ihres Radiumkarabiners auseinandernahmen und wieder zusammensetzten. „Ich weiß es nicht“, sagte sie schließlich. „Aber ich weiß, dass ich mich, wenn ich sie halte, weniger allein fühle, als ich es sonst tun würde. Vielleicht ist das der einzige Beweis, den irgendeiner von uns jemals erhalten wird.“
Die Rehabilitationsphase, die der letzten Operation folgte, dauerte weitere sechzig Standardtage, während derer Serah — deren Akten-Designation inzwischen von den einfachen Zivilregistern der Proletor-Kaste zu einer neuen, alphanumerischen Kennung gewechselt hatte, die sie fortan in den offiziellen Aufzeichnungen des Kultes identifizieren würde — lernte, in ihrem neuen Körper zu funktionieren, während sie gleichzeitig, in einer Reihe strukturierter Unterweisungen, in die grundlegende Theologie, Hierarchie und Kampfdoktrin der Skitarii eingeführt wurde.
Ihre offizielle Designation lautete, wie sie mit einer distanzierten, fast akademischen Neugier zur Kenntnis nahm, *Skitarii-Ranger, Kohorte Sieben, Einheit Vier-Zwei-Neun* — eine Bezeichnung, die, im Gegensatz zu ihrem ursprünglichen Namen, keinerlei Spur individueller Geschichte oder Bedeutung trug, sondern lediglich ihre Funktion und Position innerhalb der größeren Struktur der Legion beschrieb. Man hatte ihr versichert, dass sie den Namen Serah Voktan weiterhin verwenden dürfe, in informellen Kontexten, unter ihren Kohortenkameraden — eine kleine, fast beiläufige Gnade, die dennoch, wie sie bald erkannte, eine tiefere Wahrheit über die Natur ihrer neuen Existenz enthüllte: dass ihr alter Name nicht verboten, sondern lediglich irrelevant geworden war, für alle praktischen und administrativen Zwecke ersetzt durch eine Kennung, die effizienter zu verarbeiten war, sowohl von den Kognitoren der Legion als auch, zunehmend, von ihrem eigenen, sich wandelnden Bewusstsein.
Die Hierarchie, in die sie eingeführt wurde, war komplexer, als sie es sich als Mitglied der Proletor-Kaste je hätte vorstellen können, eine vielschichtige Struktur, die sich von den einfachen Servitoren — jenen fast vollständig entpersönlichten Arbeitseinheiten am untersten Ende der Kette — über die Skitarii selbst, in ihren verschiedenen Spezialisierungen, bis hinauf zu den vollständig initiierten Tech-Priestern erstreckte, deren höchste Ränge, die Magi Dominus und letztlich der Fabricator-General der Schmiedelwelt selbst, für einen einfachen Ranger wie sie so fern und abstrakt waren wie die Sterne selbst.
Innerhalb der Skitarii-Kaste selbst gab es weitere Unterscheidungen, die Serah in den folgenden Wochen zu verstehen lernte — die Rangers, zu deren Reihen sie nun gehörte, spezialisiert auf präzisen, koordinierten Fernkampf und für ihre Fähigkeit bekannt, feindliche Stellungen aus großer Distanz zu neutralisieren, bevor der eigentliche Kampf überhaupt begann; die Vanguard, deren aggressivere, näher am Feind operierende Kampfdoktrin sie zu den Ersten machte, die in befestigte Stellungen eindrangen; die Sicarianischen Spezialeinheiten — Infiltratoren und Ruststalker —, deren Modifikationen so extrem waren, dass sie kaum noch menschliche Silhouetten trugen, deren Aufgabe es war, hinter feindlichen Linien zuzuschlagen, mit einer tödlichen, lautlosen Präzision, die selbst unter den Skitarii selbst mit einer Mischung aus Ehrfurcht und einem unausgesprochenen Unbehagen betrachtet wurde; und schließlich die Skitarii-Marschälle, jene Kommandeure, deren eigene Modifikationen sie fast bis zur Schwelle der vollständigen Initiierung als Tech-Priester geführt hatten, deren Befehlsgewalt über ganze Kohorten sich aus einer Kombination von militärischem Rang und religiöser Autorität speiste.
Ihre eigene Kohorte, die Siebte, wurde von Skitarii-Marschall Ilyx Corvane kommandiert, einer Gestalt, deren Präsenz Serah bei ihrer ersten Begegnung mit einer Ehrfurcht erfüllte, die sie später als typisch für die Reaktion junger Ranger auf ihre ranghöheren Vorgesetzten erkennen sollte — Corvane war fast vollständig augmentiert, ihr biologisches Gesicht durch eine glatte, ausdruckslose Maske aus poliertem Metall ersetzt, durch die lediglich zwei rot glühende optische Sensoren blickten, ihre Stimme, wenn sie sprach, ein tiefes, resonantes Grollen, das durch mehrere Vox-Modulatoren gefiltert wurde, bevor es die Luft erreichte.
„Ihr seid nicht mehr, was ihr wart“, sagte Corvane, während sie die versammelte neue Kohorte — vierzehn frisch initiierte Ranger, einschließlich Serah und Dessin — in der zentralen Trainingshalle der Legion inspizierte, ihre Stimme von einer Autorität getragen, die keinen Widerspruch zuließ. „Das ist weder Grund zur Trauer noch Grund zum Stolz. Es ist schlicht eine Tatsache, mit der ihr euch arrangieren müsst, so wie ihr euch mit jeder anderen taktischen Realität arrangiert, die euch das Schlachtfeld präsentiert. Der Omnissiah verlangt von euch nicht, dass ihr eure Vergangenheit verleugnet. Er verlangt, dass ihr eure Zukunft mit derselben Präzision und demselben Gehorsam annehmt, mit der die Maschine ihre Funktion erfüllt, für die sie geschaffen wurde.“
Es war während dieser ersten Wochen ihrer Ausbildung, dass Serah zum ersten Mal an der Zeremonie teilnahm, die unter den Skitarii schlicht als die Waffenbindung bekannt war — jenes Ritual, durch das ein neu initiierter Ranger seine erste Waffe erhielt, nicht lediglich als Ausrüstungsgegenstand, sondern als etwas, das, gemäß der Theologie des Kultes, einen eigenen, wenn auch rudimentären Maschinengeist besaß, mit dem der Träger eine spirituelle Verbindung eingehen musste, um die Waffe wahrhaft zu meistern.
Die Waffe, die man ihr zuteilte — ein Radiumkarabiner, jene charakteristische Waffe der Skitarii-Ranger, die radioaktiv geladene Munition verschoss, deren Wirkung mit jedem Treffer kumulativ verheerender wurde, während sie sich in das Gewebe des Opfers einbrannte — wurde ihr von Enginseer Thex selbst überreicht, in einer Zeremonie, die von binärem Kantus begleitet wurde, gesungen von einem Dutzend Tech-Priestern, deren Stimmen sich zu einem Klang vereinten, der weder ganz Musik noch ganz mechanisches Rauschen war, sondern etwas dazwischen, das Serah, trotz ihrer wachsenden Distanziertheit gegenüber den meisten emotionalen Reaktionen, mit einem unerwarteten Schauder erfüllte.
„Diese Waffe hat bereits zwei Skitarii vor dir gedient“, erklärte Thex, während er ihr den Karabiner überreichte, dessen Metalloberfläche mit unzähligen kleinen Gravuren bedeckt war, binäre Segnungen und die Namen — oder vielmehr die Designationen — ihrer vorherigen Träger. „Der erste fiel im Kampf gegen eine Ork-Invasion vor sechzig Jahren, auf dieser selben Welt. Der zweite diente vierzig Jahre, bevor sein Körper zu beschädigt wurde, um weiterzudienen, und er wurde in den Ruhestand der Legion versetzt, wo er, wie ich glaube, noch heute lebt, als Wächter der äußeren Archive. Die Waffe selbst kennt keinen Unterschied zwischen euch dreien. Sie kennt nur die Präzision und die Hingabe, mit der ihr sie führt. Lerne, mit ihrem Maschinengeist zu kommunizieren, Skitarii-Ranger Vier-Zwei-Neun, und sie wird dir dienen, so wie sie jenen gedient hat, die vor dir kamen.“
Serah nahm die Waffe entgegen, spürte ihr Gewicht in Händen, deren Griffkraft inzwischen weit über das hinausging, was ihr ursprünglicher, unmodifizierter Körper jemals hätte aufbringen können, und empfand, in diesem Moment, eine seltsame, unerwartete Regung — nicht die spirituelle Ehrfurcht, die die Zeremonie offensichtlich hervorrufen sollte, sondern etwas Bescheideneres und, auf eine Weise, die sie erst später vollständig verstehen sollte, Menschlicheres: die Erkenntnis, dass diese Waffe, dieses Werkzeug des Todes, das einzige Objekt in ihrem neuen Leben war, das ihr tatsächlich gehörte, das ihre eigene, individuelle Geschichte tragen würde, ganz gleich, wie sehr der Rest ihrer Existenz inzwischen der größeren, unpersönlichen Maschinerie der Legion untergeordnet war.
In den folgenden Wochen lernte sie, wie man mit dem Radiumkarabiner nicht nur schoss, sondern mit ihm — auf eine Weise, die sich zunehmend weniger metaphorisch anfühlte, je mehr Zeit sie mit der Waffe verbrachte — kommunizierte, durch die binären Rituale, die man ihr beibrachte, kleine Pflegeriten und Segnungen, die sie vor jedem Training und jeder simulierten Kampfübung durchführte, bis die Handlungen so tief in ihre neue, augmentierte Muskelerinnerung eingebrannt waren, dass sie sie ohne bewusstes Nachdenken ausführte, mit derselben automatischen Präzision, mit der ihre neuen synthetischen Lungen atmeten oder ihr modifiziertes Herz schlug.
Dessin, der in derselben Kohorte diente, entwickelte in dieser Zeit eine ähnliche Beziehung zu seiner eigenen zugeteilten Waffe — einem Transuranischen Arkebus, jener schweren, seltenen Waffe, deren Strahlungsgeschosse selbst durch die dickste Panzerung dringen konnten, deren Bedienung jedoch, wie Serah bald bemerkte, einen körperlichen Tribut forderte, der sich in einer zunehmenden, subtilen Verschlechterung von Dessins eigener Gesundheit manifestierte, ein Preis, den die Legion, wie ihr klar wurde, als akzeptablen Bestandteil der Kalkulation betrachtete, die dem gesamten System zugrunde lag — jedes Werkzeug, jede Waffe, jede Modifikation hatte ihren Preis, und der Kult Mechanicus zeigte selten irgendeine Bereitschaft, diesen Preis zu verhandeln oder zu mildern, wenn die taktische Effizienz der Waffe den Verlust rechtfertigte.
„Glaubst du wirklich, dass sie einen Geist hat?“, fragte Dessin sie eines Abends, während sie beide, gemeinsam mit dem Rest ihrer Kohorte, in der kargen, funktionalen Baracke saßen, die ihnen als Unterkunft zugewiesen worden war, ihre jeweiligen Waffen auf dem Schoß, während sie die vorgeschriebenen Reinigungsrituale durchführten. „Die Waffe, meine ich. Einen echten Geist, nicht nur — ich weiß nicht, eine Metapher, die uns die Priester erzählen, damit wir sorgfältiger mit unserer Ausrüstung umgehen.“
Serah dachte lange über diese Frage nach, während ihre Finger, mit einer Geschicklichkeit, die sie noch immer gelegentlich überraschte, die winzigen mechanischen Komponenten ihres Radiumkarabiners auseinandernahmen und wieder zusammensetzten. „Ich weiß es nicht“, sagte sie schließlich. „Aber ich weiß, dass ich mich, wenn ich sie halte, weniger allein fühle, als ich es sonst tun würde. Vielleicht ist das der einzige Beweis, den irgendeiner von uns jemals erhalten wird.“
V. DAS LEBEN DER LEGIONV. DAS LEBEN DER LEGION
Das tägliche Leben eines Skitarii-Rangers, wie Serah es in den folgenden Standardjahren kennenlernte, folgte einem Rhythmus, der sich fundamental von dem unterschied, was sie als Mitglied der Proletor-Kaste gekannt hatte — nicht schlichtweg strenger oder disziplinierter, sondern grundlegend anders in seiner gesamten zeitlichen und existenziellen Struktur, geprägt von einer Wiederholung, die weniger monoton als vielmehr liturgisch war, jeder Tag eine Variation derselben Grundmuster von Gebet, Wartung, Training und, in unregelmäßigen, aber unvermeidlichen Abständen, Kampf.
Die Skitarii der Siebten Kohorte lebten in einem Kasernenkomplex, der tief in die Fertigungsanlagen der Schmiedelwelt integriert war, eine Anordnung kahler, funktionaler Räume, deren einzige Verzierung aus den binären Segnungen bestand, die in die Metallwände graviert waren, sowie aus kleinen, persönlichen Schreinen, die manche Ranger — jene, die noch genug von ihrem ursprünglichen, menschlichen Bedürfnis nach individuellem Ausdruck bewahrt hatten — an ihren jeweiligen Schlafnischen errichteten, kleine Sammlungen von Objekten, die eine Verbindung zu ihrem Leben vor der Einverleibung darstellten: ein Stück Stoff, ein kleines mechanisches Spielzeug, ein Fragment eines Briefes.
Serah selbst bewahrte, in den ersten Jahren ihres neuen Lebens, ein einzelnes Objekt auf, das sie aus ihrem alten Leben mitgenommen hatte — einen kleinen, von Hand geschnitzten Holzvogel, den Corin ihr in den letzten Monaten ihrer heimlichen Beziehung geschenkt hatte, ein Objekt, das, wie sie sich mit einer zunehmenden, unbehaglichen Klarheit eingestand, mit jedem vergehenden Jahr weniger eine Quelle des Trostes und mehr eine Art Rätsel für sie wurde — ein Artefakt aus einem Leben, dessen emotionale Bedeutung sie sich intellektuell noch erinnern, aber zunehmend nicht mehr in ihrem eigenen, sich wandelnden Bewusstsein tatsächlich nachempfinden konnte.
Der Tag begann, für jeden Ranger der Kohorte, mit dem Morgengebet — einer binären Litanei, die gemeinsam mit der gesamten Kohorte rezitiert wurde, eine rhythmische Abfolge von Klicklauten, Tonsignalen und, für jene Ranger, deren Kehlkopf noch genug biologische Struktur bewahrt hatte, um menschenähnliche Laute zu produzieren, gesprochenen Fragmenten Hoch-Gothischer Verse, die die grundlegenden Tenets des Kultes Mechanicus bekräftigten — die Suche nach dem Wissen als heiligste aller Aufgaben, die Überzeugung, dass jede Maschine einen Funken des Maschinengottes in sich trug, die Anerkennung, dass das Fleisch, in seiner ursprünglichen, unmodifizierten Form, unweigerlich schwach und dem Verfall unterworfen war, während der richtig geformte, richtig augmentierte Geist die Möglichkeit der Annäherung an etwas Größeres, Dauerhafteres barg.
Die körperlichen Bedürfnisse eines Skitarius, wie Serah in den ersten Monaten ihres neuen Lebens lernte, unterschieden sich fundamental von jenen, die sie als Mitglied der Proletor-Kaste gekannt hatte — ihr modifiziertes Verdauungssystem verlangte keine der drei täglichen Mahlzeiten mehr, an die sie sich aus ihrem früheren Leben erinnerte, sondern lediglich eine tägliche Zufuhr einer dichten, nährstoffreichen Paste, die über einen subdermalen Anschluss direkt in ihr modifiziertes Verdauungssystem eingespeist wurde, ein Vorgang, der kaum länger als zehn Minuten dauerte und der, wie Serah mit einer gewissen Wehmut bemerkte, jene einfache, aber bedeutsame soziale Funktion vollständig eliminierte, die gemeinsame Mahlzeiten einst in ihrem Leben als Mitglied der Proletor-Kaste erfüllt hatten. Ihr Schlafbedürfnis war, dank des Kataleptischen Knotens, der viele der ranghöheren Modifikationen begleitete, ähnlich reduziert — wo ein unmodifizierter Mensch acht Stunden ununterbrochenen Schlafs benötigte, genügten Serah inzwischen kaum mehr als zwei, verteilt über kurze, tiefe Ruhephasen, die ihr Bewusstsein mit einer Effizienz regenerierten, die ihr ursprünglicher, biologischer Schlaf niemals hätte erreichen können, ein Umstand, den sie in den ersten Jahren als weiteren, kleinen Verlust empfand, bevor sie, mit wachsender Ambivalenz, begann, die zusätzlichen wachen Stunden zu schätzen, die ihr dieser Umstand für Wartung, Training und, in den seltenen, aber kostbaren Momenten, die ihr verblieben, für die stille Kameradschaft mit Kollegen wie Dessin gewährte.
Nach dem Morgengebet folgte die Wartungsperiode — eine Zeit, die je nach individuellem Grad der Augmentation zwischen einer und drei Stunden dauern konnte, während derer jeder Ranger seine eigene Ausrüstung, seine eigenen mechanischen Implantate mit einer Sorgfalt pflegte, die weit über bloße praktische Notwendigkeit hinausging und selbst zu einer Form des Gebets wurde — das Ölen von Gelenken, die Überprüfung von Servomotoren, die Reinigung und Segnung der Waffen, jeder Handgriff begleitet von den entsprechenden binären Ritualen, die man ihnen während ihrer Ausbildung beigebracht hatte.
Was Serah in diesen ersten Jahren am meisten überraschte, war nicht die Fremdheit dieses neuen Lebens, sondern im Gegenteil die Geschwindigkeit, mit der es begann, sich normal anzufühlen — eine Anpassungsfähigkeit, die sie zunächst als Beweis ihrer eigenen Stärke interpretierte, die sie jedoch, mit wachsendem Unbehagen, zunehmend als etwas Beunruhigenderes zu erkennen begann: nicht Stärke, sondern die schlichte, unaufhaltsame Wirkung der Modifikationen selbst, die ihr Gehirn, ihr gesamtes Nervensystem, auf eine Weise umformten, die ihre Fähigkeit zur emotionalen Reaktion nicht auslöschte, aber systematisch dämpfte, bis selbst jene Erfahrungen, die einst überwältigende Trauer oder Freude ausgelöst hätten, zunehmend als gedämpfte, distanzierte Echos jener ursprünglichen Emotionen registriert wurden.
Und doch — dies war die Erkenntnis, die Serah in den folgenden Jahren am meisten beschäftigte, die zentrale Frage, um die ihre gesamte innere Existenz als Skitarius zu kreisen begann — die Dämpfung war niemals vollständig. Es gab Momente, unvorhersehbar und selten, in denen etwas durch die zunehmend dicke Schicht mechanischer Distanziertheit brach — der Klang eines bestimmten mechanischen Geräuschs, das sie an Corins Werkstatt erinnerte; der Anblick eines jungen Kindes in den Proletor-Vierteln, während ihre Kohorte durch die zivilen Sektoren der Schmiedelwelt marschierte, das eine Art hilflose, unerwartete Zärtlichkeit in ihr auslöste, die sie ebenso überraschte wie beunruhigte; die seltenen, aber bedeutsamen Gespräche mit Dessin, in denen beide, in den privaten Momenten zwischen offiziellen Pflichten, versuchten, in Worte zu fassen, was von ihrem ursprünglichen Selbst noch übrig war, und was bereits, unwiederbringlich, verloren gegangen war.
Diese Momente, so kam Serah zu verstehen, waren nicht Schwäche, wie manche der ranghöheren, vollständiger augmentierten Skitarii-Marschälle es vielleicht interpretiert hätten, sondern das Einzige, was sie noch mit dem Menschen verband, der sie einst gewesen war, ein dünner, aber hartnäckiger Faden, der, wie sie zunehmend erkannte, umso wichtiger wurde, je mehr die physischen und neurologischen Modifikationen ihres Körpers fortschritten.
Die Legion selbst — die gesamte Skitarii-Streitmacht von Kadmus Secundus, verteilt über mehrere Kohorten und spezialisierte Einheiten — unterhielt eine Hierarchie sozialer Beziehungen, die sich, wie Serah bald erkannte, an der jeweiligen Menge verbleibender biologischer Substanz orientierte, eine ungeschriebene, aber allgegenwärtige Rangordnung, in der die weniger modifizierten Ranger — jene, deren Körper noch am ehesten menschlich blieben — untereinander eine Art vorsichtige, gedämpfte Kameradschaft pflegten, während die höher augmentierten Skitarii-Marschälle und, in noch größerem Maße, die vollständig initiierten Tech-Priester zunehmend eine Existenz führten, die selbst für andere Skitarii zunehmend unzugänglich und fremd wirkte, ihre eigenen Prioritäten und ihr eigenes Verständnis von Bedeutung so weit von der verbleibenden menschlichen Erfahrung entfernt, dass echte Kommunikation, selbst innerhalb derselben nominellen Organisation, zunehmend zu einer Übung in Übersetzung wurde, zwischen zwei Seinsformen, die sich, mit jedem vergehenden Jahr weiterer Modifikation, weiter voneinander entfernten.
Es gab, unter den Rangern der Siebten Kohorte, eine stille, nie offen ausgesprochene Hoffnung, die Serah in den Gesprächen ihrer Kameraden immer wieder registrierte — die Hoffnung auf das, was man informell als *Aufstieg* bezeichnete: die Möglichkeit, dass ein besonders verdienter, besonders hingebungsvoller Skitarius, nach Jahrzehnten treuen Dienstes, selbst zur vollständigen Initiierung als Tech-Priester erhoben werden könnte, eine Transformation, die, paradoxerweise, sowohl als ultimative Belohnung als auch, für jene, die noch genug von ihrem ursprünglichen Selbst bewahrten, um eine solche Perspektive zu fürchten, als eine Art endgültiger, unwiderruflicher Tod des letzten Restes ihrer menschlichen Identität betrachtet wurde.
„Ich will nicht aufsteigen“, gestand Dessin ihr einmal, in einem jener seltenen Momente völliger Offenheit, die sich zwischen ihnen entwickelt hatten, während die übrige Kohorte schlief und die Baracke von jenem gedämpften, mechanischen Summen erfüllt war, das die permanente Hintergrundgeräuschkulisse ihres neuen Lebens bildete. „Ich habe gesehen, was mit den Marschällen geschieht, mit den Magi. Sie erinnern sich noch an ihre Namen, technisch gesehen — es steht in ihren Akten, es ist abrufbar, wenn man danach fragt. Aber wenn du mit ihnen sprichst, ist da nichts mehr, das tatsächlich diesen Namen trägt. Nur noch die Funktion. Nur noch der Dienst.“
„Und was, wenn es keine Wahl ist?“, fragte Serah, eine Frage, die sie sich selbst in den stillen Momenten ihrer eigenen Selbstbeobachtung immer wieder stellte. „Was, wenn der Aufstieg nicht etwas ist, das wir wählen, sondern etwas, das uns widerfährt, langsam genug, dass wir es nicht einmal bemerken, bis es bereits geschehen ist?“
Dessin hatte auf diese Frage keine Antwort gehabt, und Serah, in den folgenden Jahren, sollte selbst keine finden, die sie vollständig zufriedenstellte — nur die wachsende, unbehagliche Gewissheit, dass die Grenze zwischen dem, was sie noch als ihr eigenes, unveräußerliches Selbst betrachtete, und dem, was bereits der größeren, unpersönlichen Maschinerie der Legion gehörte, mit jedem vergehenden Jahr schwerer zu erkennen war, und dass die einzige Verteidigung, die ihr gegen diese schleichende Auslöschung zur Verfügung stand, in genau jenen kleinen, unvorhersehbaren Momenten emotionaler Durchbrüche lag, die sie zunehmend als kostbar zu betrachten begann, gerade weil sie wusste, wie selten und wie zerbrechlich sie waren.
Das tägliche Leben eines Skitarii-Rangers, wie Serah es in den folgenden Standardjahren kennenlernte, folgte einem Rhythmus, der sich fundamental von dem unterschied, was sie als Mitglied der Proletor-Kaste gekannt hatte — nicht schlichtweg strenger oder disziplinierter, sondern grundlegend anders in seiner gesamten zeitlichen und existenziellen Struktur, geprägt von einer Wiederholung, die weniger monoton als vielmehr liturgisch war, jeder Tag eine Variation derselben Grundmuster von Gebet, Wartung, Training und, in unregelmäßigen, aber unvermeidlichen Abständen, Kampf.
Die Skitarii der Siebten Kohorte lebten in einem Kasernenkomplex, der tief in die Fertigungsanlagen der Schmiedelwelt integriert war, eine Anordnung kahler, funktionaler Räume, deren einzige Verzierung aus den binären Segnungen bestand, die in die Metallwände graviert waren, sowie aus kleinen, persönlichen Schreinen, die manche Ranger — jene, die noch genug von ihrem ursprünglichen, menschlichen Bedürfnis nach individuellem Ausdruck bewahrt hatten — an ihren jeweiligen Schlafnischen errichteten, kleine Sammlungen von Objekten, die eine Verbindung zu ihrem Leben vor der Einverleibung darstellten: ein Stück Stoff, ein kleines mechanisches Spielzeug, ein Fragment eines Briefes.
Serah selbst bewahrte, in den ersten Jahren ihres neuen Lebens, ein einzelnes Objekt auf, das sie aus ihrem alten Leben mitgenommen hatte — einen kleinen, von Hand geschnitzten Holzvogel, den Corin ihr in den letzten Monaten ihrer heimlichen Beziehung geschenkt hatte, ein Objekt, das, wie sie sich mit einer zunehmenden, unbehaglichen Klarheit eingestand, mit jedem vergehenden Jahr weniger eine Quelle des Trostes und mehr eine Art Rätsel für sie wurde — ein Artefakt aus einem Leben, dessen emotionale Bedeutung sie sich intellektuell noch erinnern, aber zunehmend nicht mehr in ihrem eigenen, sich wandelnden Bewusstsein tatsächlich nachempfinden konnte.
Der Tag begann, für jeden Ranger der Kohorte, mit dem Morgengebet — einer binären Litanei, die gemeinsam mit der gesamten Kohorte rezitiert wurde, eine rhythmische Abfolge von Klicklauten, Tonsignalen und, für jene Ranger, deren Kehlkopf noch genug biologische Struktur bewahrt hatte, um menschenähnliche Laute zu produzieren, gesprochenen Fragmenten Hoch-Gothischer Verse, die die grundlegenden Tenets des Kultes Mechanicus bekräftigten — die Suche nach dem Wissen als heiligste aller Aufgaben, die Überzeugung, dass jede Maschine einen Funken des Maschinengottes in sich trug, die Anerkennung, dass das Fleisch, in seiner ursprünglichen, unmodifizierten Form, unweigerlich schwach und dem Verfall unterworfen war, während der richtig geformte, richtig augmentierte Geist die Möglichkeit der Annäherung an etwas Größeres, Dauerhafteres barg.
Die körperlichen Bedürfnisse eines Skitarius, wie Serah in den ersten Monaten ihres neuen Lebens lernte, unterschieden sich fundamental von jenen, die sie als Mitglied der Proletor-Kaste gekannt hatte — ihr modifiziertes Verdauungssystem verlangte keine der drei täglichen Mahlzeiten mehr, an die sie sich aus ihrem früheren Leben erinnerte, sondern lediglich eine tägliche Zufuhr einer dichten, nährstoffreichen Paste, die über einen subdermalen Anschluss direkt in ihr modifiziertes Verdauungssystem eingespeist wurde, ein Vorgang, der kaum länger als zehn Minuten dauerte und der, wie Serah mit einer gewissen Wehmut bemerkte, jene einfache, aber bedeutsame soziale Funktion vollständig eliminierte, die gemeinsame Mahlzeiten einst in ihrem Leben als Mitglied der Proletor-Kaste erfüllt hatten. Ihr Schlafbedürfnis war, dank des Kataleptischen Knotens, der viele der ranghöheren Modifikationen begleitete, ähnlich reduziert — wo ein unmodifizierter Mensch acht Stunden ununterbrochenen Schlafs benötigte, genügten Serah inzwischen kaum mehr als zwei, verteilt über kurze, tiefe Ruhephasen, die ihr Bewusstsein mit einer Effizienz regenerierten, die ihr ursprünglicher, biologischer Schlaf niemals hätte erreichen können, ein Umstand, den sie in den ersten Jahren als weiteren, kleinen Verlust empfand, bevor sie, mit wachsender Ambivalenz, begann, die zusätzlichen wachen Stunden zu schätzen, die ihr dieser Umstand für Wartung, Training und, in den seltenen, aber kostbaren Momenten, die ihr verblieben, für die stille Kameradschaft mit Kollegen wie Dessin gewährte.
Nach dem Morgengebet folgte die Wartungsperiode — eine Zeit, die je nach individuellem Grad der Augmentation zwischen einer und drei Stunden dauern konnte, während derer jeder Ranger seine eigene Ausrüstung, seine eigenen mechanischen Implantate mit einer Sorgfalt pflegte, die weit über bloße praktische Notwendigkeit hinausging und selbst zu einer Form des Gebets wurde — das Ölen von Gelenken, die Überprüfung von Servomotoren, die Reinigung und Segnung der Waffen, jeder Handgriff begleitet von den entsprechenden binären Ritualen, die man ihnen während ihrer Ausbildung beigebracht hatte.
Was Serah in diesen ersten Jahren am meisten überraschte, war nicht die Fremdheit dieses neuen Lebens, sondern im Gegenteil die Geschwindigkeit, mit der es begann, sich normal anzufühlen — eine Anpassungsfähigkeit, die sie zunächst als Beweis ihrer eigenen Stärke interpretierte, die sie jedoch, mit wachsendem Unbehagen, zunehmend als etwas Beunruhigenderes zu erkennen begann: nicht Stärke, sondern die schlichte, unaufhaltsame Wirkung der Modifikationen selbst, die ihr Gehirn, ihr gesamtes Nervensystem, auf eine Weise umformten, die ihre Fähigkeit zur emotionalen Reaktion nicht auslöschte, aber systematisch dämpfte, bis selbst jene Erfahrungen, die einst überwältigende Trauer oder Freude ausgelöst hätten, zunehmend als gedämpfte, distanzierte Echos jener ursprünglichen Emotionen registriert wurden.
Und doch — dies war die Erkenntnis, die Serah in den folgenden Jahren am meisten beschäftigte, die zentrale Frage, um die ihre gesamte innere Existenz als Skitarius zu kreisen begann — die Dämpfung war niemals vollständig. Es gab Momente, unvorhersehbar und selten, in denen etwas durch die zunehmend dicke Schicht mechanischer Distanziertheit brach — der Klang eines bestimmten mechanischen Geräuschs, das sie an Corins Werkstatt erinnerte; der Anblick eines jungen Kindes in den Proletor-Vierteln, während ihre Kohorte durch die zivilen Sektoren der Schmiedelwelt marschierte, das eine Art hilflose, unerwartete Zärtlichkeit in ihr auslöste, die sie ebenso überraschte wie beunruhigte; die seltenen, aber bedeutsamen Gespräche mit Dessin, in denen beide, in den privaten Momenten zwischen offiziellen Pflichten, versuchten, in Worte zu fassen, was von ihrem ursprünglichen Selbst noch übrig war, und was bereits, unwiederbringlich, verloren gegangen war.
Diese Momente, so kam Serah zu verstehen, waren nicht Schwäche, wie manche der ranghöheren, vollständiger augmentierten Skitarii-Marschälle es vielleicht interpretiert hätten, sondern das Einzige, was sie noch mit dem Menschen verband, der sie einst gewesen war, ein dünner, aber hartnäckiger Faden, der, wie sie zunehmend erkannte, umso wichtiger wurde, je mehr die physischen und neurologischen Modifikationen ihres Körpers fortschritten.
Die Legion selbst — die gesamte Skitarii-Streitmacht von Kadmus Secundus, verteilt über mehrere Kohorten und spezialisierte Einheiten — unterhielt eine Hierarchie sozialer Beziehungen, die sich, wie Serah bald erkannte, an der jeweiligen Menge verbleibender biologischer Substanz orientierte, eine ungeschriebene, aber allgegenwärtige Rangordnung, in der die weniger modifizierten Ranger — jene, deren Körper noch am ehesten menschlich blieben — untereinander eine Art vorsichtige, gedämpfte Kameradschaft pflegten, während die höher augmentierten Skitarii-Marschälle und, in noch größerem Maße, die vollständig initiierten Tech-Priester zunehmend eine Existenz führten, die selbst für andere Skitarii zunehmend unzugänglich und fremd wirkte, ihre eigenen Prioritäten und ihr eigenes Verständnis von Bedeutung so weit von der verbleibenden menschlichen Erfahrung entfernt, dass echte Kommunikation, selbst innerhalb derselben nominellen Organisation, zunehmend zu einer Übung in Übersetzung wurde, zwischen zwei Seinsformen, die sich, mit jedem vergehenden Jahr weiterer Modifikation, weiter voneinander entfernten.
Es gab, unter den Rangern der Siebten Kohorte, eine stille, nie offen ausgesprochene Hoffnung, die Serah in den Gesprächen ihrer Kameraden immer wieder registrierte — die Hoffnung auf das, was man informell als *Aufstieg* bezeichnete: die Möglichkeit, dass ein besonders verdienter, besonders hingebungsvoller Skitarius, nach Jahrzehnten treuen Dienstes, selbst zur vollständigen Initiierung als Tech-Priester erhoben werden könnte, eine Transformation, die, paradoxerweise, sowohl als ultimative Belohnung als auch, für jene, die noch genug von ihrem ursprünglichen Selbst bewahrten, um eine solche Perspektive zu fürchten, als eine Art endgültiger, unwiderruflicher Tod des letzten Restes ihrer menschlichen Identität betrachtet wurde.
„Ich will nicht aufsteigen“, gestand Dessin ihr einmal, in einem jener seltenen Momente völliger Offenheit, die sich zwischen ihnen entwickelt hatten, während die übrige Kohorte schlief und die Baracke von jenem gedämpften, mechanischen Summen erfüllt war, das die permanente Hintergrundgeräuschkulisse ihres neuen Lebens bildete. „Ich habe gesehen, was mit den Marschällen geschieht, mit den Magi. Sie erinnern sich noch an ihre Namen, technisch gesehen — es steht in ihren Akten, es ist abrufbar, wenn man danach fragt. Aber wenn du mit ihnen sprichst, ist da nichts mehr, das tatsächlich diesen Namen trägt. Nur noch die Funktion. Nur noch der Dienst.“
„Und was, wenn es keine Wahl ist?“, fragte Serah, eine Frage, die sie sich selbst in den stillen Momenten ihrer eigenen Selbstbeobachtung immer wieder stellte. „Was, wenn der Aufstieg nicht etwas ist, das wir wählen, sondern etwas, das uns widerfährt, langsam genug, dass wir es nicht einmal bemerken, bis es bereits geschehen ist?“
Dessin hatte auf diese Frage keine Antwort gehabt, und Serah, in den folgenden Jahren, sollte selbst keine finden, die sie vollständig zufriedenstellte — nur die wachsende, unbehagliche Gewissheit, dass die Grenze zwischen dem, was sie noch als ihr eigenes, unveräußerliches Selbst betrachtete, und dem, was bereits der größeren, unpersönlichen Maschinerie der Legion gehörte, mit jedem vergehenden Jahr schwerer zu erkennen war, und dass die einzige Verteidigung, die ihr gegen diese schleichende Auslöschung zur Verfügung stand, in genau jenen kleinen, unvorhersehbaren Momenten emotionaler Durchbrüche lag, die sie zunehmend als kostbar zu betrachten begann, gerade weil sie wusste, wie selten und wie zerbrechlich sie waren.
VI. DIE DOCTRINA IMPERATIVEVI. DIE DOCTRINA IMPERATIVE
Was einen Skitarius im Kampf letztlich von jedem anderen Soldaten des Imperiums unterschied, war nicht primär seine überlegene Kraft, seine verbesserten Sinne oder seine Resistenz gegen Verletzungen, die einen unmodifizierten Menschen augenblicklich getötet hätten, sondern etwas Fundamentaleres und, wie Serah es in ihrem ersten tatsächlichen Gefecht erfahren sollte, weitaus Beunruhigenderes — die Doctrina Imperative, jene direkten neuralen Kampfprogrammierungen, die über den Cortex-Controller in das Bewusstsein eines Skitarius eingespeist wurden, sobald ein Gefecht begann, und die, für die Dauer des Kampfes, die individuelle Entscheidungsfindung des Trägers durch ein vorprogrammiertes, taktisch optimiertes Verhaltensmuster ersetzten.
Man hatte ihr die theoretischen Grundlagen der Doctrina Imperative bereits während ihrer Ausbildung erklärt — die grundlegende Unterscheidung zwischen dem Protector-Imperativ, der einen Skitarius zu erhöhter Präzision im Fernkampf und einer defensiveren, positionsbewussteren Kampfhaltung veranlasste, geeignet für Situationen, in denen die Legion aus überlegener Distanz operierte, und dem Conqueror-Imperativ, der im Gegenteil eine aggressive, nahkampforientierte Kampfweise begünstigte, die Trägheit und Zögerlichkeit des menschlichen Überlebensinstinkts durch eine kalte, methodische Bereitschaft ersetzend, sich direkt in feindliche Reihen zu stürzen, ohne die Zögerlichkeit, die ein unmodifizierter Soldat angesichts unmittelbarer, tödlicher Gefahr unweigerlich empfunden hätte.
Was man ihr jedoch nicht — oder zumindest nicht mit ausreichender Klarheit — erklärt hatte, war, wie es sich tatsächlich *anfühlte*, wenn der Cortex-Controller aktiviert wurde und die Imperative ihre neurale Kontrolle über ihr Bewusstsein übernahmen, ein Prozess, den sie zum ersten Mal während eines Gefechts gegen eine kleine Ork-Invasionstruppe erlebte, die versucht hatte, sich in den äußeren Minenanlagen von Kadmus Secundus festzusetzen, weniger als ein Standardjahr nach ihrer vollständigen Initiierung in die Reihen der Siebten Kohorte.
Sie erinnerte sich an den Moment vor der Aktivierung mit einer Klarheit, die sie später als das letzte vollständig eigene, ungefilterte Bewusstsein erkennen sollte, das sie in jenem Gefecht erleben würde — das Gewicht ihres Radiumkarabiners in den Händen, der Geruch von Öl und Ozon, der die Luft der schmalen Minenstollen erfüllte, in denen die Kohorte vorrückte, das ferne, gutturale Gebrüll der Orks, das durch die metallenen Wände hindurch zu ihr drang, und, unter all dem, eine Angst, die trotz all ihrer Modifikationen noch immer unverkennbar menschlich war, ein kalter, animalischer Instinkt, der ihr sagte, dass sie im Begriff war, in eine Situation vorzudringen, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde.
Dann kam Skitarii-Marschall Corvanes binärer Befehl, übertragen über den gemeinsamen Vox-Kanal der Kohorte, ein Signal, das keine Worte enthielt, sondern lediglich eine Reihe präziser digitaler Codes — die Aktivierung des Conqueror-Imperativs für die gesamte vorrückende Formation —, und Serah spürte, wie etwas in ihrem eigenen Bewusstsein sich verschob, mit einer Plötzlichkeit, die sie physisch treffen zu treffen schien, obwohl der Vorgang selbst vollständig neurologisch war, ohne jede äußere, sichtbare Manifestation.
Es war nicht, wie sie es sich vorgestellt hatte, ein vollständiges Auslöschen ihres Bewusstseins, keine Amnesie, die sie am Ende des Gefechts ohne jede Erinnerung an ihre eigenen Handlungen zurückließ, wie es bei manchen der extremeren neuralen Konditionierungen anderer imperialer Institutionen der Fall sein soll. Es war vielmehr, wie sie es sich später zu erklären versuchte, eine Verschiebung der Priorität — ihr Bewusstsein blieb vorhanden, registrierte weiterhin, was um sie herum geschah, aber die Entscheidungsfindung selbst, die normale Verzögerung zwischen Wahrnehmung und Handlung, die jeden nicht modifizierten Menschen dazu veranlasst, zu zögern, abzuwägen, die Konsequenzen einer bevorstehenden Handlung zu bedenken, war praktisch eliminiert, ersetzt durch eine Kette automatischer, vorprogrammierter Reaktionen, die mit einer Geschwindigkeit abliefen, die ihr bewusstes Selbst kaum zu verfolgen vermochte, geschweige denn zu kontrollieren.
Sie sah den ersten Ork, der aus einer Seitenkammer des Minenstollens hervorbrach, seine massige, grün-häutige Gestalt mit primitiven, aber tödlichen Waffen bewaffnet, und registrierte, mit einem Teil ihres Bewusstseins, der wie ein distanzierter Beobachter agierte, wie ihr eigener Körper bereits reagierte, bevor sie selbst eine bewusste Entscheidung getroffen hatte — ihr Radiumkarabiner hob sich mit einer Präzision, die kein bewusster, menschlicher Reflex jemals hätte erreichen können, feuerte drei koordinierte Schüsse ab, die den Ork in schneller Folge in Brust, Hals und Schädel trafen, während sie selbst, in jenem seltsam distanzierten Zustand, kaum mehr als eine passive Zuschauerin des eigenen, tödlich effizienten Handelns war.
Das Gefecht selbst — was sie später aus den offiziellen Kampfaufzeichnungen der Legion sowie aus den fragmentarischen, unvollständigen eigenen Erinnerungen rekonstruieren konnte, die trotz der Wirkung des Imperativs in ihrem Bewusstsein verblieben waren — dauerte knapp achtzehn Minuten, während derer die Siebte Kohorte, unter dem Conqueror-Imperativ operierend, die gesamte Ork-Invasionstruppe mit einer Effizienz vernichtete, die selbst Skitarii-Marschall Corvane, wie er später bemerkte, als bemerkenswert bezeichnete für eine derart junge, frisch initiierte Kohorte.
Was Serah jedoch am meisten beunruhigte, als der Imperativ am Ende des Gefechts deaktiviert wurde und die volle Kontrolle über ihr eigenes Bewusstsein zu ihr zurückkehrte, war nicht das Ausmaß der Gewalt, das sie soeben ausgeübt hatte — dies, so hatte man ihr erklärt, und so akzeptierte sie es, zumindest auf einer intellektuellen Ebene, war schlicht die Natur ihrer neuen Existenz, die notwendige Konsequenz dessen, wozu sie geformt worden war —, sondern die schiere Fremdheit der Erfahrung selbst, die Erkenntnis, dass sie, für achtzehn Minuten, in ihrem eigenen Körper gefangen gewesen war, Zeugin, aber nicht Handelnde, während etwas, das sowohl sie selbst als auch etwas fundamental Anderes war, die Kontrolle über ihre Handlungen übernommen hatte.
„Es wird leichter“, sagte Dessin ihr, nachdem der Imperativ auch bei ihm deaktiviert worden war, während sie beide, gemeinsam mit dem Rest der Kohorte, die Minenstollen nach weiteren Bedrohungen absuchten, ihre Stimmen gedämpft durch die Erschöpfung, die selbst modifizierte Körper nach einem derart intensiven Gefecht empfanden. „Nicht einfacher — leichter, im Sinne von: weniger erschreckend. Du gewöhnst dich daran, für kurze Zeit nicht vollständig du selbst zu sein. Es hilft, wenn du dich daran erinnerst, dass du danach zurückkehrst. Dass es kein permanenter Verlust ist, sondern nur — eine Leihgabe. Eine Zeit lang gibst du die Kontrolle ab, und dann bekommst du sie zurück.“
„Und wenn ich sie eines Tages nicht zurückbekomme?“, fragte Serah, eine Frage, die sie sich seit dem Moment der Deaktivierung des Imperativs gestellt hatte, ohne den Mut zu finden, sie laut auszusprechen, bis zu diesem Moment. „Was, wenn der Imperativ eines Tages einfach — bleibt?“
Dessin hatte auf diese Frage keine tröstliche Antwort gehabt, ebenso wenig wie Skitarii-Marschall Corvane, als Serah, in einem seltenen Moment des Mutes, es wagte, dieselbe Frage in einer der offiziellen Nachbesprechungen zu stellen, die die Legion nach jedem Gefecht durchführte. Corvanes Antwort, gegeben mit jener kalten, distanzierten Autorität, die ihre Position als ranghohe Kommandeurin kennzeichnete, blieb Serah für den Rest ihres Dienstes in Erinnerung, sowohl als Warnung als auch, auf eine Weise, die sie selbst nicht vollständig zu erklären vermochte, als eine Art grausamer, aber ehrlicher Trost.
„Das ist der Preis, den jeder Skitarius letztlich zahlt, in der einen oder anderen Form“, hatte Corvane gesagt, ihre optischen Sensoren mit jenem unveränderlichen roten Glühen auf Serah gerichtet. „Mit jedem Gefecht, mit jeder Aktivierung des Imperativs, verschiebt sich die Grenze zwischen dem, was du bewusst kontrollierst, und dem, was die Programmierung übernimmt, ein winziges Stück weiter. Für die meisten von uns geschieht dies langsam genug, über Jahrzehnte, dass wir es kaum bemerken, bis es bereits geschehen ist. Für manche geschieht es schneller. Es gibt keine Garantie, Skitarii-Ranger Vier-Zwei-Neun, dass die Person, die heute vor mir steht, dieselbe sein wird, die in zwanzig Jahren meinen Befehlen gehorcht. Das ist keine Drohung. Das ist schlicht die Wahrheit unserer gemeinsamen Existenz, und ich würde dir einen Bärendienst erweisen, würde ich sie dir verschweigen.“
Was einen Skitarius im Kampf letztlich von jedem anderen Soldaten des Imperiums unterschied, war nicht primär seine überlegene Kraft, seine verbesserten Sinne oder seine Resistenz gegen Verletzungen, die einen unmodifizierten Menschen augenblicklich getötet hätten, sondern etwas Fundamentaleres und, wie Serah es in ihrem ersten tatsächlichen Gefecht erfahren sollte, weitaus Beunruhigenderes — die Doctrina Imperative, jene direkten neuralen Kampfprogrammierungen, die über den Cortex-Controller in das Bewusstsein eines Skitarius eingespeist wurden, sobald ein Gefecht begann, und die, für die Dauer des Kampfes, die individuelle Entscheidungsfindung des Trägers durch ein vorprogrammiertes, taktisch optimiertes Verhaltensmuster ersetzten.
Man hatte ihr die theoretischen Grundlagen der Doctrina Imperative bereits während ihrer Ausbildung erklärt — die grundlegende Unterscheidung zwischen dem Protector-Imperativ, der einen Skitarius zu erhöhter Präzision im Fernkampf und einer defensiveren, positionsbewussteren Kampfhaltung veranlasste, geeignet für Situationen, in denen die Legion aus überlegener Distanz operierte, und dem Conqueror-Imperativ, der im Gegenteil eine aggressive, nahkampforientierte Kampfweise begünstigte, die Trägheit und Zögerlichkeit des menschlichen Überlebensinstinkts durch eine kalte, methodische Bereitschaft ersetzend, sich direkt in feindliche Reihen zu stürzen, ohne die Zögerlichkeit, die ein unmodifizierter Soldat angesichts unmittelbarer, tödlicher Gefahr unweigerlich empfunden hätte.
Was man ihr jedoch nicht — oder zumindest nicht mit ausreichender Klarheit — erklärt hatte, war, wie es sich tatsächlich *anfühlte*, wenn der Cortex-Controller aktiviert wurde und die Imperative ihre neurale Kontrolle über ihr Bewusstsein übernahmen, ein Prozess, den sie zum ersten Mal während eines Gefechts gegen eine kleine Ork-Invasionstruppe erlebte, die versucht hatte, sich in den äußeren Minenanlagen von Kadmus Secundus festzusetzen, weniger als ein Standardjahr nach ihrer vollständigen Initiierung in die Reihen der Siebten Kohorte.
Sie erinnerte sich an den Moment vor der Aktivierung mit einer Klarheit, die sie später als das letzte vollständig eigene, ungefilterte Bewusstsein erkennen sollte, das sie in jenem Gefecht erleben würde — das Gewicht ihres Radiumkarabiners in den Händen, der Geruch von Öl und Ozon, der die Luft der schmalen Minenstollen erfüllte, in denen die Kohorte vorrückte, das ferne, gutturale Gebrüll der Orks, das durch die metallenen Wände hindurch zu ihr drang, und, unter all dem, eine Angst, die trotz all ihrer Modifikationen noch immer unverkennbar menschlich war, ein kalter, animalischer Instinkt, der ihr sagte, dass sie im Begriff war, in eine Situation vorzudringen, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde.
Dann kam Skitarii-Marschall Corvanes binärer Befehl, übertragen über den gemeinsamen Vox-Kanal der Kohorte, ein Signal, das keine Worte enthielt, sondern lediglich eine Reihe präziser digitaler Codes — die Aktivierung des Conqueror-Imperativs für die gesamte vorrückende Formation —, und Serah spürte, wie etwas in ihrem eigenen Bewusstsein sich verschob, mit einer Plötzlichkeit, die sie physisch treffen zu treffen schien, obwohl der Vorgang selbst vollständig neurologisch war, ohne jede äußere, sichtbare Manifestation.
Es war nicht, wie sie es sich vorgestellt hatte, ein vollständiges Auslöschen ihres Bewusstseins, keine Amnesie, die sie am Ende des Gefechts ohne jede Erinnerung an ihre eigenen Handlungen zurückließ, wie es bei manchen der extremeren neuralen Konditionierungen anderer imperialer Institutionen der Fall sein soll. Es war vielmehr, wie sie es sich später zu erklären versuchte, eine Verschiebung der Priorität — ihr Bewusstsein blieb vorhanden, registrierte weiterhin, was um sie herum geschah, aber die Entscheidungsfindung selbst, die normale Verzögerung zwischen Wahrnehmung und Handlung, die jeden nicht modifizierten Menschen dazu veranlasst, zu zögern, abzuwägen, die Konsequenzen einer bevorstehenden Handlung zu bedenken, war praktisch eliminiert, ersetzt durch eine Kette automatischer, vorprogrammierter Reaktionen, die mit einer Geschwindigkeit abliefen, die ihr bewusstes Selbst kaum zu verfolgen vermochte, geschweige denn zu kontrollieren.
Sie sah den ersten Ork, der aus einer Seitenkammer des Minenstollens hervorbrach, seine massige, grün-häutige Gestalt mit primitiven, aber tödlichen Waffen bewaffnet, und registrierte, mit einem Teil ihres Bewusstseins, der wie ein distanzierter Beobachter agierte, wie ihr eigener Körper bereits reagierte, bevor sie selbst eine bewusste Entscheidung getroffen hatte — ihr Radiumkarabiner hob sich mit einer Präzision, die kein bewusster, menschlicher Reflex jemals hätte erreichen können, feuerte drei koordinierte Schüsse ab, die den Ork in schneller Folge in Brust, Hals und Schädel trafen, während sie selbst, in jenem seltsam distanzierten Zustand, kaum mehr als eine passive Zuschauerin des eigenen, tödlich effizienten Handelns war.
Das Gefecht selbst — was sie später aus den offiziellen Kampfaufzeichnungen der Legion sowie aus den fragmentarischen, unvollständigen eigenen Erinnerungen rekonstruieren konnte, die trotz der Wirkung des Imperativs in ihrem Bewusstsein verblieben waren — dauerte knapp achtzehn Minuten, während derer die Siebte Kohorte, unter dem Conqueror-Imperativ operierend, die gesamte Ork-Invasionstruppe mit einer Effizienz vernichtete, die selbst Skitarii-Marschall Corvane, wie er später bemerkte, als bemerkenswert bezeichnete für eine derart junge, frisch initiierte Kohorte.
Was Serah jedoch am meisten beunruhigte, als der Imperativ am Ende des Gefechts deaktiviert wurde und die volle Kontrolle über ihr eigenes Bewusstsein zu ihr zurückkehrte, war nicht das Ausmaß der Gewalt, das sie soeben ausgeübt hatte — dies, so hatte man ihr erklärt, und so akzeptierte sie es, zumindest auf einer intellektuellen Ebene, war schlicht die Natur ihrer neuen Existenz, die notwendige Konsequenz dessen, wozu sie geformt worden war —, sondern die schiere Fremdheit der Erfahrung selbst, die Erkenntnis, dass sie, für achtzehn Minuten, in ihrem eigenen Körper gefangen gewesen war, Zeugin, aber nicht Handelnde, während etwas, das sowohl sie selbst als auch etwas fundamental Anderes war, die Kontrolle über ihre Handlungen übernommen hatte.
„Es wird leichter“, sagte Dessin ihr, nachdem der Imperativ auch bei ihm deaktiviert worden war, während sie beide, gemeinsam mit dem Rest der Kohorte, die Minenstollen nach weiteren Bedrohungen absuchten, ihre Stimmen gedämpft durch die Erschöpfung, die selbst modifizierte Körper nach einem derart intensiven Gefecht empfanden. „Nicht einfacher — leichter, im Sinne von: weniger erschreckend. Du gewöhnst dich daran, für kurze Zeit nicht vollständig du selbst zu sein. Es hilft, wenn du dich daran erinnerst, dass du danach zurückkehrst. Dass es kein permanenter Verlust ist, sondern nur — eine Leihgabe. Eine Zeit lang gibst du die Kontrolle ab, und dann bekommst du sie zurück.“
„Und wenn ich sie eines Tages nicht zurückbekomme?“, fragte Serah, eine Frage, die sie sich seit dem Moment der Deaktivierung des Imperativs gestellt hatte, ohne den Mut zu finden, sie laut auszusprechen, bis zu diesem Moment. „Was, wenn der Imperativ eines Tages einfach — bleibt?“
Dessin hatte auf diese Frage keine tröstliche Antwort gehabt, ebenso wenig wie Skitarii-Marschall Corvane, als Serah, in einem seltenen Moment des Mutes, es wagte, dieselbe Frage in einer der offiziellen Nachbesprechungen zu stellen, die die Legion nach jedem Gefecht durchführte. Corvanes Antwort, gegeben mit jener kalten, distanzierten Autorität, die ihre Position als ranghohe Kommandeurin kennzeichnete, blieb Serah für den Rest ihres Dienstes in Erinnerung, sowohl als Warnung als auch, auf eine Weise, die sie selbst nicht vollständig zu erklären vermochte, als eine Art grausamer, aber ehrlicher Trost.
„Das ist der Preis, den jeder Skitarius letztlich zahlt, in der einen oder anderen Form“, hatte Corvane gesagt, ihre optischen Sensoren mit jenem unveränderlichen roten Glühen auf Serah gerichtet. „Mit jedem Gefecht, mit jeder Aktivierung des Imperativs, verschiebt sich die Grenze zwischen dem, was du bewusst kontrollierst, und dem, was die Programmierung übernimmt, ein winziges Stück weiter. Für die meisten von uns geschieht dies langsam genug, über Jahrzehnte, dass wir es kaum bemerken, bis es bereits geschehen ist. Für manche geschieht es schneller. Es gibt keine Garantie, Skitarii-Ranger Vier-Zwei-Neun, dass die Person, die heute vor mir steht, dieselbe sein wird, die in zwanzig Jahren meinen Befehlen gehorcht. Das ist keine Drohung. Das ist schlicht die Wahrheit unserer gemeinsamen Existenz, und ich würde dir einen Bärendienst erweisen, würde ich sie dir verschweigen.“
VII. DIE WAAAGH VON KADMUS SECUNDUSVII. DIE WAAAGH VON KADMUS SECUNDUS
Sieben Standardjahre nach ihrer Initiierung — Jahre, die Serah mit einer Mischung aus zunehmender Kampferfahrung und einer stetig wachsenden, aber niemals vollständig artikulierten Unsicherheit über das Ausmaß ihrer eigenen fortschreitenden Transformation durchlebt hatte — erreichte eine Bedrohung Kadmus Secundus, die weit über das Ausmaß der kleinen Invasionstruppe hinausging, die ihre Kohorte in ihrem ersten Gefecht bekämpft hatte: eine vollständige Ork-Waaagh, angeführt von einem selbsternannten Warlord, dessen Streitmacht, gemäß den Aufklärungsberichten der Legion, mehrere zehntausend Grünhäute umfasste, unterstützt von primitiven, aber zerstörerischen Kriegsmaschinen, die sich der Schmiedelwelt über einen Zeitraum von mehreren Wochen näherten, ihre Ankunft von den Astropathen der Legion mit wachsender Besorgnis verfolgt.
Die Verteidigung von Kadmus Secundus, in Erwartung dieser Invasion, erforderte die Mobilisierung nicht nur der Siebten Kohorte, sondern praktisch der gesamten Skitarii-Streitmacht der Schmiedelwelt, ergänzt durch schwerere Unterstützungseinheiten, die Serah bis zu diesem Zeitpunkt nur aus theoretischen Unterweisungen gekannt hatte — Ironstrider-Ballistarii, jene zweibeinigen Kampfläufer, deren montierte Waffen selbst schwer gepanzerte Ziele in Sekunden zerstören konnten; Onager-Dünenläufer, kompaktere, aber ebenso tödliche Kampffahrzeuge, deren Hauptbewaffnung sich je nach taktischer Notwendigkeit zwischen Laserkanonen, Plasma- und Neutronenwaffen wechseln ließ; und, in den ranghöheren Formationen der Legion, Kataphronen-Zerstörer — jene tiefgreifend augmentierten, kaum noch als Individuen erkennbaren Skitarii, deren Körper so weitgehend durch schwere Waffensysteme ersetzt worden waren, dass sie eher wandelnden Kriegsmaschinen als Soldaten glichen, ihre verbleibende menschliche Substanz auf einen winzigen, tief in gepanzerten Chassis verborgenen Kern reduziert.
Serah, inzwischen zur Position einer Senior-Rangerin innerhalb ihrer Kohorte aufgestiegen, mit der zusätzlichen Verantwortung, drei jüngere, kürzlich initiierte Ranger in ihrer ersten Kampferfahrung anzuleiten, fand sich in der Nacht vor der erwarteten Hauptschlacht in einer der äußeren Verteidigungslinien der Schmiedelwelt wieder, einer Reihe befestigter Stellungen, die die primären Zufahrtswege zu den zentralen Fertigungsanlagen des Planeten schützten, gegen die sich, gemäß den taktischen Prognosen der Legion, der Hauptstoß der Ork-Invasion richten würde.
Die Schlacht selbst begann kurz nach der planetaren Morgendämmerung, mit einer Wucht, die selbst die erfahrensten Veteranen der Legion, wie Serah später von Skitarii-Marschall Corvane erfuhr, als bemerkenswert intensiv einstuften — die Ork-Waaagh näherte sich nicht in einer koordinierten, taktisch durchdachten Formation, wie es eine imperiale Streitmacht getan hätte, sondern als eine schiere, unaufhaltsame Woge grüner, brüllender Körper, verstärkt durch primitive, aber massive Kriegsmaschinen, deren Konstruktionsprinzipien jeder rationalen ingenieurstechnischen Logik zu widersprechen schienen und die dennoch, mit einer trotzigen, fast unerklärlichen Zuverlässigkeit, funktionierten.
Die erste Verteidigungslinie, an der Serahs Kohorte positioniert war, bestand hauptsächlich aus Skitarii-Rangern und -Vanguards, unterstützt von zwei Onager-Dünenläufern, deren koordiniertes Laserkanonenfeuer die ersten Wellen der anstürmenden Orks in verkohlte, zerfetzte Überreste verwandelte, lange bevor sie die eigentlichen Verteidigungsgräben erreichten. Serah, unter dem inzwischen vertrauten, aber nie vollständig komfortablen Griff des Protector-Imperativs operierend, koordinierte das Feuer ihrer drei jüngeren Schützlinge mit einer Präzision, die selbst sie selbst, in den seltenen Momenten bewussten Nachdenkens, die ihr der Imperativ noch gestattete, mit einem gewissen distanzierten Erstaunen registrierte.
Während die Hauptmasse der Ork-Waaagh sich gegen die vordersten Verteidigungslinien warf, operierte, unbemerkt von den anstürmenden Grünhäuten, ein kleiner Trupp Sicarianischer Infiltratoren bereits tief in deren Flanke — jene extrem modifizierten Spezialisten, deren Körper so weitreichend umgeformt worden waren, dass sie kaum noch eine erkennbar menschliche Silhouette trugen, deren Stealth-Kammschilde sie selbst für die verbesserten optischen Sensoren anderer Skitarii nur als flüchtiges Flimmern der Luft erscheinen ließen, während ihre Flechette-Karabiner, geladen mit toxinbeschichteten Nadelprojektilen, die Warlord-Leibwache in lautloser, methodischer Folge dezimierten, lange bevor der eigentliche Hauptangriff die Verteidigungsgräben erreichte. Serah selbst hatte in ihren gesamten Jahren des Dienstes nur zweimal Gelegenheit gehabt, eine Sicarianische Einheit bei einer aktiven Operation zu beobachten, und beide Male hatte sie dieselbe, unbehagliche Ehrfurcht empfunden, die, wie sie von anderen Rangern erfuhr, unter den weniger extrem modifizierten Skitarii nahezu universell geteilt wurde — die Erkenntnis, dass selbst innerhalb der eigenen Reihen Abstufungen der Transformation existierten, die selbst für sie, nach fünfundvierzig Jahren eigener Modifikation, kaum noch nachvollziehbar waren.
Parallel dazu unterstützten mehrere Trupps Skitarii-Vanguard, ausgerüstet mit Arc-Pistolen und den charakteristischen Radiumklingen ihrer Nahkampfspezialisierung, die zentrale Verteidigungslinie durch gezielte Gegenstöße gegen jene Bereiche der Ork-Formation, an denen sich größere Kriegsmaschinen — grob zusammengeschweißte Konstruktionen aus Schrott und geplünderter imperialer Technologie — durch die Verteidigungsgräben zu brechen drohten, ihre Arc-Waffen mit charakteristischen, blau-weißen Entladungen die primitive, aber dennoch gefährliche Panzerung dieser Maschinen durchdringend, während ihre Radiumklingen, bei jedem Treffer, jene charakteristische, kumulative Strahlenverbrennung hinterließen, die selbst massige Ork-Krieger nach wenigen Sekunden zu Boden zwang.
Doch die schiere Zahl der anstürmenden Orks erwies sich, wie es die taktischen Prognosen der Legion bereits vorausgesagt hatten, als ausreichend, um selbst die konzentrierte Feuerkraft der ersten Verteidigungslinie zu überwältigen, und binnen weniger Minuten fand sich Serahs Position im direkten Nahkampf wieder, während Orks, deren primitive, aber tödliche Waffen selbst durch die verstärkte Panzerung eines Skitarius dringen konnten, die Verteidigungsgräben überrannten.
Es war in diesem Moment, während sie einen anstürmenden Ork mit einem präzisen Schuss ihres Radiumkarabiners niederstreckte, dass Serah bemerkte, wie einer ihrer jüngeren Schützlinge — ein Ranger, dessen Designation sie sich als *Kohorte Sieben, Einheit Sieben-Eins-Drei* einprägte, dessen informellen Namen, wie sie sich später mit einer Bitterkeit erinnern sollte, die selbst der Protector-Imperativ nicht vollständig zu dämpfen vermochte, Yannick gewesen war — von einem massigen Ork-Nob mit einer improvisierten, aber verheerenden Energiewaffe getroffen wurde, deren Wucht ihn mehrere Meter durch die Luft schleuderte, bevor er, reglos, in den zerfurchten Boden des Verteidigungsgrabens stürzte.
Der Protector-Imperativ, der noch immer ihr Bewusstsein dominierte, registrierte den Verlust von Einheit Sieben-Eins-Drei lediglich als taktische Information — eine Neuberechnung der verbleibenden Feuerkraft ihrer unmittelbaren Formation, eine entsprechende Anpassung der Verteidigungsstrategie —, aber irgendwo, tief unter der kalten, methodischen Oberfläche des Imperativs, registrierte ein anderer, tieferer Teil ihres Bewusstseins, jener dünne, hartnäckige Faden ihrer ursprünglichen menschlichen Identität, den Verlust auf eine Weise, die selbst der Imperativ nicht vollständig zu unterdrücken vermochte — ein stummer, unaussprechlicher Schmerz, der, wie sie erst nach dem Ende der Schlacht vollständig verarbeiten sollte, tatsächlich Trauer war, roh und unverstellt, trotz der Schicht mechanischer Distanziertheit, die ihr gesamtes Wesen inzwischen umgab.
Die Schlacht dauerte, gemäß den offiziellen Aufzeichnungen der Legion, die Serah später einsehen konnte, insgesamt elf Stunden, während derer die kombinierten Skitarii-Streitkräfte von Kadmus Secundus, unterstützt durch die schwere Feuerkraft der Ironstrider und Onager-Formationen sowie, in den kritischsten Momenten der Schlacht, durch den Einsatz mehrerer Kataphronen-Zerstörer-Trupps, deren schiere zerstörerische Kapazität selbst die massivsten Ork-Kriegsmaschinen in Schrott verwandelte, die Invasion schließlich zurückschlugen, wenn auch zu einem Preis, den die offiziellen Verlustberichte der Legion mit jener charakteristischen, emotionslosen Präzision dokumentierten, die Serah inzwischen als typisch für die administrative Sprache des Kultes Mechanicus erkannte: einhundertsiebzehn Skitarii gefallen oder jenseits jeder Reparatur beschädigt, davon vierzehn allein aus der Siebten Kohorte.
Gegen Ende der Schlacht, als die letzten organisierten Reste der Ork-Waaagh sich in wilder, ungeordneter Flucht zurückzogen, verfolgt von den überlebenden Skitarii-Formationen, fand sich Serah, deren Protector-Imperativ inzwischen einer kurzen, aber intensiven Aktivierung des Conqueror-Imperativs gewichen war, in einem direkten Nahkampf gegen den Ork-Warlord selbst wieder — eine massive, von Narben übersäte Gestalt, deren primitive, aber offensichtlich meisterhaft gefertigte Rüstung selbst mehrere direkte Treffer ihres Radiumkarabiners überstanden hatte, bevor der Warlord, mit einer Geschwindigkeit, die seine schiere Masse eigentlich hätte verbieten sollen, sich auf sie stürzte, seine massive, primitive Nahkampfwaffe erhoben.
Was in den folgenden Sekunden geschah, blieb Serah, selbst Jahre später, nur als fragmentierte, unvollständige Erinnerung erhalten, gefiltert durch die Distanziertheit des Conqueror-Imperativs — der Aufprall der Ork-Waffe gegen ihre eigene, verstärkte Kraftrüstung, die sie zu Boden warf, aber, dank der Ceramit-Verbundlegierung ihrer synthetischen Skelettstruktur, nicht vollständig zerschmetterte; ihre eigene, unter dem Imperativ operierende Reaktion, die ihr eigenes Kampfmesser — jene Nahkampfklinge, die jeder Skitarii-Ranger als Reserve-Ausrüstung trug — mit einer Präzision und Geschwindigkeit einsetzte, die weit über das hinausging, was ihr ursprünglicher, unmodifizierter Körper jemals hätte leisten können, eine Serie präziser, tödlicher Schnitte, die den Warlord letztlich zu Fall brachten, während der Conqueror-Imperativ, in seiner kalten, methodischen Logik, keinerlei Raum für die Furcht ließ, die ein unmodifizierter Mensch angesichts eines derart übermächtigen Gegners zweifellos empfunden hätte.
Als der Imperativ, in den Minuten nach dem Fall des Warlords, allmählich seine Kontrolle über ihr Bewusstsein lockerte, fand sich Serah kniend im blutgetränkten Schlamm des Verteidigungsgrabens wieder, ihr Kampfmesser noch immer in der zitternden — ein Zittern, das, wie sie erst jetzt registrierte, nicht mechanischen, sondern rein menschlichen Ursprungs war — Hand, während um sie herum die letzten Geräusche der Schlacht verklangen, ersetzt durch das leisere, aber ebenso beunruhigende Geräusch der Nachsorge: die Rufe der Feldsanitäter-Servitoren, die durch die Verteidigungsgräben zogen, um Verwundete zu bergen; die binären Berichte, die zwischen den überlebenden Einheiten der Legion ausgetauscht wurden; und, am beunruhigendsten für Serah selbst, die Stille, die sich über jene Bereiche des Schlachtfelds legte, an denen die gefallenen Skitarii ihrer eigenen Kohorte lagen, ihre Körper eine seltsame, unwirkliche Mischung aus organischem Fleisch und zersplittertem Metall.
Sieben Standardjahre nach ihrer Initiierung — Jahre, die Serah mit einer Mischung aus zunehmender Kampferfahrung und einer stetig wachsenden, aber niemals vollständig artikulierten Unsicherheit über das Ausmaß ihrer eigenen fortschreitenden Transformation durchlebt hatte — erreichte eine Bedrohung Kadmus Secundus, die weit über das Ausmaß der kleinen Invasionstruppe hinausging, die ihre Kohorte in ihrem ersten Gefecht bekämpft hatte: eine vollständige Ork-Waaagh, angeführt von einem selbsternannten Warlord, dessen Streitmacht, gemäß den Aufklärungsberichten der Legion, mehrere zehntausend Grünhäute umfasste, unterstützt von primitiven, aber zerstörerischen Kriegsmaschinen, die sich der Schmiedelwelt über einen Zeitraum von mehreren Wochen näherten, ihre Ankunft von den Astropathen der Legion mit wachsender Besorgnis verfolgt.
Die Verteidigung von Kadmus Secundus, in Erwartung dieser Invasion, erforderte die Mobilisierung nicht nur der Siebten Kohorte, sondern praktisch der gesamten Skitarii-Streitmacht der Schmiedelwelt, ergänzt durch schwerere Unterstützungseinheiten, die Serah bis zu diesem Zeitpunkt nur aus theoretischen Unterweisungen gekannt hatte — Ironstrider-Ballistarii, jene zweibeinigen Kampfläufer, deren montierte Waffen selbst schwer gepanzerte Ziele in Sekunden zerstören konnten; Onager-Dünenläufer, kompaktere, aber ebenso tödliche Kampffahrzeuge, deren Hauptbewaffnung sich je nach taktischer Notwendigkeit zwischen Laserkanonen, Plasma- und Neutronenwaffen wechseln ließ; und, in den ranghöheren Formationen der Legion, Kataphronen-Zerstörer — jene tiefgreifend augmentierten, kaum noch als Individuen erkennbaren Skitarii, deren Körper so weitgehend durch schwere Waffensysteme ersetzt worden waren, dass sie eher wandelnden Kriegsmaschinen als Soldaten glichen, ihre verbleibende menschliche Substanz auf einen winzigen, tief in gepanzerten Chassis verborgenen Kern reduziert.
Serah, inzwischen zur Position einer Senior-Rangerin innerhalb ihrer Kohorte aufgestiegen, mit der zusätzlichen Verantwortung, drei jüngere, kürzlich initiierte Ranger in ihrer ersten Kampferfahrung anzuleiten, fand sich in der Nacht vor der erwarteten Hauptschlacht in einer der äußeren Verteidigungslinien der Schmiedelwelt wieder, einer Reihe befestigter Stellungen, die die primären Zufahrtswege zu den zentralen Fertigungsanlagen des Planeten schützten, gegen die sich, gemäß den taktischen Prognosen der Legion, der Hauptstoß der Ork-Invasion richten würde.
Die Schlacht selbst begann kurz nach der planetaren Morgendämmerung, mit einer Wucht, die selbst die erfahrensten Veteranen der Legion, wie Serah später von Skitarii-Marschall Corvane erfuhr, als bemerkenswert intensiv einstuften — die Ork-Waaagh näherte sich nicht in einer koordinierten, taktisch durchdachten Formation, wie es eine imperiale Streitmacht getan hätte, sondern als eine schiere, unaufhaltsame Woge grüner, brüllender Körper, verstärkt durch primitive, aber massive Kriegsmaschinen, deren Konstruktionsprinzipien jeder rationalen ingenieurstechnischen Logik zu widersprechen schienen und die dennoch, mit einer trotzigen, fast unerklärlichen Zuverlässigkeit, funktionierten.
Die erste Verteidigungslinie, an der Serahs Kohorte positioniert war, bestand hauptsächlich aus Skitarii-Rangern und -Vanguards, unterstützt von zwei Onager-Dünenläufern, deren koordiniertes Laserkanonenfeuer die ersten Wellen der anstürmenden Orks in verkohlte, zerfetzte Überreste verwandelte, lange bevor sie die eigentlichen Verteidigungsgräben erreichten. Serah, unter dem inzwischen vertrauten, aber nie vollständig komfortablen Griff des Protector-Imperativs operierend, koordinierte das Feuer ihrer drei jüngeren Schützlinge mit einer Präzision, die selbst sie selbst, in den seltenen Momenten bewussten Nachdenkens, die ihr der Imperativ noch gestattete, mit einem gewissen distanzierten Erstaunen registrierte.
Während die Hauptmasse der Ork-Waaagh sich gegen die vordersten Verteidigungslinien warf, operierte, unbemerkt von den anstürmenden Grünhäuten, ein kleiner Trupp Sicarianischer Infiltratoren bereits tief in deren Flanke — jene extrem modifizierten Spezialisten, deren Körper so weitreichend umgeformt worden waren, dass sie kaum noch eine erkennbar menschliche Silhouette trugen, deren Stealth-Kammschilde sie selbst für die verbesserten optischen Sensoren anderer Skitarii nur als flüchtiges Flimmern der Luft erscheinen ließen, während ihre Flechette-Karabiner, geladen mit toxinbeschichteten Nadelprojektilen, die Warlord-Leibwache in lautloser, methodischer Folge dezimierten, lange bevor der eigentliche Hauptangriff die Verteidigungsgräben erreichte. Serah selbst hatte in ihren gesamten Jahren des Dienstes nur zweimal Gelegenheit gehabt, eine Sicarianische Einheit bei einer aktiven Operation zu beobachten, und beide Male hatte sie dieselbe, unbehagliche Ehrfurcht empfunden, die, wie sie von anderen Rangern erfuhr, unter den weniger extrem modifizierten Skitarii nahezu universell geteilt wurde — die Erkenntnis, dass selbst innerhalb der eigenen Reihen Abstufungen der Transformation existierten, die selbst für sie, nach fünfundvierzig Jahren eigener Modifikation, kaum noch nachvollziehbar waren.
Parallel dazu unterstützten mehrere Trupps Skitarii-Vanguard, ausgerüstet mit Arc-Pistolen und den charakteristischen Radiumklingen ihrer Nahkampfspezialisierung, die zentrale Verteidigungslinie durch gezielte Gegenstöße gegen jene Bereiche der Ork-Formation, an denen sich größere Kriegsmaschinen — grob zusammengeschweißte Konstruktionen aus Schrott und geplünderter imperialer Technologie — durch die Verteidigungsgräben zu brechen drohten, ihre Arc-Waffen mit charakteristischen, blau-weißen Entladungen die primitive, aber dennoch gefährliche Panzerung dieser Maschinen durchdringend, während ihre Radiumklingen, bei jedem Treffer, jene charakteristische, kumulative Strahlenverbrennung hinterließen, die selbst massige Ork-Krieger nach wenigen Sekunden zu Boden zwang.
Doch die schiere Zahl der anstürmenden Orks erwies sich, wie es die taktischen Prognosen der Legion bereits vorausgesagt hatten, als ausreichend, um selbst die konzentrierte Feuerkraft der ersten Verteidigungslinie zu überwältigen, und binnen weniger Minuten fand sich Serahs Position im direkten Nahkampf wieder, während Orks, deren primitive, aber tödliche Waffen selbst durch die verstärkte Panzerung eines Skitarius dringen konnten, die Verteidigungsgräben überrannten.
Es war in diesem Moment, während sie einen anstürmenden Ork mit einem präzisen Schuss ihres Radiumkarabiners niederstreckte, dass Serah bemerkte, wie einer ihrer jüngeren Schützlinge — ein Ranger, dessen Designation sie sich als *Kohorte Sieben, Einheit Sieben-Eins-Drei* einprägte, dessen informellen Namen, wie sie sich später mit einer Bitterkeit erinnern sollte, die selbst der Protector-Imperativ nicht vollständig zu dämpfen vermochte, Yannick gewesen war — von einem massigen Ork-Nob mit einer improvisierten, aber verheerenden Energiewaffe getroffen wurde, deren Wucht ihn mehrere Meter durch die Luft schleuderte, bevor er, reglos, in den zerfurchten Boden des Verteidigungsgrabens stürzte.
Der Protector-Imperativ, der noch immer ihr Bewusstsein dominierte, registrierte den Verlust von Einheit Sieben-Eins-Drei lediglich als taktische Information — eine Neuberechnung der verbleibenden Feuerkraft ihrer unmittelbaren Formation, eine entsprechende Anpassung der Verteidigungsstrategie —, aber irgendwo, tief unter der kalten, methodischen Oberfläche des Imperativs, registrierte ein anderer, tieferer Teil ihres Bewusstseins, jener dünne, hartnäckige Faden ihrer ursprünglichen menschlichen Identität, den Verlust auf eine Weise, die selbst der Imperativ nicht vollständig zu unterdrücken vermochte — ein stummer, unaussprechlicher Schmerz, der, wie sie erst nach dem Ende der Schlacht vollständig verarbeiten sollte, tatsächlich Trauer war, roh und unverstellt, trotz der Schicht mechanischer Distanziertheit, die ihr gesamtes Wesen inzwischen umgab.
Die Schlacht dauerte, gemäß den offiziellen Aufzeichnungen der Legion, die Serah später einsehen konnte, insgesamt elf Stunden, während derer die kombinierten Skitarii-Streitkräfte von Kadmus Secundus, unterstützt durch die schwere Feuerkraft der Ironstrider und Onager-Formationen sowie, in den kritischsten Momenten der Schlacht, durch den Einsatz mehrerer Kataphronen-Zerstörer-Trupps, deren schiere zerstörerische Kapazität selbst die massivsten Ork-Kriegsmaschinen in Schrott verwandelte, die Invasion schließlich zurückschlugen, wenn auch zu einem Preis, den die offiziellen Verlustberichte der Legion mit jener charakteristischen, emotionslosen Präzision dokumentierten, die Serah inzwischen als typisch für die administrative Sprache des Kultes Mechanicus erkannte: einhundertsiebzehn Skitarii gefallen oder jenseits jeder Reparatur beschädigt, davon vierzehn allein aus der Siebten Kohorte.
Gegen Ende der Schlacht, als die letzten organisierten Reste der Ork-Waaagh sich in wilder, ungeordneter Flucht zurückzogen, verfolgt von den überlebenden Skitarii-Formationen, fand sich Serah, deren Protector-Imperativ inzwischen einer kurzen, aber intensiven Aktivierung des Conqueror-Imperativs gewichen war, in einem direkten Nahkampf gegen den Ork-Warlord selbst wieder — eine massive, von Narben übersäte Gestalt, deren primitive, aber offensichtlich meisterhaft gefertigte Rüstung selbst mehrere direkte Treffer ihres Radiumkarabiners überstanden hatte, bevor der Warlord, mit einer Geschwindigkeit, die seine schiere Masse eigentlich hätte verbieten sollen, sich auf sie stürzte, seine massive, primitive Nahkampfwaffe erhoben.
Was in den folgenden Sekunden geschah, blieb Serah, selbst Jahre später, nur als fragmentierte, unvollständige Erinnerung erhalten, gefiltert durch die Distanziertheit des Conqueror-Imperativs — der Aufprall der Ork-Waffe gegen ihre eigene, verstärkte Kraftrüstung, die sie zu Boden warf, aber, dank der Ceramit-Verbundlegierung ihrer synthetischen Skelettstruktur, nicht vollständig zerschmetterte; ihre eigene, unter dem Imperativ operierende Reaktion, die ihr eigenes Kampfmesser — jene Nahkampfklinge, die jeder Skitarii-Ranger als Reserve-Ausrüstung trug — mit einer Präzision und Geschwindigkeit einsetzte, die weit über das hinausging, was ihr ursprünglicher, unmodifizierter Körper jemals hätte leisten können, eine Serie präziser, tödlicher Schnitte, die den Warlord letztlich zu Fall brachten, während der Conqueror-Imperativ, in seiner kalten, methodischen Logik, keinerlei Raum für die Furcht ließ, die ein unmodifizierter Mensch angesichts eines derart übermächtigen Gegners zweifellos empfunden hätte.
Als der Imperativ, in den Minuten nach dem Fall des Warlords, allmählich seine Kontrolle über ihr Bewusstsein lockerte, fand sich Serah kniend im blutgetränkten Schlamm des Verteidigungsgrabens wieder, ihr Kampfmesser noch immer in der zitternden — ein Zittern, das, wie sie erst jetzt registrierte, nicht mechanischen, sondern rein menschlichen Ursprungs war — Hand, während um sie herum die letzten Geräusche der Schlacht verklangen, ersetzt durch das leisere, aber ebenso beunruhigende Geräusch der Nachsorge: die Rufe der Feldsanitäter-Servitoren, die durch die Verteidigungsgräben zogen, um Verwundete zu bergen; die binären Berichte, die zwischen den überlebenden Einheiten der Legion ausgetauscht wurden; und, am beunruhigendsten für Serah selbst, die Stille, die sich über jene Bereiche des Schlachtfelds legte, an denen die gefallenen Skitarii ihrer eigenen Kohorte lagen, ihre Körper eine seltsame, unwirkliche Mischung aus organischem Fleisch und zersplittertem Metall.
VIII. DER VERLUSTVIII. DER VERLUST
Sie fand Dessin in einer der provisorischen Feldlazarette, die die Legion in den Stunden nach der Schlacht in den äußeren Fertigungshallen errichtet hatte, umgeben von einem Dutzend anderer verwundeter Skitarii, deren beschädigte Körper von Enginseers und medizinischen Servitoren mit jener klinischen, emotionslosen Effizienz begutachtet wurden, die Serah inzwischen als charakteristisch für nahezu jeden Aspekt der Mechanicus-Existenz erkannte.
Der Transuranische Arkebus, den Dessin während der gesamten Schlacht geführt hatte, hatte, wie Serah später erfuhr, in den letzten Minuten des Kampfes gegen den Warlord-Trupp des Orks katastrophal versagt, eine Fehlfunktion in seinem strahlungsgeladenen Kern, die eine Explosion verursacht hatte, deren Wucht Dessins gesamte rechte Körperseite verwüstet hatte — nicht nur das ursprüngliche, biologische Gewebe, das dort noch verblieben war, sondern auch einen erheblichen Teil der synthetischen Implantate, die diese Seite seines Körpers in den Jahren seit seiner Initiierung ersetzt hatten.
„Die Diagnose ist nicht günstig“, sagte der behandelnde Enginseer, ein Tech-Priester namens Kalvex, dessen eigene, weitgehend augmentierte Erscheinung Serah nur eine begrenzte Fähigkeit zeigte, menschliches Mitgefühl in Stimme oder Haltung auszudrücken, als sie nach Dessins Zustand fragte. „Die verbleibende biologische Substanz ist zu umfangreich beschädigt, um eine weitere Reihe konventioneller augmetischer Ersatzoperationen zu rechtfertigen, gemäß den Effizienzrichtlinien, die der Magos Dominus für derartige Fälle festgelegt hat. Die einzige verbleibende Option, die eine Fortsetzung seines Dienstes gestattet, ist die vollständige Konvertierung.“
Serah kannte den Begriff — *vollständige Konvertierung* —, hatte ihn in den Jahren ihres Dienstes gelegentlich in den Randgesprächen anderer Ranger gehört, stets mit jener besonderen, gedämpften Furcht ausgesprochen, die selbst die am weitesten augmentierten unter ihnen noch zu empfinden schienen, wenn das Thema zur Sprache kam. Vollständige Konvertierung bedeutete die Umwandlung eines beschädigten Skitarius in einen Servitor oder, in selteneren, aber nicht unbekannten Fällen, in eine der schwereren Kataphronen-Einheiten — ein Prozess, der, im Gegensatz zur ursprünglichen Rite der Einverleibung, keinerlei Rücksicht mehr auf den Erhalt der verbleibenden Persönlichkeit oder kognitiven Kapazität des Betroffenen nahm, sondern lediglich darauf abzielte, die noch funktionsfähigen biologischen Komponenten für einen neuen, weitaus eingeschränkteren Zweck nutzbar zu machen.
„Er würde noch — leben?“, fragte Serah, eine Frage, deren Absurdität ihr selbst bewusst war, noch während sie sie stellte, aber die sie dennoch stellen musste, um mit letzter, verzweifelter Hoffnung eine Antwort zu erhalten, die anders ausfiel, als sie bereits wusste, dass sie ausfallen würde.
„Sein Körper würde funktionieren“, sagte Kalvex, mit einer Präzision, die Serah als absichtlich empfand, eine bewusste Vermeidung des Wortes *leben*, das, wie ihr in diesem Moment mit schmerzhafter Klarheit bewusst wurde, für den Zustand, den Dessin nach einer vollständigen Konvertierung erwarten würde, schlicht nicht mehr zutraf. „Seine kognitive Kapazität würde auf jenes Minimum reduziert, das notwendig ist, um grundlegende operative Befehle auszuführen. Er würde seine Umgebung nicht mehr auf eine Weise wahrnehmen, die du oder ich als bewusstes Erleben bezeichnen würden. Er würde, um deine Frage direkt zu beantworten, Skitarii-Rangerin Vier-Zwei-Neun, nicht mehr derjenige sein, den du kennst, ganz gleich, welchen Namen die offiziellen Aufzeichnungen seinem neuen Zustand zuweisen.“
Man gewährte ihr, gemäß einer Bestimmung, deren Existenz sie bis zu diesem Moment nicht gekannt hatte, eine letzte Möglichkeit, mit Dessin zu sprechen, bevor die Konvertierungsprozedur — bereits von Skitarii-Marschall Corvane genehmigt, gemäß den Effizienzrichtlinien der Legion, die eine rasche Entscheidung in derartigen Fällen vorschrieben — durchgeführt würde, und Serah fand ihn wach, aber sichtbar geschwächt, sein verbliebenes, biologisches Auge auf sie gerichtet, während medizinische Servitoren die letzten Vorbereitungen für seinen Transport in die Konvertierungskammern trafen.
„Sie haben es dir gesagt“, sagte er, seine Stimme, durch Schmerz und die Nachwirkung starker Analgetika gedämpft, aber dennoch erkennbar als seine eigene. „Was mit mir geschieht.“
„Ja“, sagte Serah, und stellte fest, dass sie, trotz aller Jahre der Modifikation, trotz der zunehmenden Distanziertheit, die inzwischen einen Großteil ihres emotionalen Erlebens prägte, keine Worte fand, die dem Moment angemessen gewesen wären.
„Ich habe dich einmal gefragt, ob ich aufsteigen will“, sagte Dessin, ein schwaches, fast unmerkliches Lächeln auf seinem noch teilweise biologischen Gesicht, das Serah, in diesem Moment, als das Grausamste erschien, was sie in ihren gesamten Jahren des Dienstes miterlebt hatte. „Ich glaube, das hier ist die Antwort, die das Universum für mich vorgesehen hat. Nicht Aufstieg. Nur — Reduktion. Bis nichts mehr übrig ist, das die Frage überhaupt noch stellen könnte.“
„Es tut mir leid“, sagte Serah, Worte, die unzureichend waren, das wusste sie, noch während sie sie aussprach, aber die einzigen, die ihr in diesem Moment zur Verfügung standen.
„Erinnere dich an mich“, sagte Dessin, seine Stimme jetzt kaum mehr als ein Flüstern, während die medizinischen Servitoren begannen, seine Trage in Richtung der wartenden Transportfahrzeuge zu bewegen. „Nicht an das, was ich werde. An das, was ich war. Ein Junge aus dem Dritten Sektor, der Angst vor der Aushebung hatte. Das ist die einzige Unsterblichkeit, die mir noch bleibt, glaube ich — die Erinnerung, die du an mich bewahrst, nachdem meine eigene verschwunden ist.“
Sie sah ihn nicht wieder, jedenfalls nicht als Dessin. Sie sah, mehrere Wochen später, in den Fertigungshallen der Legion, eine Kataphronen-Einheit vorbeimarschieren, deren Chassis-Konfiguration, gemäß den Wartungsprotokollen, die sie zufällig einsah, aus der teilweisen biologischen Substanz eines ehemaligen Skitarii-Rangers namens Vier-Zwei-Sieben konstruiert worden war — eine Designation, die, wie sie mit wachsender, unauslöschlicher Trauer erkannte, einst Dessin Karr gehört hatte, bevor selbst dieser letzte Rest seines ursprünglichen Namens durch die administrative Logik der Legion durch eine neue, funktionalere Kennung ersetzt worden war.
Sie stand lange still, während die Kataphronen-Einheit vorbeimarschierte, ihre eigenen, modifizierten Augen die vertrauten, aber jetzt kaum wiedererkennbaren Umrisse dessen registrierend, was einst ihr engster Vertrauter innerhalb der gesamten Legion gewesen war, und empfand, in diesem Moment, eine Trauer, die trotz aller Jahre fortschreitender neuraler Dämpfung noch immer mit einer Rohheit durch sie hindurchfuhr, die sie fast überraschte — der endgültige, unwiderrufliche Beweis dessen, was Dessin selbst ihr Jahre zuvor prophezeit hatte: dass es einen Punkt gab, jenseits dessen die Frage nach der verbleibenden Menschlichkeit nicht mehr gestellt werden konnte, weil nichts mehr übrig blieb, das die Frage zu stellen vermochte.
Sie fand Dessin in einer der provisorischen Feldlazarette, die die Legion in den Stunden nach der Schlacht in den äußeren Fertigungshallen errichtet hatte, umgeben von einem Dutzend anderer verwundeter Skitarii, deren beschädigte Körper von Enginseers und medizinischen Servitoren mit jener klinischen, emotionslosen Effizienz begutachtet wurden, die Serah inzwischen als charakteristisch für nahezu jeden Aspekt der Mechanicus-Existenz erkannte.
Der Transuranische Arkebus, den Dessin während der gesamten Schlacht geführt hatte, hatte, wie Serah später erfuhr, in den letzten Minuten des Kampfes gegen den Warlord-Trupp des Orks katastrophal versagt, eine Fehlfunktion in seinem strahlungsgeladenen Kern, die eine Explosion verursacht hatte, deren Wucht Dessins gesamte rechte Körperseite verwüstet hatte — nicht nur das ursprüngliche, biologische Gewebe, das dort noch verblieben war, sondern auch einen erheblichen Teil der synthetischen Implantate, die diese Seite seines Körpers in den Jahren seit seiner Initiierung ersetzt hatten.
„Die Diagnose ist nicht günstig“, sagte der behandelnde Enginseer, ein Tech-Priester namens Kalvex, dessen eigene, weitgehend augmentierte Erscheinung Serah nur eine begrenzte Fähigkeit zeigte, menschliches Mitgefühl in Stimme oder Haltung auszudrücken, als sie nach Dessins Zustand fragte. „Die verbleibende biologische Substanz ist zu umfangreich beschädigt, um eine weitere Reihe konventioneller augmetischer Ersatzoperationen zu rechtfertigen, gemäß den Effizienzrichtlinien, die der Magos Dominus für derartige Fälle festgelegt hat. Die einzige verbleibende Option, die eine Fortsetzung seines Dienstes gestattet, ist die vollständige Konvertierung.“
Serah kannte den Begriff — *vollständige Konvertierung* —, hatte ihn in den Jahren ihres Dienstes gelegentlich in den Randgesprächen anderer Ranger gehört, stets mit jener besonderen, gedämpften Furcht ausgesprochen, die selbst die am weitesten augmentierten unter ihnen noch zu empfinden schienen, wenn das Thema zur Sprache kam. Vollständige Konvertierung bedeutete die Umwandlung eines beschädigten Skitarius in einen Servitor oder, in selteneren, aber nicht unbekannten Fällen, in eine der schwereren Kataphronen-Einheiten — ein Prozess, der, im Gegensatz zur ursprünglichen Rite der Einverleibung, keinerlei Rücksicht mehr auf den Erhalt der verbleibenden Persönlichkeit oder kognitiven Kapazität des Betroffenen nahm, sondern lediglich darauf abzielte, die noch funktionsfähigen biologischen Komponenten für einen neuen, weitaus eingeschränkteren Zweck nutzbar zu machen.
„Er würde noch — leben?“, fragte Serah, eine Frage, deren Absurdität ihr selbst bewusst war, noch während sie sie stellte, aber die sie dennoch stellen musste, um mit letzter, verzweifelter Hoffnung eine Antwort zu erhalten, die anders ausfiel, als sie bereits wusste, dass sie ausfallen würde.
„Sein Körper würde funktionieren“, sagte Kalvex, mit einer Präzision, die Serah als absichtlich empfand, eine bewusste Vermeidung des Wortes *leben*, das, wie ihr in diesem Moment mit schmerzhafter Klarheit bewusst wurde, für den Zustand, den Dessin nach einer vollständigen Konvertierung erwarten würde, schlicht nicht mehr zutraf. „Seine kognitive Kapazität würde auf jenes Minimum reduziert, das notwendig ist, um grundlegende operative Befehle auszuführen. Er würde seine Umgebung nicht mehr auf eine Weise wahrnehmen, die du oder ich als bewusstes Erleben bezeichnen würden. Er würde, um deine Frage direkt zu beantworten, Skitarii-Rangerin Vier-Zwei-Neun, nicht mehr derjenige sein, den du kennst, ganz gleich, welchen Namen die offiziellen Aufzeichnungen seinem neuen Zustand zuweisen.“
Man gewährte ihr, gemäß einer Bestimmung, deren Existenz sie bis zu diesem Moment nicht gekannt hatte, eine letzte Möglichkeit, mit Dessin zu sprechen, bevor die Konvertierungsprozedur — bereits von Skitarii-Marschall Corvane genehmigt, gemäß den Effizienzrichtlinien der Legion, die eine rasche Entscheidung in derartigen Fällen vorschrieben — durchgeführt würde, und Serah fand ihn wach, aber sichtbar geschwächt, sein verbliebenes, biologisches Auge auf sie gerichtet, während medizinische Servitoren die letzten Vorbereitungen für seinen Transport in die Konvertierungskammern trafen.
„Sie haben es dir gesagt“, sagte er, seine Stimme, durch Schmerz und die Nachwirkung starker Analgetika gedämpft, aber dennoch erkennbar als seine eigene. „Was mit mir geschieht.“
„Ja“, sagte Serah, und stellte fest, dass sie, trotz aller Jahre der Modifikation, trotz der zunehmenden Distanziertheit, die inzwischen einen Großteil ihres emotionalen Erlebens prägte, keine Worte fand, die dem Moment angemessen gewesen wären.
„Ich habe dich einmal gefragt, ob ich aufsteigen will“, sagte Dessin, ein schwaches, fast unmerkliches Lächeln auf seinem noch teilweise biologischen Gesicht, das Serah, in diesem Moment, als das Grausamste erschien, was sie in ihren gesamten Jahren des Dienstes miterlebt hatte. „Ich glaube, das hier ist die Antwort, die das Universum für mich vorgesehen hat. Nicht Aufstieg. Nur — Reduktion. Bis nichts mehr übrig ist, das die Frage überhaupt noch stellen könnte.“
„Es tut mir leid“, sagte Serah, Worte, die unzureichend waren, das wusste sie, noch während sie sie aussprach, aber die einzigen, die ihr in diesem Moment zur Verfügung standen.
„Erinnere dich an mich“, sagte Dessin, seine Stimme jetzt kaum mehr als ein Flüstern, während die medizinischen Servitoren begannen, seine Trage in Richtung der wartenden Transportfahrzeuge zu bewegen. „Nicht an das, was ich werde. An das, was ich war. Ein Junge aus dem Dritten Sektor, der Angst vor der Aushebung hatte. Das ist die einzige Unsterblichkeit, die mir noch bleibt, glaube ich — die Erinnerung, die du an mich bewahrst, nachdem meine eigene verschwunden ist.“
Sie sah ihn nicht wieder, jedenfalls nicht als Dessin. Sie sah, mehrere Wochen später, in den Fertigungshallen der Legion, eine Kataphronen-Einheit vorbeimarschieren, deren Chassis-Konfiguration, gemäß den Wartungsprotokollen, die sie zufällig einsah, aus der teilweisen biologischen Substanz eines ehemaligen Skitarii-Rangers namens Vier-Zwei-Sieben konstruiert worden war — eine Designation, die, wie sie mit wachsender, unauslöschlicher Trauer erkannte, einst Dessin Karr gehört hatte, bevor selbst dieser letzte Rest seines ursprünglichen Namens durch die administrative Logik der Legion durch eine neue, funktionalere Kennung ersetzt worden war.
Sie stand lange still, während die Kataphronen-Einheit vorbeimarschierte, ihre eigenen, modifizierten Augen die vertrauten, aber jetzt kaum wiedererkennbaren Umrisse dessen registrierend, was einst ihr engster Vertrauter innerhalb der gesamten Legion gewesen war, und empfand, in diesem Moment, eine Trauer, die trotz aller Jahre fortschreitender neuraler Dämpfung noch immer mit einer Rohheit durch sie hindurchfuhr, die sie fast überraschte — der endgültige, unwiderrufliche Beweis dessen, was Dessin selbst ihr Jahre zuvor prophezeit hatte: dass es einen Punkt gab, jenseits dessen die Frage nach der verbleibenden Menschlichkeit nicht mehr gestellt werden konnte, weil nichts mehr übrig blieb, das die Frage zu stellen vermochte.
IX. WAS VOM MENSCHEN BLEIBTIX. WAS VOM MENSCHEN BLEIBT
In den Jahren, die Dessins Konvertierung folgten, entwickelte Serah — inzwischen zu einer Veteranin gereift, deren Erfahrung und zunehmend distanzierte, methodische Kampfführung sie zu einer der verlässlichsten Senior-Rangerinnen der Siebten Kohorte machten — eine Reihe von Beobachtungen über die Natur ihrer eigenen Existenz und die ihrer Kameraden, die sie, in den seltenen Momenten der Muße, die ihr das Leben der Legion gewährte, zu einer Art privater, nie niedergeschriebener Philosophie zusammenzufügen begann, eine persönliche Antwort auf die Frage, die Dessin ihr Jahre zuvor gestellt hatte, und die sie selbst sich seit dem Moment ihrer eigenen Aushebung stellte.
Was blieb, so kam sie zu verstehen, war nicht eine Frage der reinen biologischen Substanz — nicht die Menge an ursprünglichem, unmodifiziertem Fleisch, die ein Skitarius noch bewahrte, wie die offiziellen medizinischen Klassifikationen der Legion es implizierten —, sondern etwas Subtileres und, auf eine Weise, die sie nur schwer in Worte fassen konnte, Widerstandsfähigeres: die Fähigkeit, trotz aller Modifikation, trotz der zunehmenden Dämpfung emotionaler Reaktion, weiterhin Bedeutung in kleinen, scheinbar unwichtigen Momenten zu finden — der spezifische Klang, den Regen auf den Metalldächern der Kasernen erzeugte, während einer der seltenen Stürme, die über die industrielle Oberfläche von Kadmus Secundus hinwegzogen; die unerwartete, fast schüchterne Freundlichkeit eines jüngeren Rangers, der ihr, ohne dazu verpflichtet zu sein, half, eine beschädigte Komponente ihres eigenen Radiumkarabiners zu reparieren; die seltenen, aber bedeutsamen Momente geteilten, ungesagten Verständnisses zwischen Veteranen, die dieselben Verluste, dieselben schleichenden Transformationen durchlebt hatten.
Es gab, unter den Skitarii der Siebten Kohorte, eine Form des Humors, die Serah in ihren ersten Jahren des Dienstes nicht erwartet hätte — ein trockener, oft morbider Witz, der sich in den seltenen Momenten der Entspannung zwischen offiziellen Pflichten manifestierte, ein Humor, der, wie sie zunehmend erkannte, selbst eine Form des Widerstands gegen die vollständige Auslöschung individueller Persönlichkeit darstellte, die das System, dem sie dienten, letztlich anstrebte. Ranger tauschten binäre Witze über die Absurditäten der Wartungsprotokolle aus, spotteten, mit einer Vorsicht, die stets knapp innerhalb der Grenzen dessen blieb, was die höherrangigen Tech-Priester tolerierten, über die zunehmend bizarren theologischen Feinheiten, mit denen manche der ranghöheren Magi ihre eigenen, esoterischen Forschungsprojekte rechtfertigten, fanden, in der schieren Absurdität ihrer gemeinsamen Existenz, einen Trost, den keine offizielle Litanei ihnen hätte bieten können.
„Weißt du, was das Grausamste an alledem ist?“, fragte einmal ein anderer Senior-Ranger namens Corvael Thessin, mit dem Serah in den Jahren nach Dessins Verlust eine vorsichtige, aber echte Kameradschaft entwickelt hatte, während sie beide, in einer der seltenen Ruhephasen zwischen Wartungsdienst und Trainingsübungen, gemeinsam ihre jeweiligen Waffen pflegten. „Sie haben uns nicht unsere Menschlichkeit genommen. Nicht vollständig, jedenfalls. Sie haben uns nur genug davon gelassen, um zu wissen, was wir verlieren, während wir es verlieren. Ein Servitor leidet nicht unter dem Bewusstsein seines eigenen Verfalls. Wir schon. Das ist der eigentliche Preis der Skitarii-Existenz — nicht die Modifikation selbst, sondern das Privileg, klar genug zu bleiben, um sie zu betrauern.“
Es war eine düstere Beobachtung, aber Serah fand darin, paradoxerweise, einen gewissen Trost — die Erkenntnis, dass ihre eigene, fortdauernde Trauer, ihre eigene Unfähigkeit, sich vollständig mit dem System zu versöhnen, dem sie diente, kein Zeichen des Versagens war, sondern im Gegenteil ein Beweis dafür, dass etwas von Serah Voktan, dem Menschen, der sie einst gewesen war, tatsächlich noch existierte, verborgen unter Schichten neuraler Dämpfung und mechanischer Distanziertheit, aber nicht vollständig ausgelöscht.
Die Theologie des Kultes Mechanicus selbst, wie Serah sie in den Jahren ihres Dienstes zunehmend zu verstehen begann, bot, trotz ihrer kalten, oft unbarmherzigen praktischen Anwendung, eine Perspektive auf diese fortdauernde Existenz, die sie, entgegen ihrer anfänglichen instinktiven Ablehnung, allmählich als aufrichtig tröstlich zu empfinden begann — die Vorstellung, dass die vollständige Transformation eines Geistes von Fleisch zu Maschine, weit davon entfernt, eine Auslöschung zu sein, letztlich eine Form der Transzendenz darstellte, eine Annäherung an jene Unsterblichkeit, die die vollständig augmentierten Tech-Priester der höchsten Ränge, so behauptete man, tatsächlich erreichten, wenn ihr biologisches Gehirn schließlich vollständig durch Kognitor-Architektur ersetzt wurde und ihr Bewusstsein, in einer Form, die selbst die fortschrittlichste imperiale Wissenschaft nur unvollständig verstand, in den größeren, kollektiven Datenströmen des Kultes weiterexistierte, lange nachdem ihr ursprünglicher, biologischer Körper zu Staub zerfallen war.
Ob diese Verheißung der Unsterblichkeit tatsächlich der Wahrheit entsprach, oder lediglich eine weitere, subtilere Form der Kontrolle darstellte, mit der die Priesterschaft ihre Diener zu willigerer Kooperation mit dem fortschreitenden Prozess ihrer eigenen Modifikation bewegte, war eine Frage, die Serah nie vollständig zu beantworten vermochte, und die, wie sie zunehmend erkannte, auch die höchsten Ränge des Kultes selbst nicht mit letzter Gewissheit zu beantworten schienen — eine Unsicherheit, die, paradoxerweise, ihr eigenes Verhältnis zu ihrem Glauben eher stärkte als schwächte, weil sie erkannte, dass selbst die mächtigsten und am weitesten transformierten Diener des Maschinengottes letztlich mit derselben fundamentalen Unsicherheit rangen, die auch sie selbst quälte — der Frage, was tatsächlich jenseits der vollständigen Transformation wartete, und ob das, was dort wartete, noch in irgendeinem bedeutsamen Sinne *sie selbst* sein würde.
Die Beziehungen, die sich zwischen den Skitarii der Siebten Kohorte über die Jahre entwickelten, folgten, wie Serah bemerkte, einem Muster, das sich fundamental von dem unterschied, was sie aus ihrem früheren Leben als Kameradschaft oder Freundschaft verstanden hatte — eine Verbindung, die weniger auf geteilten Interessen oder emotionaler Vertrautheit basierte, wie es unter unmodifizierten Menschen der Fall gewesen wäre, sondern auf etwas Grundlegenderem: dem gemeinsamen, unausgesprochenen Wissen um den spezifischen Verlust, den jeder von ihnen erlitten hatte, und der stillschweigenden, aber unerschütterlichen Verpflichtung, einander durch die fortschreitende Erosion ihrer jeweiligen Identität zu begleiten, so weit dies möglich war, bevor die Reduktion — durch Tod, durch vollständige Konvertierung, oder durch den langsameren, aber ebenso unaufhaltsamen Prozess fortschreitender Aufstieg-Modifikation — einen von ihnen aus den Reihen der noch relativ Unveränderten herausnahm.
Es gab, in diesen Jahren, auch Momente, die Serah nicht in die Kategorie der Trauer oder des Verlusts einordnen konnte, sondern die, auf ihre eigene, seltsame Weise, tatsächlich Freude bereiteten — die spezifische, kalte Präzision, mit der ein perfekt ausgeführtes Wartungsritual eine beschädigte Komponente ihrer Ausrüstung wiederherstellte; die Genugtuung, wenn eine besonders komplexe binäre Litanei sich in ihrem eigenen Bewusstsein zu einer Klarheit formte, die weit über das hinausging, was sie in ihrem ursprünglichen, unmodifizierten Zustand jemals hätte erreichen können; sogar, in seltenen, überraschenden Momenten, eine Art ästhetische Wertschätzung für die schiere, unerbittliche Effizienz der Maschinen, mit denen sie inzwischen einen erheblichen Teil ihrer eigenen Existenz teilte — eine Wertschätzung, die, wie ihr mit wachsendem Unbehagen bewusst wurde, selbst ein Symptom jener fortschreitenden Transformation war, die sie gleichzeitig fürchtete und, auf eine Weise, die sie sich nur widerwillig eingestand, zunehmend zu akzeptieren begann.
Sie dachte, in diesen Jahren, oft an die Worte zurück, die Magos Historian Kallendra Thessus — eine Gelehrte, deren Schriften über die Geschichte und Philosophie des Kultes Mechanicus sie während einer ihrer seltenen Aufenthalte in den zentralen Archiven der Schmiedelwelt entdeckt hatte — über die Natur der Skitarii-Existenz verfasst hatte, jene Beobachtung über den Samen, der zum Baum wird, weder besser noch schlechter, sondern etwas fundamental Anderes, das der Same, in seinem ursprünglichen Zustand, niemals hätte begreifen können. Es war eine Beobachtung, die Serah, in den ersten Jahren ihres Dienstes, als kalte, akademische Rechtfertigung eines grausamen Systems abgelehnt hätte. Jetzt, nach Jahren der Erfahrung, nach dem Verlust Dessins und unzähliger anderer Kameraden, nach der schrittweisen, aber unaufhaltsamen Transformation ihres eigenen Körpers und Bewusstseins, fand sie darin etwas, das sie nur zögerlich als Wahrheit anzuerkennen bereit war — nicht Trost, denn Trost implizierte eine Lösung des zugrundeliegenden Schmerzes, sondern etwas Bescheideneres: die Möglichkeit, dass ihre eigene, fortdauernde Existenz, so fremd und fragmentiert sie auch geworden war, dennoch bedeutungsvoll bleiben konnte, nicht trotz, sondern gerade wegen der Fremdheit, die sie inzwischen von ihrem ursprünglichen, menschlichen Selbst trennte.
In den Jahren, die Dessins Konvertierung folgten, entwickelte Serah — inzwischen zu einer Veteranin gereift, deren Erfahrung und zunehmend distanzierte, methodische Kampfführung sie zu einer der verlässlichsten Senior-Rangerinnen der Siebten Kohorte machten — eine Reihe von Beobachtungen über die Natur ihrer eigenen Existenz und die ihrer Kameraden, die sie, in den seltenen Momenten der Muße, die ihr das Leben der Legion gewährte, zu einer Art privater, nie niedergeschriebener Philosophie zusammenzufügen begann, eine persönliche Antwort auf die Frage, die Dessin ihr Jahre zuvor gestellt hatte, und die sie selbst sich seit dem Moment ihrer eigenen Aushebung stellte.
Was blieb, so kam sie zu verstehen, war nicht eine Frage der reinen biologischen Substanz — nicht die Menge an ursprünglichem, unmodifiziertem Fleisch, die ein Skitarius noch bewahrte, wie die offiziellen medizinischen Klassifikationen der Legion es implizierten —, sondern etwas Subtileres und, auf eine Weise, die sie nur schwer in Worte fassen konnte, Widerstandsfähigeres: die Fähigkeit, trotz aller Modifikation, trotz der zunehmenden Dämpfung emotionaler Reaktion, weiterhin Bedeutung in kleinen, scheinbar unwichtigen Momenten zu finden — der spezifische Klang, den Regen auf den Metalldächern der Kasernen erzeugte, während einer der seltenen Stürme, die über die industrielle Oberfläche von Kadmus Secundus hinwegzogen; die unerwartete, fast schüchterne Freundlichkeit eines jüngeren Rangers, der ihr, ohne dazu verpflichtet zu sein, half, eine beschädigte Komponente ihres eigenen Radiumkarabiners zu reparieren; die seltenen, aber bedeutsamen Momente geteilten, ungesagten Verständnisses zwischen Veteranen, die dieselben Verluste, dieselben schleichenden Transformationen durchlebt hatten.
Es gab, unter den Skitarii der Siebten Kohorte, eine Form des Humors, die Serah in ihren ersten Jahren des Dienstes nicht erwartet hätte — ein trockener, oft morbider Witz, der sich in den seltenen Momenten der Entspannung zwischen offiziellen Pflichten manifestierte, ein Humor, der, wie sie zunehmend erkannte, selbst eine Form des Widerstands gegen die vollständige Auslöschung individueller Persönlichkeit darstellte, die das System, dem sie dienten, letztlich anstrebte. Ranger tauschten binäre Witze über die Absurditäten der Wartungsprotokolle aus, spotteten, mit einer Vorsicht, die stets knapp innerhalb der Grenzen dessen blieb, was die höherrangigen Tech-Priester tolerierten, über die zunehmend bizarren theologischen Feinheiten, mit denen manche der ranghöheren Magi ihre eigenen, esoterischen Forschungsprojekte rechtfertigten, fanden, in der schieren Absurdität ihrer gemeinsamen Existenz, einen Trost, den keine offizielle Litanei ihnen hätte bieten können.
„Weißt du, was das Grausamste an alledem ist?“, fragte einmal ein anderer Senior-Ranger namens Corvael Thessin, mit dem Serah in den Jahren nach Dessins Verlust eine vorsichtige, aber echte Kameradschaft entwickelt hatte, während sie beide, in einer der seltenen Ruhephasen zwischen Wartungsdienst und Trainingsübungen, gemeinsam ihre jeweiligen Waffen pflegten. „Sie haben uns nicht unsere Menschlichkeit genommen. Nicht vollständig, jedenfalls. Sie haben uns nur genug davon gelassen, um zu wissen, was wir verlieren, während wir es verlieren. Ein Servitor leidet nicht unter dem Bewusstsein seines eigenen Verfalls. Wir schon. Das ist der eigentliche Preis der Skitarii-Existenz — nicht die Modifikation selbst, sondern das Privileg, klar genug zu bleiben, um sie zu betrauern.“
Es war eine düstere Beobachtung, aber Serah fand darin, paradoxerweise, einen gewissen Trost — die Erkenntnis, dass ihre eigene, fortdauernde Trauer, ihre eigene Unfähigkeit, sich vollständig mit dem System zu versöhnen, dem sie diente, kein Zeichen des Versagens war, sondern im Gegenteil ein Beweis dafür, dass etwas von Serah Voktan, dem Menschen, der sie einst gewesen war, tatsächlich noch existierte, verborgen unter Schichten neuraler Dämpfung und mechanischer Distanziertheit, aber nicht vollständig ausgelöscht.
Die Theologie des Kultes Mechanicus selbst, wie Serah sie in den Jahren ihres Dienstes zunehmend zu verstehen begann, bot, trotz ihrer kalten, oft unbarmherzigen praktischen Anwendung, eine Perspektive auf diese fortdauernde Existenz, die sie, entgegen ihrer anfänglichen instinktiven Ablehnung, allmählich als aufrichtig tröstlich zu empfinden begann — die Vorstellung, dass die vollständige Transformation eines Geistes von Fleisch zu Maschine, weit davon entfernt, eine Auslöschung zu sein, letztlich eine Form der Transzendenz darstellte, eine Annäherung an jene Unsterblichkeit, die die vollständig augmentierten Tech-Priester der höchsten Ränge, so behauptete man, tatsächlich erreichten, wenn ihr biologisches Gehirn schließlich vollständig durch Kognitor-Architektur ersetzt wurde und ihr Bewusstsein, in einer Form, die selbst die fortschrittlichste imperiale Wissenschaft nur unvollständig verstand, in den größeren, kollektiven Datenströmen des Kultes weiterexistierte, lange nachdem ihr ursprünglicher, biologischer Körper zu Staub zerfallen war.
Ob diese Verheißung der Unsterblichkeit tatsächlich der Wahrheit entsprach, oder lediglich eine weitere, subtilere Form der Kontrolle darstellte, mit der die Priesterschaft ihre Diener zu willigerer Kooperation mit dem fortschreitenden Prozess ihrer eigenen Modifikation bewegte, war eine Frage, die Serah nie vollständig zu beantworten vermochte, und die, wie sie zunehmend erkannte, auch die höchsten Ränge des Kultes selbst nicht mit letzter Gewissheit zu beantworten schienen — eine Unsicherheit, die, paradoxerweise, ihr eigenes Verhältnis zu ihrem Glauben eher stärkte als schwächte, weil sie erkannte, dass selbst die mächtigsten und am weitesten transformierten Diener des Maschinengottes letztlich mit derselben fundamentalen Unsicherheit rangen, die auch sie selbst quälte — der Frage, was tatsächlich jenseits der vollständigen Transformation wartete, und ob das, was dort wartete, noch in irgendeinem bedeutsamen Sinne *sie selbst* sein würde.
Die Beziehungen, die sich zwischen den Skitarii der Siebten Kohorte über die Jahre entwickelten, folgten, wie Serah bemerkte, einem Muster, das sich fundamental von dem unterschied, was sie aus ihrem früheren Leben als Kameradschaft oder Freundschaft verstanden hatte — eine Verbindung, die weniger auf geteilten Interessen oder emotionaler Vertrautheit basierte, wie es unter unmodifizierten Menschen der Fall gewesen wäre, sondern auf etwas Grundlegenderem: dem gemeinsamen, unausgesprochenen Wissen um den spezifischen Verlust, den jeder von ihnen erlitten hatte, und der stillschweigenden, aber unerschütterlichen Verpflichtung, einander durch die fortschreitende Erosion ihrer jeweiligen Identität zu begleiten, so weit dies möglich war, bevor die Reduktion — durch Tod, durch vollständige Konvertierung, oder durch den langsameren, aber ebenso unaufhaltsamen Prozess fortschreitender Aufstieg-Modifikation — einen von ihnen aus den Reihen der noch relativ Unveränderten herausnahm.
Es gab, in diesen Jahren, auch Momente, die Serah nicht in die Kategorie der Trauer oder des Verlusts einordnen konnte, sondern die, auf ihre eigene, seltsame Weise, tatsächlich Freude bereiteten — die spezifische, kalte Präzision, mit der ein perfekt ausgeführtes Wartungsritual eine beschädigte Komponente ihrer Ausrüstung wiederherstellte; die Genugtuung, wenn eine besonders komplexe binäre Litanei sich in ihrem eigenen Bewusstsein zu einer Klarheit formte, die weit über das hinausging, was sie in ihrem ursprünglichen, unmodifizierten Zustand jemals hätte erreichen können; sogar, in seltenen, überraschenden Momenten, eine Art ästhetische Wertschätzung für die schiere, unerbittliche Effizienz der Maschinen, mit denen sie inzwischen einen erheblichen Teil ihrer eigenen Existenz teilte — eine Wertschätzung, die, wie ihr mit wachsendem Unbehagen bewusst wurde, selbst ein Symptom jener fortschreitenden Transformation war, die sie gleichzeitig fürchtete und, auf eine Weise, die sie sich nur widerwillig eingestand, zunehmend zu akzeptieren begann.
Sie dachte, in diesen Jahren, oft an die Worte zurück, die Magos Historian Kallendra Thessus — eine Gelehrte, deren Schriften über die Geschichte und Philosophie des Kultes Mechanicus sie während einer ihrer seltenen Aufenthalte in den zentralen Archiven der Schmiedelwelt entdeckt hatte — über die Natur der Skitarii-Existenz verfasst hatte, jene Beobachtung über den Samen, der zum Baum wird, weder besser noch schlechter, sondern etwas fundamental Anderes, das der Same, in seinem ursprünglichen Zustand, niemals hätte begreifen können. Es war eine Beobachtung, die Serah, in den ersten Jahren ihres Dienstes, als kalte, akademische Rechtfertigung eines grausamen Systems abgelehnt hätte. Jetzt, nach Jahren der Erfahrung, nach dem Verlust Dessins und unzähliger anderer Kameraden, nach der schrittweisen, aber unaufhaltsamen Transformation ihres eigenen Körpers und Bewusstseins, fand sie darin etwas, das sie nur zögerlich als Wahrheit anzuerkennen bereit war — nicht Trost, denn Trost implizierte eine Lösung des zugrundeliegenden Schmerzes, sondern etwas Bescheideneres: die Möglichkeit, dass ihre eigene, fortdauernde Existenz, so fremd und fragmentiert sie auch geworden war, dennoch bedeutungsvoll bleiben konnte, nicht trotz, sondern gerade wegen der Fremdheit, die sie inzwischen von ihrem ursprünglichen, menschlichen Selbst trennte.
X. DIE FRAGE DER JAHRZEHNTEX. DIE FRAGE DER JAHRZEHNTE
Fünfundvierzig Standardjahre nach ihrer ursprünglichen Aushebung — eine Zeitspanne, die für einen unmodifizierten Bewohner der Proletor-Kaste bereits das gesamte natürliche Lebensalter überschritten hätte, die für Serah jedoch, dank der zahlreichen Modifikationen, die ihren Körper inzwischen weit über die Grenzen ursprünglicher menschlicher Physiologie hinausgeführt hatten, lediglich die Lebensmitte ihrer erwarteten Dienstzeit darstellte — hatte sich die Zusammensetzung der Siebten Kohorte fast vollständig verändert.
Von den vierzehn jungen Menschen, die gemeinsam mit ihr an jenem ersten Tag der Aushebung aus dem Dritten Sektor geführt worden waren, lebte, außer ihr selbst, nur noch einer — ein Ranger namens Kessil Vorn, dessen eigene Modifikationen inzwischen so weitreichend waren, dass Serah, wenn sie ihn ansah, zunehmend Mühe hatte, in seiner metallverkleideten Gestalt auch nur die geringste Spur des ängstlichen jungen Mannes wiederzuerkennen, der einst neben ihr im Transporter gesessen hatte. Die anderen waren gefallen, im Kampf gegen Orks, gegen gelegentliche Xenos-Überfälle, gegen die seltenen, aber stets brutalen internen Aufstände, die gelegentlich unter den Proletor-Massen ausbrachen, wenn die Last des Systems, dem sie dienten, für einzelne Gemeinschaften unerträglich wurde; oder sie waren, wie Dessin, jener vollständigen Konvertierung unterzogen worden, ihre verbleibende individuelle Existenz reduziert auf funktionale Komponenten größerer, unpersönlicher Kriegsmaschinen.
Serah selbst hatte, in den Jahrzehnten ihres fortgesetzten Dienstes, weitere Modifikationen erhalten — nicht durch traumatische Verwundung, wie es bei Dessin der Fall gewesen war, sondern durch den regulären, systematischen Prozess fortschreitender Aufwertung, mit dem der Kult Mechanicus seine erfahrensten und verdienstvollsten Skitarii belohnte: ein verstärktes Skelettsystem, das ihre bereits beträchtliche physische Widerstandsfähigkeit weiter steigerte; ein erweitertes sensorisches Array, das ihr ermöglichte, feindliche Kampflinien noch aus größerer Distanz zu analysieren und ihre eigene Feuerkoordination entsprechend anzupassen; und, was sie selbst am meisten beunruhigte, eine zunehmende Integration ihres eigenen Cortex-Controllers mit dem größeren, kollektiven Kommunikationsnetzwerk der Legion, eine Modifikation, die ihre Fähigkeit zur unabhängigen, individuellen Reflexion, wie sie mit wachsender Sorge bemerkte, subtil, aber unverkennbar zu beeinträchtigen begann.
Es war in diesem Kontext, während einer der periodischen Bewertungszeremonien, mit denen die Legion den fortschreitenden Dienst ihrer erfahrensten Ranger begutachtete, dass Skitarii-Marschall Corvane — selbst inzwischen noch weiter augmentiert, ihre ursprünglich bereits kaum menschliche Erscheinung nunmehr fast vollständig durch mechanische Strukturen ersetzt — Serah mit jener Möglichkeit konfrontierte, die Dessin Jahre zuvor als seine größte Furcht beschrieben hatte: die formelle Empfehlung für den Aufstieg zur vollständigen Initiierung als Tech-Priesterin.
„Deine Dienstakte rechtfertigt diese Empfehlung in jeder relevanten Kategorie“, sagte Corvane, ihre modulierte Stimme von jener unveränderlichen, kalten Autorität getragen, die Serah seit ihrer ersten Begegnung mit der Marschallin kannte. „Deine taktische Leistung, deine Führungsfähigkeiten innerhalb der Kohorte, deine Fähigkeit, auch unter extremem Stress präzise Entscheidungen zu treffen — all dies deutet auf ein Potenzial hin, das über die gegenwärtigen Grenzen deiner Position als Senior-Rangerin hinausgeht. Der Magos Dominus selbst hat deine Akte zur Kenntnis genommen. Die Entscheidung, ob du diesen Weg beschreiten willst, liegt jedoch, wie es unsere Tradition vorschreibt, letztlich bei dir.“
Serah, die diese Worte mit einer äußerlichen Ruhe entgegennahm, die ihr eigenes, inneres Aufruhr kaum verbarg, fand sich, in den folgenden Wochen der vorgeschriebenen Bedenkzeit, in einer Auseinandersetzung mit genau jener Frage wieder, die sie Dessin, Jahrzehnte zuvor, in den ersten Nächten ihres gemeinsamen Dienstes gestellt hatte — nicht mehr als abstrakte, theoretische Sorge, sondern als konkrete, unmittelbar bevorstehende Entscheidung, deren Konsequenzen, wie sie aus eigener, jahrzehntelanger Beobachtung wusste, unwiderruflich sein würden.
Der Aufstieg zur vollständigen Tech-Priesterschaft, wie Serah es in den Jahren ihres Dienstes bei zahlreichen anderen Skitarii beobachtet hatte, die diesen Weg gewählt oder, in selteneren Fällen, ihn abgelehnt hatten, bot unbestreitbare Vorteile — eine erweiterte Lebensspanne, die sich über mehrere Jahrhunderte erstrecken konnte; Zugang zu Wissen und technologischen Ressourcen, die einem einfachen Skitarius für immer verschlossen blieben; eine Position innerhalb der Hierarchie des Kultes, die Autorität und Einfluss mit sich brachte, von denen die Proletor-Kaste, aus der sie ursprünglich stammte, nicht einmal zu träumen wagte. Aber er forderte auch, wie sie mit eigenen Augen bei unzähligen ranghohen Tech-Priestern beobachtet hatte, einen Preis, der weit über das hinausging, was selbst die extremsten Skitarii-Modifikationen von einem Menschen forderten — eine vollständige, letztlich unwiderrufliche Auflösung jener verbleibenden individuellen Identität, die selbst nach fünfundvierzig Jahren fortschreitender Skitarii-Transformation noch, wenn auch zunehmend fragmentiert, in ihr existierte.
Sie suchte, in jenen Wochen der Bedenkzeit, Corvael Thessin auf, jenen Senior-Ranger, mit dem sie über die Jahrzehnte eine der beständigsten Freundschaften ihres neuen Lebens entwickelt hatte, und der, wie sie wusste, selbst vor einigen Jahren eine ähnliche Empfehlung erhalten und, nach eigener, offen bekundeter Überlegung, abgelehnt hatte.
„Ich habe abgelehnt, weil ich erkannte, dass die Frage selbst bereits die Antwort enthielt“, sagte Corvael, während sie beide, in einer der seltenen ruhigen Stunden zwischen offiziellen Pflichten, auf einer der äußeren Beobachtungsplattformen der Legion saßen, von wo aus sich ein weiter Blick über die rauchenden Fertigungsanlagen von Kadmus Secundus erstreckte. „Wenn ich noch genug von mir selbst besäße, um bereitwillig in den Aufstieg einzuwilligen, ohne jeden Zweifel, ohne jede Trauer über das, was ich damit endgültig aufgeben würde — dann wäre vielleicht ohnehin schon zu wenig von der ursprünglichen Serah oder dem ursprünglichen Corvael übrig, um den Verlust überhaupt noch zu bemerken. Aber solange der Zweifel selbst noch existiert, solange die Frage noch schmerzt, bevor wir sie beantworten — das, glaube ich, ist das letzte, verbliebene Zeichen dessen, was wir einst waren, und es zu bewahren, so lange es uns möglich ist, erscheint mir wichtiger als jede Erweiterung von Lebensspanne oder Autorität, die der Aufstieg mit sich bringen würde.“
Es war keine Antwort, die Serah unmittelbar zu einer eigenen Entscheidung verhalf, aber es war, wie sie in den folgenden Tagen erkannte, die ehrlichste Formulierung dessen, was sie selbst, in ihrem eigenen, zunehmend fragmentierten Bewusstsein, bereits zu ahnen begonnen hatte — dass die Frage nach dem Aufstieg letztlich untrennbar mit der größeren, nie vollständig beantworteten Frage verbunden war, die sie seit dem Tag ihrer ursprünglichen Aushebung begleitet hatte: was von einem Menschen tatsächlich übrig bleibt, wenn man ihm, Schritt für Schritt, jene Eigenschaften nimmt, die ihn einst definierten, und ob der Wunsch, diesen Verlust zu vermeiden, selbst bereits ein Beweis dafür war, dass genug von diesem ursprünglichen Menschen noch existierte, um den Verlust zu fürchten — ein Paradox, das, wie sie zunehmend erkannte, vielleicht keine Auflösung besaß, sondern lediglich, mit jedem weiteren Jahr fortgesetzten Dienstes, immer wieder neu durchlebt werden musste.
Fünfundvierzig Standardjahre nach ihrer ursprünglichen Aushebung — eine Zeitspanne, die für einen unmodifizierten Bewohner der Proletor-Kaste bereits das gesamte natürliche Lebensalter überschritten hätte, die für Serah jedoch, dank der zahlreichen Modifikationen, die ihren Körper inzwischen weit über die Grenzen ursprünglicher menschlicher Physiologie hinausgeführt hatten, lediglich die Lebensmitte ihrer erwarteten Dienstzeit darstellte — hatte sich die Zusammensetzung der Siebten Kohorte fast vollständig verändert.
Von den vierzehn jungen Menschen, die gemeinsam mit ihr an jenem ersten Tag der Aushebung aus dem Dritten Sektor geführt worden waren, lebte, außer ihr selbst, nur noch einer — ein Ranger namens Kessil Vorn, dessen eigene Modifikationen inzwischen so weitreichend waren, dass Serah, wenn sie ihn ansah, zunehmend Mühe hatte, in seiner metallverkleideten Gestalt auch nur die geringste Spur des ängstlichen jungen Mannes wiederzuerkennen, der einst neben ihr im Transporter gesessen hatte. Die anderen waren gefallen, im Kampf gegen Orks, gegen gelegentliche Xenos-Überfälle, gegen die seltenen, aber stets brutalen internen Aufstände, die gelegentlich unter den Proletor-Massen ausbrachen, wenn die Last des Systems, dem sie dienten, für einzelne Gemeinschaften unerträglich wurde; oder sie waren, wie Dessin, jener vollständigen Konvertierung unterzogen worden, ihre verbleibende individuelle Existenz reduziert auf funktionale Komponenten größerer, unpersönlicher Kriegsmaschinen.
Serah selbst hatte, in den Jahrzehnten ihres fortgesetzten Dienstes, weitere Modifikationen erhalten — nicht durch traumatische Verwundung, wie es bei Dessin der Fall gewesen war, sondern durch den regulären, systematischen Prozess fortschreitender Aufwertung, mit dem der Kult Mechanicus seine erfahrensten und verdienstvollsten Skitarii belohnte: ein verstärktes Skelettsystem, das ihre bereits beträchtliche physische Widerstandsfähigkeit weiter steigerte; ein erweitertes sensorisches Array, das ihr ermöglichte, feindliche Kampflinien noch aus größerer Distanz zu analysieren und ihre eigene Feuerkoordination entsprechend anzupassen; und, was sie selbst am meisten beunruhigte, eine zunehmende Integration ihres eigenen Cortex-Controllers mit dem größeren, kollektiven Kommunikationsnetzwerk der Legion, eine Modifikation, die ihre Fähigkeit zur unabhängigen, individuellen Reflexion, wie sie mit wachsender Sorge bemerkte, subtil, aber unverkennbar zu beeinträchtigen begann.
Es war in diesem Kontext, während einer der periodischen Bewertungszeremonien, mit denen die Legion den fortschreitenden Dienst ihrer erfahrensten Ranger begutachtete, dass Skitarii-Marschall Corvane — selbst inzwischen noch weiter augmentiert, ihre ursprünglich bereits kaum menschliche Erscheinung nunmehr fast vollständig durch mechanische Strukturen ersetzt — Serah mit jener Möglichkeit konfrontierte, die Dessin Jahre zuvor als seine größte Furcht beschrieben hatte: die formelle Empfehlung für den Aufstieg zur vollständigen Initiierung als Tech-Priesterin.
„Deine Dienstakte rechtfertigt diese Empfehlung in jeder relevanten Kategorie“, sagte Corvane, ihre modulierte Stimme von jener unveränderlichen, kalten Autorität getragen, die Serah seit ihrer ersten Begegnung mit der Marschallin kannte. „Deine taktische Leistung, deine Führungsfähigkeiten innerhalb der Kohorte, deine Fähigkeit, auch unter extremem Stress präzise Entscheidungen zu treffen — all dies deutet auf ein Potenzial hin, das über die gegenwärtigen Grenzen deiner Position als Senior-Rangerin hinausgeht. Der Magos Dominus selbst hat deine Akte zur Kenntnis genommen. Die Entscheidung, ob du diesen Weg beschreiten willst, liegt jedoch, wie es unsere Tradition vorschreibt, letztlich bei dir.“
Serah, die diese Worte mit einer äußerlichen Ruhe entgegennahm, die ihr eigenes, inneres Aufruhr kaum verbarg, fand sich, in den folgenden Wochen der vorgeschriebenen Bedenkzeit, in einer Auseinandersetzung mit genau jener Frage wieder, die sie Dessin, Jahrzehnte zuvor, in den ersten Nächten ihres gemeinsamen Dienstes gestellt hatte — nicht mehr als abstrakte, theoretische Sorge, sondern als konkrete, unmittelbar bevorstehende Entscheidung, deren Konsequenzen, wie sie aus eigener, jahrzehntelanger Beobachtung wusste, unwiderruflich sein würden.
Der Aufstieg zur vollständigen Tech-Priesterschaft, wie Serah es in den Jahren ihres Dienstes bei zahlreichen anderen Skitarii beobachtet hatte, die diesen Weg gewählt oder, in selteneren Fällen, ihn abgelehnt hatten, bot unbestreitbare Vorteile — eine erweiterte Lebensspanne, die sich über mehrere Jahrhunderte erstrecken konnte; Zugang zu Wissen und technologischen Ressourcen, die einem einfachen Skitarius für immer verschlossen blieben; eine Position innerhalb der Hierarchie des Kultes, die Autorität und Einfluss mit sich brachte, von denen die Proletor-Kaste, aus der sie ursprünglich stammte, nicht einmal zu träumen wagte. Aber er forderte auch, wie sie mit eigenen Augen bei unzähligen ranghohen Tech-Priestern beobachtet hatte, einen Preis, der weit über das hinausging, was selbst die extremsten Skitarii-Modifikationen von einem Menschen forderten — eine vollständige, letztlich unwiderrufliche Auflösung jener verbleibenden individuellen Identität, die selbst nach fünfundvierzig Jahren fortschreitender Skitarii-Transformation noch, wenn auch zunehmend fragmentiert, in ihr existierte.
Sie suchte, in jenen Wochen der Bedenkzeit, Corvael Thessin auf, jenen Senior-Ranger, mit dem sie über die Jahrzehnte eine der beständigsten Freundschaften ihres neuen Lebens entwickelt hatte, und der, wie sie wusste, selbst vor einigen Jahren eine ähnliche Empfehlung erhalten und, nach eigener, offen bekundeter Überlegung, abgelehnt hatte.
„Ich habe abgelehnt, weil ich erkannte, dass die Frage selbst bereits die Antwort enthielt“, sagte Corvael, während sie beide, in einer der seltenen ruhigen Stunden zwischen offiziellen Pflichten, auf einer der äußeren Beobachtungsplattformen der Legion saßen, von wo aus sich ein weiter Blick über die rauchenden Fertigungsanlagen von Kadmus Secundus erstreckte. „Wenn ich noch genug von mir selbst besäße, um bereitwillig in den Aufstieg einzuwilligen, ohne jeden Zweifel, ohne jede Trauer über das, was ich damit endgültig aufgeben würde — dann wäre vielleicht ohnehin schon zu wenig von der ursprünglichen Serah oder dem ursprünglichen Corvael übrig, um den Verlust überhaupt noch zu bemerken. Aber solange der Zweifel selbst noch existiert, solange die Frage noch schmerzt, bevor wir sie beantworten — das, glaube ich, ist das letzte, verbliebene Zeichen dessen, was wir einst waren, und es zu bewahren, so lange es uns möglich ist, erscheint mir wichtiger als jede Erweiterung von Lebensspanne oder Autorität, die der Aufstieg mit sich bringen würde.“
Es war keine Antwort, die Serah unmittelbar zu einer eigenen Entscheidung verhalf, aber es war, wie sie in den folgenden Tagen erkannte, die ehrlichste Formulierung dessen, was sie selbst, in ihrem eigenen, zunehmend fragmentierten Bewusstsein, bereits zu ahnen begonnen hatte — dass die Frage nach dem Aufstieg letztlich untrennbar mit der größeren, nie vollständig beantworteten Frage verbunden war, die sie seit dem Tag ihrer ursprünglichen Aushebung begleitet hatte: was von einem Menschen tatsächlich übrig bleibt, wenn man ihm, Schritt für Schritt, jene Eigenschaften nimmt, die ihn einst definierten, und ob der Wunsch, diesen Verlust zu vermeiden, selbst bereits ein Beweis dafür war, dass genug von diesem ursprünglichen Menschen noch existierte, um den Verlust zu fürchten — ein Paradox, das, wie sie zunehmend erkannte, vielleicht keine Auflösung besaß, sondern lediglich, mit jedem weiteren Jahr fortgesetzten Dienstes, immer wieder neu durchlebt werden musste.
XI. DAS AUSMASS DES OPFERSXI. DAS AUSMASS DES OPFERS
Was Serah, in den Jahrzehnten ihres Dienstes, nur allmählich zu begreifen begann, war das schiere, kaum vorstellbare Ausmaß des Systems, dessen kleinen, aber für sie selbst so bedeutsamen Teil sie darstellte — nicht lediglich die Skitarii-Legionen von Kadmus Secundus, so umfangreich sie ihr in den ersten Jahren ihres Dienstes auch erschienen waren, sondern die gesamte, über zehntausend Jahre gewachsene Struktur des Kultes Mechanicus, verteilt über Tausende Schmiedelwelten im gesamten Imperium der Menschheit, jede mit ihren eigenen Traditionen, ihren eigenen Skitarii-Legionen, ihren eigenen, jahrhundertealten Zyklen von Aushebung, Einverleibung und Verlust.
Man schätzte, gemäß den fragmentarischen statistischen Aufzeichnungen, die Serah während ihrer seltenen Aufenthalte in den zentralen Archiven der Schmiedelwelt einsehen konnte, dass allein im gegenwärtigen Standardjahrhundert mehrere Millionen Menschen im gesamten Imperium der Rite der Einverleibung unterzogen worden waren, um die Reihen der Skitarii-Legionen aufzufüllen — eine Zahl, die, wie Serah mit wachsendem Unbehagen erkannte, im Vergleich zur schieren Bevölkerungsgröße des Imperiums selbst verschwindend gering erscheinen mochte, die jedoch, aus der Perspektive jener Millionen einzelner Menschen und ihrer Familien, ein Ausmaß an individuellem Verlust und Transformation darstellte, das keine offizielle Statistik jemals angemessen erfassen konnte.
Jede Schmiedelwelt, so lernte sie aus den Berichten und gelegentlichen Gesprächen mit Tech-Priestern, die auf diplomatischen oder logistischen Missionen andere Welten des Mechanicus besucht hatten, entwickelte über die Jahrhunderte ihre eigene, unverwechselbare Ausprägung dieser grundlegenden Praxis — Mars selbst, die Ursprungswelt des gesamten Kultes, unterhielt Skitarii-Legionen von einer Größe und Raffinesse, die selbst die größten anderen Schmiedelwelten in den Schatten stellten, ihre Krieger ausgerüstet mit der fortschrittlichsten Technologie, die der gesamte Kult zu produzieren imstande war; Ryza, mit seiner Meisterschaft der Plasmatechnologie, formte Skitarii, deren charakteristische violette Rüstungen und ungewöhnlich dunkle Hautpigmentierung — ein genetisches Erbe der ursprünglichen Kolonisten dieser Welt — sie selbst unter anderen Skitarii-Legionen sofort erkennbar machten; Stygies VIII, in permanentem Zwielicht gehüllt durch die besondere astronomische Konstellation seines Sonnensystems, hatte eine Skitarii-Tradition entwickelt, die sich fast ausschließlich auf lautlose, tödliche Infiltration und Tarnung spezialisierte, ihre Krieger darauf trainiert, Ziele zu eliminieren, bevor der Feind auch nur die Anwesenheit einer Bedrohung registrierte.
Und dann gab es die unzähligen kleineren, unbedeutenderen Welten wie Kadmus Secundus selbst — Welten, die in den großen strategischen Übersichten des Imperiums kaum mehr als eine Randnotiz darstellten, deren Skitarii-Legionen niemals an den großen, historisch bedeutsamen Schlachten teilnahmen, die in den offiziellen Chroniken des Imperiums verewigt wurden, deren einzelne Krieger, wie Serah selbst, ihren Dienst in relativer Anonymität verrichteten, gegen lokale Bedrohungen kämpften, deren strategische Bedeutung selten über die unmittelbare Umgebung ihrer eigenen Heimatwelt hinausreichte, und dennoch, mit derselben Hingabe, demselben Ausmaß an persönlichem Verlust, denselben Preis zahlten, den auch die berühmtesten Legionen der berühmtesten Schmiedelwelten zahlten.
Es war diese Erkenntnis — das Bewusstsein, Teil eines Systems zu sein, dessen schiere Größe und Beständigkeit weit über das hinausging, was irgendein einzelner Mensch, ob Skitarius oder Tech-Priester, jemals vollständig zu begreifen vermochte —, die Serah, in den späteren Jahren ihres Dienstes, mit einer eigentümlichen Mischung aus Trost und tieferer, existenzieller Beunruhigung erfüllte. Trost, weil sie erkannte, dass ihr eigener Kampf, ihre eigene, fortdauernde Weigerung, sich vollständig der schleichenden Auslöschung ihrer individuellen Identität zu ergeben, nicht eine isolierte, bedeutungslose Anstrengung war, sondern Teil eines größeren, wenn auch niemals offiziell anerkannten Musters — der stillen, aber beharrlichen Weigerung unzähliger anderer Skitarii, über Jahrhunderte und über Tausende Welten hinweg, sich vollständig in die unpersönliche Maschinerie zu verwandeln, der sie dienten, ohne dabei den Dienst selbst zu verweigern, den sie dem Imperium und dem Kult schuldeten, dem sie ihre neue Existenz verdankten.
Beunruhigung, weil sie gleichzeitig erkannte, dass dieses Muster, dieser stille, individuelle Widerstand gegen vollständige Auslöschung, letztlich niemals ausreichte, um das größere System selbst zu verändern oder auch nur infrage zu stellen — dass der Kult Mechanicus, ganz gleich, wie viele einzelne Skitarii wie sie selbst innerlich mit dem Verlust ihrer ursprünglichen Identität rangen, weiterhin, Generation für Generation, Schmiedelwelt für Schmiedelwelt, dieselbe grundlegende Praxis fortsetzen würde, dieselben Millionen Menschen ihrem ursprünglichen Leben entreißen und in jene qualvolle, aber militärisch unverzichtbare Existenz zwischen Mensch und Maschine verwandeln würde, die sie selbst inzwischen seit fünfundvierzig Jahren führte — nicht aus Grausamkeit, wie sie längst erkannt hatte, sondern aus derselben kalten, unerbittlichen Logik der Notwendigkeit, die das gesamte Imperium der Menschheit in seinem endlosen, immerwährenden Krieg gegen die zahllosen Bedrohungen zusammenhielt, die es von allen Seiten umgaben — Orks, Xenos-Räuber, die Korruption des Chaos, die schleichende, unaufhaltsame Entropie einer Galaxis, die, wie man es ihr in ihrer allerersten binären Litanei gelehrt hatte, seit dem Verlust der Segnungen des Dunklen Zeitalters der Technologie zunehmend dem Verfall anheimgefallen war.
Sie fand, in diesem größeren, imperiumsweiten Kontext, eine Art trostloser Klarheit über die eigentliche Natur dessen, was sie selbst, was jeder Skitarius, tatsächlich repräsentierte — nicht ein individuelles Opfer, das irgendeine höhere kosmische Gerechtigkeit letztlich anerkennen oder belohnen würde, sondern einen notwendigen, aber letztlich anonymen Beitrag zu einem System, dessen schiere Größe und Langlebigkeit jede einzelne, individuelle Existenz, jeden einzelnen Verlust, jede einzelne stille Weigerung, sich vollständig aufzugeben, gleichzeitig bedeutsam und, aus der Perspektive der Galaxis selbst, vollständig bedeutungslos machte.
Was Serah, in den Jahrzehnten ihres Dienstes, nur allmählich zu begreifen begann, war das schiere, kaum vorstellbare Ausmaß des Systems, dessen kleinen, aber für sie selbst so bedeutsamen Teil sie darstellte — nicht lediglich die Skitarii-Legionen von Kadmus Secundus, so umfangreich sie ihr in den ersten Jahren ihres Dienstes auch erschienen waren, sondern die gesamte, über zehntausend Jahre gewachsene Struktur des Kultes Mechanicus, verteilt über Tausende Schmiedelwelten im gesamten Imperium der Menschheit, jede mit ihren eigenen Traditionen, ihren eigenen Skitarii-Legionen, ihren eigenen, jahrhundertealten Zyklen von Aushebung, Einverleibung und Verlust.
Man schätzte, gemäß den fragmentarischen statistischen Aufzeichnungen, die Serah während ihrer seltenen Aufenthalte in den zentralen Archiven der Schmiedelwelt einsehen konnte, dass allein im gegenwärtigen Standardjahrhundert mehrere Millionen Menschen im gesamten Imperium der Rite der Einverleibung unterzogen worden waren, um die Reihen der Skitarii-Legionen aufzufüllen — eine Zahl, die, wie Serah mit wachsendem Unbehagen erkannte, im Vergleich zur schieren Bevölkerungsgröße des Imperiums selbst verschwindend gering erscheinen mochte, die jedoch, aus der Perspektive jener Millionen einzelner Menschen und ihrer Familien, ein Ausmaß an individuellem Verlust und Transformation darstellte, das keine offizielle Statistik jemals angemessen erfassen konnte.
Jede Schmiedelwelt, so lernte sie aus den Berichten und gelegentlichen Gesprächen mit Tech-Priestern, die auf diplomatischen oder logistischen Missionen andere Welten des Mechanicus besucht hatten, entwickelte über die Jahrhunderte ihre eigene, unverwechselbare Ausprägung dieser grundlegenden Praxis — Mars selbst, die Ursprungswelt des gesamten Kultes, unterhielt Skitarii-Legionen von einer Größe und Raffinesse, die selbst die größten anderen Schmiedelwelten in den Schatten stellten, ihre Krieger ausgerüstet mit der fortschrittlichsten Technologie, die der gesamte Kult zu produzieren imstande war; Ryza, mit seiner Meisterschaft der Plasmatechnologie, formte Skitarii, deren charakteristische violette Rüstungen und ungewöhnlich dunkle Hautpigmentierung — ein genetisches Erbe der ursprünglichen Kolonisten dieser Welt — sie selbst unter anderen Skitarii-Legionen sofort erkennbar machten; Stygies VIII, in permanentem Zwielicht gehüllt durch die besondere astronomische Konstellation seines Sonnensystems, hatte eine Skitarii-Tradition entwickelt, die sich fast ausschließlich auf lautlose, tödliche Infiltration und Tarnung spezialisierte, ihre Krieger darauf trainiert, Ziele zu eliminieren, bevor der Feind auch nur die Anwesenheit einer Bedrohung registrierte.
Und dann gab es die unzähligen kleineren, unbedeutenderen Welten wie Kadmus Secundus selbst — Welten, die in den großen strategischen Übersichten des Imperiums kaum mehr als eine Randnotiz darstellten, deren Skitarii-Legionen niemals an den großen, historisch bedeutsamen Schlachten teilnahmen, die in den offiziellen Chroniken des Imperiums verewigt wurden, deren einzelne Krieger, wie Serah selbst, ihren Dienst in relativer Anonymität verrichteten, gegen lokale Bedrohungen kämpften, deren strategische Bedeutung selten über die unmittelbare Umgebung ihrer eigenen Heimatwelt hinausreichte, und dennoch, mit derselben Hingabe, demselben Ausmaß an persönlichem Verlust, denselben Preis zahlten, den auch die berühmtesten Legionen der berühmtesten Schmiedelwelten zahlten.
Es war diese Erkenntnis — das Bewusstsein, Teil eines Systems zu sein, dessen schiere Größe und Beständigkeit weit über das hinausging, was irgendein einzelner Mensch, ob Skitarius oder Tech-Priester, jemals vollständig zu begreifen vermochte —, die Serah, in den späteren Jahren ihres Dienstes, mit einer eigentümlichen Mischung aus Trost und tieferer, existenzieller Beunruhigung erfüllte. Trost, weil sie erkannte, dass ihr eigener Kampf, ihre eigene, fortdauernde Weigerung, sich vollständig der schleichenden Auslöschung ihrer individuellen Identität zu ergeben, nicht eine isolierte, bedeutungslose Anstrengung war, sondern Teil eines größeren, wenn auch niemals offiziell anerkannten Musters — der stillen, aber beharrlichen Weigerung unzähliger anderer Skitarii, über Jahrhunderte und über Tausende Welten hinweg, sich vollständig in die unpersönliche Maschinerie zu verwandeln, der sie dienten, ohne dabei den Dienst selbst zu verweigern, den sie dem Imperium und dem Kult schuldeten, dem sie ihre neue Existenz verdankten.
Beunruhigung, weil sie gleichzeitig erkannte, dass dieses Muster, dieser stille, individuelle Widerstand gegen vollständige Auslöschung, letztlich niemals ausreichte, um das größere System selbst zu verändern oder auch nur infrage zu stellen — dass der Kult Mechanicus, ganz gleich, wie viele einzelne Skitarii wie sie selbst innerlich mit dem Verlust ihrer ursprünglichen Identität rangen, weiterhin, Generation für Generation, Schmiedelwelt für Schmiedelwelt, dieselbe grundlegende Praxis fortsetzen würde, dieselben Millionen Menschen ihrem ursprünglichen Leben entreißen und in jene qualvolle, aber militärisch unverzichtbare Existenz zwischen Mensch und Maschine verwandeln würde, die sie selbst inzwischen seit fünfundvierzig Jahren führte — nicht aus Grausamkeit, wie sie längst erkannt hatte, sondern aus derselben kalten, unerbittlichen Logik der Notwendigkeit, die das gesamte Imperium der Menschheit in seinem endlosen, immerwährenden Krieg gegen die zahllosen Bedrohungen zusammenhielt, die es von allen Seiten umgaben — Orks, Xenos-Räuber, die Korruption des Chaos, die schleichende, unaufhaltsame Entropie einer Galaxis, die, wie man es ihr in ihrer allerersten binären Litanei gelehrt hatte, seit dem Verlust der Segnungen des Dunklen Zeitalters der Technologie zunehmend dem Verfall anheimgefallen war.
Sie fand, in diesem größeren, imperiumsweiten Kontext, eine Art trostloser Klarheit über die eigentliche Natur dessen, was sie selbst, was jeder Skitarius, tatsächlich repräsentierte — nicht ein individuelles Opfer, das irgendeine höhere kosmische Gerechtigkeit letztlich anerkennen oder belohnen würde, sondern einen notwendigen, aber letztlich anonymen Beitrag zu einem System, dessen schiere Größe und Langlebigkeit jede einzelne, individuelle Existenz, jeden einzelnen Verlust, jede einzelne stille Weigerung, sich vollständig aufzugeben, gleichzeitig bedeutsam und, aus der Perspektive der Galaxis selbst, vollständig bedeutungslos machte.
XII. DIE ENTSCHEIDUNGXII. DIE ENTSCHEIDUNG
Serah lehnte den Aufstieg letztlich ab, eine Entscheidung, die sie Skitarii-Marschall Corvane in einer kurzen, formellen Audienz mitteilte, drei Wochen nach der ursprünglichen Empfehlung, in Worten, die sie sorgfältig vorbereitet hatte, um weder Respektlosigkeit gegenüber der Ehre auszudrücken, die ihr angeboten worden war, noch die tiefere, persönlichere Wahrheit zu verschleiern, die ihrer Entscheidung zugrunde lag.
„Ich bin dankbar für das Vertrauen, das diese Empfehlung repräsentiert“, sagte sie, während Corvanes rot glühende optische Sensoren sie mit jener unveränderlichen, undurchdringlichen Aufmerksamkeit musterten, die Serah seit ihrer ersten Begegnung mit der Marschallin kannte. „Aber ich glaube, dass ich der Legion, dem Kult und letztlich dem Omnissiah selbst besser diene, wenn ich bleibe, was ich bin — nicht aus Mangel an Ehrgeiz oder Hingabe, sondern weil ich erkannt habe, dass mein Wert, sowohl für mich selbst als auch für jene, denen ich diene, gerade in dem liegt, was ich noch bewahre, nicht in dem, was ich durch weitere Transformation gewinnen könnte.“
Corvane schwieg einen langen Moment, bevor sie antwortete, eine Pause, die Serah, in den Jahren ihrer Bekanntschaft mit der Marschallin, als selten genug erkannte, um ihr eine gewisse Bedeutung beizumessen. „Ich habe eine ähnliche Entscheidung getroffen, vor über zwei Jahrhunderten“, sagte Corvane schließlich, eine Enthüllung, die Serah, trotz ihrer eigenen, inzwischen beträchtlichen Erfahrung, mit echter Überraschung erfüllte. „Man bot mir den Aufstieg an, als ich kaum älter war, als du es jetzt bist. Ich lehnte ab, aus Gründen, die den deinen nicht unähnlich waren. Was du nicht siehst, Skitarii-Rangerin Vier-Zwei-Neun, ist, dass die Ablehnung selbst keine permanente Immunität gegen die fortschreitende Transformation gewährt, die ohnehin, Standardjahr für Standardjahr, mit jeder weiteren Modifikation, mit jeder weiteren Aktivierung des Imperativs, unaufhaltsam fortschreitet. Ich sehe heute weniger von der Frau, die ich einst war, als ich es vor zweihundert Jahren tat, als ich Corvanes Angebot zum ersten Mal ablehnte. Die Ablehnung war dennoch nicht bedeutungslos. Sie war lediglich eine Verzögerung, keine Verweigerung — ein Versuch, so viel wie möglich von dem zu bewahren, was ich war, für so lange wie möglich, im Wissen, dass die vollständige Auslöschung letztlich unvermeidlich bleibt, für jeden von uns, der lange genug dient.“
Es war eine Offenbarung, die Serah in den folgenden Jahren ihres fortgesetzten Dienstes immer wieder bedenken sollte — die Erkenntnis, dass selbst Corvane, deren Erscheinung und Verhalten Serah seit Jahrzehnten als das Musterbeispiel unerschütterlicher, fast unmenschlicher Autorität betrachtet hatte, einst mit denselben Zweifeln gerungen hatte, die Serah selbst noch immer plagten, und dass die scheinbare Endgültigkeit, mit der Corvane inzwischen ihre eigene, fast vollständige Transformation trug, selbst nur eine spätere Station auf einem Weg war, dessen Anfang der Marschallin, wie Serah jetzt, einst ebenso fremd und beängstigend erschienen war.
Die Jahre nach dieser Entscheidung vergingen für Serah in dem inzwischen vertrauten Rhythmus von Wartung, Training und gelegentlichem, aber unvermeidlichem Kampf — weitere Gefechte gegen sporadische Ork-Überfälle, gegen einen bemerkenswerten, aber letztlich erfolgreich abgewehrten Versuch einer Drukhari-Raubflotte, die Erz-Vorräte der Schmiedelwelt zu plündern, gegen die seltenen, aber stets brutal niedergeschlagenen internen Unruhen, die gelegentlich unter der Proletor-Kaste ausbrachen, wenn die Last des Fleischeszehnts für einzelne Gemeinschaften unerträglich wurde.
Sie überlebte diese Jahre, während weitere Kameraden fielen, weitere Konvertierungen die Reihen der Siebten Kohorte umformten, weitere junge Rekruten aus der Proletor-Kaste in ihre eigenen Reihen aufgenommen wurden, deren anfängliche Furcht und Verwirrung Serah mit einer wachsenden, komplizierten Mischung aus Mitgefühl und einer distanzierteren, fast professionellen Anerkennung dessen betrachtete, was sie selbst, Jahrzehnte zuvor, durchlebt hatte.
Sie wusste, dass ihre eigene Geschichte, gemessen an den großen, historischen Ereignissen, die die Chroniken des Imperiums verewigten, keinerlei besondere Bedeutung besaß — kein Sieg, den sie errungen hatte, würde jemals in den Annalen der großen Schlachten des Imperiums verzeichnet werden; kein Verlust, den sie erlitten hatte, würde jemals über die unmittelbaren Aufzeichnungen der Siebten Kohorte hinaus Beachtung finden. Sie war, wie Millionen anderer Skitarii über Tausende Schmiedelwelten hinweg, eine anonyme, austauschbare Komponente eines Systems, dessen schiere Größe jede individuelle Existenz gleichzeitig notwendig und bedeutungslos machte.
Und doch — dies war die Erkenntnis, zu der Serah, nach Jahrzehnten des Dienstes, letztlich gelangte, eine Erkenntnis, die weder die kalte, unerbittliche Logik des Kultes Mechanicus noch die trostlose statistische Perspektive imperiumsweiter Betrachtung ihr jemals hätte vermitteln können — die Bedeutungslosigkeit ihrer Existenz aus der Perspektive der Galaxis änderte nichts an der Bedeutung, die diese Existenz für sie selbst, und für jene wenigen Kameraden besaß, die sie über die Jahrzehnte hinweg begleitet hatte. Dessins letzte Worte, in den Momenten vor seiner Konvertierung, blieben ihr Vermächtnis — die Bitte, sich zu erinnern, nicht an das, was er geworden war, sondern an das, was er gewesen war, ein Junge aus dem Dritten Sektor, der Angst vor der Aushebung gehabt hatte —, und Serah, in den stillen Momenten ihres fortgesetzten Dienstes, hielt diese Erinnerung lebendig, mit einer Sorgfalt und Hingabe, die selbst die fortschreitende neurale Dämpfung ihrer eigenen Modifikationen nicht vollständig zu unterdrücken vermochte.
Sie wusste nicht, wie viele weitere Jahrzehnte ihr eigener Dienst noch dauern würde, bevor sie selbst, durch Tod im Kampf, durch traumatische Beschädigung jenseits jeder Reparatur, oder durch die langsame, unaufhaltsame Erosion fortgesetzter Modifikation, jenen Punkt erreichte, den Dessin bereits erreicht hatte, und den Corvael Thessin und selbst Skitarii-Marschall Corvane, jede auf ihre eigene Weise, noch immer hinauszuzögern versuchten. Sie wusste nur, dass sie, solange sie noch genug von Serah Voktan in sich trug, um die Frage überhaupt noch zu stellen, weiterhin die kleinen, unvorhersehbaren Momente bewahren würde, die ihr diese Existenz noch gewährte — den Klang des Regens auf Metalldächern, die stille Kameradschaft eines vertrauten Freundes, die Erinnerung an einen geschnitzten Holzvogel und an das Lachen eines Mannes, den sie vor fünfundvierzig Jahren zum letzten Mal gesehen hatte.
* * *
Was aus Serah Voktan letztlich wurde — ob sie den vollständigen Aufstieg irgendwann doch noch akzeptierte, ob sie im Dienst fiel, wie so viele ihrer Kameraden vor ihr, oder ob sie, in einem seltenen und von der offiziellen Geschichtsschreibung des Kultes nicht vermerkten Fall, tatsächlich jene Form würdevollen Ruhestands erreichte, die manchen besonders verdienten Skitarii nach Jahrhunderten treuen Dienstes gewährt wurde — verzeichnen die überlebenden Archive von Kadmus Secundus nicht mit hinreichender Klarheit, um eine endgültige Antwort zu bieten. Was verbleibt, sind lediglich die fragmentarischen Berichte ihrer eigenen Kohorte, die gelegentlichen Erwähnungen in den binären Litaneien nachfolgender Generationen von Rangern, die von einer Senior-Rangerin sprachen, deren Hingabe und deren stille, aber unerschütterliche Menschlichkeit — ein Wort, das selbst innerhalb der Theologie des Kultes Mechanicus nur zögerlich auf einen Skitarius angewendet wurde — sie zu einer Art inoffizieller Legende innerhalb der Siebten Kohorte machten, lange nachdem ihr tatsächliches Schicksal aus den offiziellen Aufzeichnungen verschwunden war.
Was bleibt, letztlich, ist die Frage selbst, mit der diese Chronik begann, und die keine noch so sorgfältige historische oder theologische Untersuchung jemals vollständig aufzulösen vermochte — ob ein Skitarius, ob jeder von jenen Millionen Menschen, die über zehntausend Jahre imperialer Geschichte dem Fleischeszehnt ihrer jeweiligen Schmiedelwelten zum Opfer gefallen sind, tatsächlich noch derjenige Mensch ist, der er einst war, oder ob er, in dem Moment, in dem das erste Implantat sein ursprüngliches Fleisch ersetzte, bereits begonnen hat, zu etwas anderem zu werden — nicht weniger, nicht mehr, sondern anders, auf eine Weise, die weder die vollständige Trauer eines endgültigen Todes noch den vollständigen Trost einer tatsächlichen Transzendenz rechtfertigt, sondern in jenem unbequemen, nie vollständig aufgelösten Zwischenraum verbleibt, den Serah Voktan, unter der Bezeichnung Skitarii-Rangerin, Kohorte Sieben, Einheit Vier-Zwei-Neun, für den größten Teil ihrer verlängerten, transformierten Existenz bewohnte — ein Same, der zum Baum geworden war, und der, selbst in den seltenen, stillen Momenten seiner tiefsten Selbstbetrachtung, nie ganz sicher sein konnte, ob der Baum den Samen, aus dem er hervorgegangen war, noch immer in sich trug, oder ob dieser Same, längst und unwiderruflich, aufgehört hatte zu existieren.
***Ende***
Serah lehnte den Aufstieg letztlich ab, eine Entscheidung, die sie Skitarii-Marschall Corvane in einer kurzen, formellen Audienz mitteilte, drei Wochen nach der ursprünglichen Empfehlung, in Worten, die sie sorgfältig vorbereitet hatte, um weder Respektlosigkeit gegenüber der Ehre auszudrücken, die ihr angeboten worden war, noch die tiefere, persönlichere Wahrheit zu verschleiern, die ihrer Entscheidung zugrunde lag.
„Ich bin dankbar für das Vertrauen, das diese Empfehlung repräsentiert“, sagte sie, während Corvanes rot glühende optische Sensoren sie mit jener unveränderlichen, undurchdringlichen Aufmerksamkeit musterten, die Serah seit ihrer ersten Begegnung mit der Marschallin kannte. „Aber ich glaube, dass ich der Legion, dem Kult und letztlich dem Omnissiah selbst besser diene, wenn ich bleibe, was ich bin — nicht aus Mangel an Ehrgeiz oder Hingabe, sondern weil ich erkannt habe, dass mein Wert, sowohl für mich selbst als auch für jene, denen ich diene, gerade in dem liegt, was ich noch bewahre, nicht in dem, was ich durch weitere Transformation gewinnen könnte.“
Corvane schwieg einen langen Moment, bevor sie antwortete, eine Pause, die Serah, in den Jahren ihrer Bekanntschaft mit der Marschallin, als selten genug erkannte, um ihr eine gewisse Bedeutung beizumessen. „Ich habe eine ähnliche Entscheidung getroffen, vor über zwei Jahrhunderten“, sagte Corvane schließlich, eine Enthüllung, die Serah, trotz ihrer eigenen, inzwischen beträchtlichen Erfahrung, mit echter Überraschung erfüllte. „Man bot mir den Aufstieg an, als ich kaum älter war, als du es jetzt bist. Ich lehnte ab, aus Gründen, die den deinen nicht unähnlich waren. Was du nicht siehst, Skitarii-Rangerin Vier-Zwei-Neun, ist, dass die Ablehnung selbst keine permanente Immunität gegen die fortschreitende Transformation gewährt, die ohnehin, Standardjahr für Standardjahr, mit jeder weiteren Modifikation, mit jeder weiteren Aktivierung des Imperativs, unaufhaltsam fortschreitet. Ich sehe heute weniger von der Frau, die ich einst war, als ich es vor zweihundert Jahren tat, als ich Corvanes Angebot zum ersten Mal ablehnte. Die Ablehnung war dennoch nicht bedeutungslos. Sie war lediglich eine Verzögerung, keine Verweigerung — ein Versuch, so viel wie möglich von dem zu bewahren, was ich war, für so lange wie möglich, im Wissen, dass die vollständige Auslöschung letztlich unvermeidlich bleibt, für jeden von uns, der lange genug dient.“
Es war eine Offenbarung, die Serah in den folgenden Jahren ihres fortgesetzten Dienstes immer wieder bedenken sollte — die Erkenntnis, dass selbst Corvane, deren Erscheinung und Verhalten Serah seit Jahrzehnten als das Musterbeispiel unerschütterlicher, fast unmenschlicher Autorität betrachtet hatte, einst mit denselben Zweifeln gerungen hatte, die Serah selbst noch immer plagten, und dass die scheinbare Endgültigkeit, mit der Corvane inzwischen ihre eigene, fast vollständige Transformation trug, selbst nur eine spätere Station auf einem Weg war, dessen Anfang der Marschallin, wie Serah jetzt, einst ebenso fremd und beängstigend erschienen war.
Die Jahre nach dieser Entscheidung vergingen für Serah in dem inzwischen vertrauten Rhythmus von Wartung, Training und gelegentlichem, aber unvermeidlichem Kampf — weitere Gefechte gegen sporadische Ork-Überfälle, gegen einen bemerkenswerten, aber letztlich erfolgreich abgewehrten Versuch einer Drukhari-Raubflotte, die Erz-Vorräte der Schmiedelwelt zu plündern, gegen die seltenen, aber stets brutal niedergeschlagenen internen Unruhen, die gelegentlich unter der Proletor-Kaste ausbrachen, wenn die Last des Fleischeszehnts für einzelne Gemeinschaften unerträglich wurde.
Sie überlebte diese Jahre, während weitere Kameraden fielen, weitere Konvertierungen die Reihen der Siebten Kohorte umformten, weitere junge Rekruten aus der Proletor-Kaste in ihre eigenen Reihen aufgenommen wurden, deren anfängliche Furcht und Verwirrung Serah mit einer wachsenden, komplizierten Mischung aus Mitgefühl und einer distanzierteren, fast professionellen Anerkennung dessen betrachtete, was sie selbst, Jahrzehnte zuvor, durchlebt hatte.
Sie wusste, dass ihre eigene Geschichte, gemessen an den großen, historischen Ereignissen, die die Chroniken des Imperiums verewigten, keinerlei besondere Bedeutung besaß — kein Sieg, den sie errungen hatte, würde jemals in den Annalen der großen Schlachten des Imperiums verzeichnet werden; kein Verlust, den sie erlitten hatte, würde jemals über die unmittelbaren Aufzeichnungen der Siebten Kohorte hinaus Beachtung finden. Sie war, wie Millionen anderer Skitarii über Tausende Schmiedelwelten hinweg, eine anonyme, austauschbare Komponente eines Systems, dessen schiere Größe jede individuelle Existenz gleichzeitig notwendig und bedeutungslos machte.
Und doch — dies war die Erkenntnis, zu der Serah, nach Jahrzehnten des Dienstes, letztlich gelangte, eine Erkenntnis, die weder die kalte, unerbittliche Logik des Kultes Mechanicus noch die trostlose statistische Perspektive imperiumsweiter Betrachtung ihr jemals hätte vermitteln können — die Bedeutungslosigkeit ihrer Existenz aus der Perspektive der Galaxis änderte nichts an der Bedeutung, die diese Existenz für sie selbst, und für jene wenigen Kameraden besaß, die sie über die Jahrzehnte hinweg begleitet hatte. Dessins letzte Worte, in den Momenten vor seiner Konvertierung, blieben ihr Vermächtnis — die Bitte, sich zu erinnern, nicht an das, was er geworden war, sondern an das, was er gewesen war, ein Junge aus dem Dritten Sektor, der Angst vor der Aushebung gehabt hatte —, und Serah, in den stillen Momenten ihres fortgesetzten Dienstes, hielt diese Erinnerung lebendig, mit einer Sorgfalt und Hingabe, die selbst die fortschreitende neurale Dämpfung ihrer eigenen Modifikationen nicht vollständig zu unterdrücken vermochte.
Sie wusste nicht, wie viele weitere Jahrzehnte ihr eigener Dienst noch dauern würde, bevor sie selbst, durch Tod im Kampf, durch traumatische Beschädigung jenseits jeder Reparatur, oder durch die langsame, unaufhaltsame Erosion fortgesetzter Modifikation, jenen Punkt erreichte, den Dessin bereits erreicht hatte, und den Corvael Thessin und selbst Skitarii-Marschall Corvane, jede auf ihre eigene Weise, noch immer hinauszuzögern versuchten. Sie wusste nur, dass sie, solange sie noch genug von Serah Voktan in sich trug, um die Frage überhaupt noch zu stellen, weiterhin die kleinen, unvorhersehbaren Momente bewahren würde, die ihr diese Existenz noch gewährte — den Klang des Regens auf Metalldächern, die stille Kameradschaft eines vertrauten Freundes, die Erinnerung an einen geschnitzten Holzvogel und an das Lachen eines Mannes, den sie vor fünfundvierzig Jahren zum letzten Mal gesehen hatte.
* * *
Was aus Serah Voktan letztlich wurde — ob sie den vollständigen Aufstieg irgendwann doch noch akzeptierte, ob sie im Dienst fiel, wie so viele ihrer Kameraden vor ihr, oder ob sie, in einem seltenen und von der offiziellen Geschichtsschreibung des Kultes nicht vermerkten Fall, tatsächlich jene Form würdevollen Ruhestands erreichte, die manchen besonders verdienten Skitarii nach Jahrhunderten treuen Dienstes gewährt wurde — verzeichnen die überlebenden Archive von Kadmus Secundus nicht mit hinreichender Klarheit, um eine endgültige Antwort zu bieten. Was verbleibt, sind lediglich die fragmentarischen Berichte ihrer eigenen Kohorte, die gelegentlichen Erwähnungen in den binären Litaneien nachfolgender Generationen von Rangern, die von einer Senior-Rangerin sprachen, deren Hingabe und deren stille, aber unerschütterliche Menschlichkeit — ein Wort, das selbst innerhalb der Theologie des Kultes Mechanicus nur zögerlich auf einen Skitarius angewendet wurde — sie zu einer Art inoffizieller Legende innerhalb der Siebten Kohorte machten, lange nachdem ihr tatsächliches Schicksal aus den offiziellen Aufzeichnungen verschwunden war.
Was bleibt, letztlich, ist die Frage selbst, mit der diese Chronik begann, und die keine noch so sorgfältige historische oder theologische Untersuchung jemals vollständig aufzulösen vermochte — ob ein Skitarius, ob jeder von jenen Millionen Menschen, die über zehntausend Jahre imperialer Geschichte dem Fleischeszehnt ihrer jeweiligen Schmiedelwelten zum Opfer gefallen sind, tatsächlich noch derjenige Mensch ist, der er einst war, oder ob er, in dem Moment, in dem das erste Implantat sein ursprüngliches Fleisch ersetzte, bereits begonnen hat, zu etwas anderem zu werden — nicht weniger, nicht mehr, sondern anders, auf eine Weise, die weder die vollständige Trauer eines endgültigen Todes noch den vollständigen Trost einer tatsächlichen Transzendenz rechtfertigt, sondern in jenem unbequemen, nie vollständig aufgelösten Zwischenraum verbleibt, den Serah Voktan, unter der Bezeichnung Skitarii-Rangerin, Kohorte Sieben, Einheit Vier-Zwei-Neun, für den größten Teil ihrer verlängerten, transformierten Existenz bewohnte — ein Same, der zum Baum geworden war, und der, selbst in den seltenen, stillen Momenten seiner tiefsten Selbstbetrachtung, nie ganz sicher sein konnte, ob der Baum den Samen, aus dem er hervorgegangen war, noch immer in sich trug, oder ob dieser Same, längst und unwiderruflich, aufgehört hatte zu existieren.
***Ende***
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